Wäsche trocknen in der Wohnung ist erlaubt photophonie, Fotolia

Gut geschleudert ist halb gewonnen Wäsche trocknen in der Wohnung: Ist das erlaubt?

12.10.2017

Viele Mieter trocknen Ihre Wäsche gern in der Wohnung. Vermieter hingegen fürchten oft Schim­mel­bildung durch Feuch­tigkeit. Aus diesen wider­strei­tenden Inter­essen ergeben sich für Sie als Mieter verschiedene Rechte und Pflichten.

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Wäsche in der Wohnung zu trocknen, ist erlaubt

Das Trocknen von Wäsche gehört zum normalen und vertrags­ge­mäßen Gebrauch einer Mietwohnung. Von daher darf der Vermieter keine Klauseln in den Mietvertrag einbauen, die Ihnen verbieten würden, Ihre Wäsche in der Wohnung zu trocknen – insbe­sondere dann, wenn Sie keinen Trockenraum oder andere Möglich­keiten zur Verfügung haben (Landge­richt Frankfurt, AZ 2/​13 O 474/​89). Bevorzugt sollten Sie hierzu das Badezimmer verwenden, da dieser Raum für Feuch­tigkeit konstruiert ist. Das Landge­richt Düsseldorf ging sogar so weit, zu sagen, dass Mieter ihre Wäsche auch dann in der Wohnung trocknen dürfen, wenn ein Trockenraum zur Verfügung steht, solange sich das Trocken­auf­kommen im üblichen Rahmen bewegt (AZ 21 T 38/​08). Übrigens: Auch auf dem Balkon dürfen Sie Ihre Wäsche jederzeit aufhängen, solange Ihre Nachbarn dadurch nicht belästigt werden – etwa durch herun­ter­trop­fendes Wasser.

Bei Schim­mel­bildung haftet der Mieter

Als Mieter haben Sie gewisse Sorgfalts­pflichten im Umgang mit dem Mietobjekt. Wenn Sie also Ihre Wäsche in der Wohnung trocknen wollen, müssen Sie dafür sorgen, dass dadurch keine Schäden entstehen. In feuchten, schlecht belüf­teten Räumen kommt es schnell zu Schim­mel­bildung – das stört nicht nur den Vermieter, sondern kann auch Ihre Gesundheit beein­träch­tigen.

Achten Sie deshalb darauf, ausrei­chend zu heizen und großzügig zu lüften, wenn Sie die Wäsche in der Wohnung trocknen lassen. Außerdem sollte die Wäsche in der Maschine gut geschleudert werden, sodass möglichst wenig Restfeuch­tigkeit in den Fasern hängt. Kann der Vermieter nachweisen, dass es durch Nachläs­sigkeit Ihrer­seits zu Schim­mel­bildung gekommen ist, kann er Sie dafür abmahnen oder Ihnen die Wäsche­trocknung in der Wohnung unter­sagen – allein die Befürchtung, dass es zu Schäden kommen könnte, reicht dafür aber nicht aus. (Amtsge­richt Düsseldorf, AZ 53 C 1736/​08).

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