Lüften im Winter: Diese Pflichten haben Mieter. Eine Person greift den Hebel eines Fensters. SENTELLO, Fotolia

30. November 2016, 10:12 Uhr

Schim­mel­bil­dung vermeiden Lüften im Winter: Diese Pflichten haben Mieter

Das Lüften im Winter ist durch die kalten Temperaturen deutlich unangenehmer als im Sommer, wenn die Fenster problemlos mehrmals am Tag für längere Zeiträume geöffnet werden können. In der kalten Jahreszeit ist deshalb auch die Schimmelgefahr besonders hoch. Doch was kann der Vermieter von einem Mieter in puncto Lüften im Winter verlangen, damit kein Schimmel entsteht?

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Was dem Mieter zuzumuten ist

Natürlich muss der Mieter pfleglich mit der Wohnung umgehen und dafür sorgen, dass es durch sein Verhalten nicht zu Mängeln kommt. Häufig sorgen aber auch bauliche Gegebenheiten für eine erhöhte Schimmelgefahr und es ist für den Mieter nur mit großem Aufwand möglich, das durch Lüften und Heizen auszugleichen. Gerade für Berufstätige ist es zum Beispiel nicht zumutbar,  alle drei bis vier Stunden zu lüften – das hat das Amtsgericht Bad Homburg entschieden (AZ 2 C 240/10 (23)). Es kann aber laut dem Landgericht Frankfurt durchaus von ihnen verlangt werden, dass sie mehrmals am Tag lüften, zum Beispiel morgens sowie am frühen und späten Abend (AZ 2-17 S 89/11). Gerade bei älteren Gebäuden mit neuen Wärmedämmfenstern ist Schimmelbildung im Winter aber oft nur durch sehr aufwendiges Lüften und vermehrtes Heizen zu vermeiden. Wenn der Vermieter die Entstehung von Schimmel auf das Verhalten des Mieters zurückführt, liegt die Beweislast bei ihm, dass nicht bauliche Mängel dafür verantwortlich sind.

Advocard-WohnungsrechtsschutzDarauf sollten Sie beim Lüften im Winter achten

Trotzdem sollten Mieter sich auch in ihrem eigenen Interesse bemühen, Schimmel vorzubeugen. So lässt sich nicht nur Ärger mit dem Vermieter vermeiden, sondern auch das Gesundheitsrisiko gering halten. Beim Lüften im Winter ist es empfehlenswert, mehrmals für wenige Minuten die Fenster weit zu öffnen. Idealerweise sollten Sie stoßlüften, also gegenüberliegende Fenster öffnen, um einen Durchzug entstehen zu lassen. Dagegen ist es besonders bei kalten Temperaturen nicht sinnvoll, die Fenster über längere Zeit gekippt zu lassen. Dadurch wird die Luft nur langsam ausgetauscht und die Räume kühlen aus, was wiederum die Heizkosten in die Höhe treibt.

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