EU-Fluggast­rech­te­ver­ordnung gilt nicht bei außer­eu­ro­päi­schen Airlines Ekaterina Pokrovsky, Fotolia

Flug mit ausländischen Airlines Fluggast­rech­te­ver­ordnung: Schaden­ersatz bei Non-EU-Airline?

Die EU-Fluggast­rech­te­ver­ordnung nimmt nur Flugge­sell­schaften mit Sitz in der EU in die Pflicht. In einem Fall vor dem Amtsge­richt München hatte der Reise­ver­an­stalter die deutsche Flugge­sell­schaft gegen eine außer­eu­ro­päische ausge­tauscht. Für die Verspätung konnte der Kläger also keine Ansprüche nach EU-Recht geltend machen.

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EU-Fluggast­rech­te­ver­ordnung gilt nicht bei außer­eu­ro­päi­schen Airlines

Im verhan­delten Fall hatte der Reise­ver­an­stalter kurz vor Reise­beginn die Flugge­sell­schaft ausge­tauscht, sodass der Kläger und seine Lebens­ge­fährtin nun nicht mehr mit Air Berlin, sondern mit Etihad Airways von Colombo nach Frankfurt flogen. Es kam zu einer Verspätung von rund 12,5 Stunden Verspätung.

Durch die EU-Fluggast­rech­te­ver­ordnung hätte der Kläger bei einer EU-Flugge­sell­schaft für eine derartige Verspätung eine Entschä­digung von 600 Euro pro Person (1.200 Euro insgesamt) von der Airline bekommen. Diese Fluggast­rech­te­ver­ordnung gilt für die arabische Flugge­sell­schaft aber nicht.

Bis zu vier Stunden Verspätung müssen Flugrei­sende als Unannehm­lichkeit ohnehin entschä­di­gungslos hinnehmen. Für jede weitere Stunde erstattet der Reise­ver­an­stalter fünf Prozent des Tages­preises. Im vorlie­genden Fall wurden dem Kläger vor dem Amtsge­richt München 61,20 Euro zugesprochen, da sich die Gesamt­summe der Reise auf 1.768 Euro für 13 Tage belief und neun Stunden Verspätung angerechnet werden konnten (AZ 261 C 13238/​16).

Reise­ver­an­stalter nicht schadens­er­satz­pflichtig

Neben der Verspätung war auch noch ein Koffer verloren gegangen und wurde erst zwei Tage nach der Rückkehr nach Deutschland mit der Post zugestellt. Der Kläger forderte daher insgesamt 1.347,33 Euro Schadens­ersatz vom Reise­ver­an­stalter, da dieser seine Leistungen nicht vertrags­gemäß erbracht habe.

Der Austausch der Flugge­sell­schaft war aller­dings nicht die Ursache für die Verspätung. Daher sah das Gericht keine Pflicht­ver­letzung seitens des Reise­ver­an­stalters gegeben. Der Koffer war erst auf der Rückreise abhan­den­ge­kommen. Deshalb bedeutete der Verlust keine Einschrän­kungen für die Reise und war ebenfalls nicht schadens­er­satz­würdig. Es blieb bei der Minderung von 61,20 Euro.

Nicht geprüft wurde, ob der Reise­ver­an­stalter zum Austausch der Airline berechtigt war. Das Gericht verwies dennoch auf einen Hinweis in der Buchungs­be­stä­tigung. Dort war vermerkt, dass die Flugde­tails unver­bindlich seien.

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