Krank im Ausland - das ist ärgerlich, weil nicht selten der Urlaub ruiniert ist con­trast­werk­statt, Fotolia

13. November 2017, 16:56 Uhr

Ver­si­che­rung und Co. Krank im Ausland: Worauf müssen Sie achten?

Krank im Ausland – das ist nicht nur ärgerlich, weil der Urlaub ruiniert ist. In vielen Situationen gibt es auch keine Leistungen von der deutschen Krankenversicherung. Erfahren Sie hier, was zu beachten ist und wann sich eine Auslandsreisekrankenversicherung lohnt.

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Krank im Ausland: Das Reiseziel ist ent­schei­dend

Wer im Urlaub krank wird, genießt in EU-Ländern den Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung aus Deutschland. Das gilt außerdem für Länder, mit denen es ein Sozialversicherungsabkommen gibt. Vor Ihrem Urlaub sollten Sie sich also immer informieren, wie es mit Ihrem Versicherungsschutz im Zielland aussieht. Im Krankheitsfall werden Sie beim Arzt oder im Krankenhaus Ihren Personalausweis und die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) vorlegen müsse. Diese befindet sich auf der Rückseite der deutschen Gesundheitskarte. Außerdem ist das Ausfüllen eines Formulars erforderlich.

Zu beachten ist allerdings: Es werden in der Regel nur die Leistungen von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, die auch im Urlaubsland von den Krankenkassen gezahlt werden. Behandlungen, die dort vom Patienten selbst zu tragen sind, müssen Sie also ebenfalls selbst bezahlen – auch wenn in Deutschland andere Regelungen für diese Leistung gelten.

Wann Krankheit im Ausland teuer werden kann

Besteht kein Sozialversicherungsabkommen, müssen Sie die Behandlungskosten selbst übernehmen. Dabei können schnell mehrere Tausend Euro anfallen. Bei Reisen in solche Länder empfiehlt sich also eine Auslandsreisekrankenversicherung. Auch die Kosten für einen Rücktransport aus dem Ausland können möglicherweise ein Loch in die Kasse reißen, denn sie werden von der gesetzlichen Krankenversicherung generell nicht übernommen. Vorsicht ist auch bei der Arztwahl geboten: Bei Privatkliniken und -ärzten kann die Behandlung deutlich teurer sein. Eine Kostenübernahme durch die deutsche Krankenversicherung erfolgt nur dann, wenn die jeweilige Institution auch im Urlaubsland gesetzlich Versicherte versorgt.

Aus­lands­rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung: Belege nötig

Ein Urteil des Amtsgerichts München zeigt, dass bei der Abrechnung mit der Auslandsreisekrankenversicherung konkrete Belege für die Behandlungen vorgelegt werden müssen: Ein Vater hatte mit seinen zwei kleinen Kindern eine Reise nach Pakistan unternommen, wo alle drei erkrankt waren. Die Behandlungskosten von umgerechnet rund 1.340 Euro verlangte er später von der Auslandreisekrankenversicherung zurück.

Allerdings waren die eingereichten Unterlagen unzureichend: Aus ihnen ging nicht hervor, welche  Erkrankungen vorgelegen hatten und wie diese genau behandelt worden waren. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen des Anbieters verlangten aber eine solche Dokumentation. Das Gericht wies die Klage des Mannes deshalb ab (AZ 159 C 517/17).


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