Berech­tig­tes Interesse? nmann77, Fotolia

29. Juni 2015, 15:56 Uhr

Berech­tig­tes Interesse? Eigen­be­darfs­kün­di­gung: Dann ist sie erlaubt

Eine Eigenbedarfskündigung wird häufig von einem Schock beim Mieter begleitet. Kündigt der Vermieter das bestehende Mietverhältnis aufgrund von Eigenbedarf, ist Streit oft vorprogrammiert. Für Sie als Mieter ist wichtig zu wissen, wann eine Kündigung wegen Eigenbedarf legitim ist und wann nicht. Sollte es zu einem Rechtsstreit kommen, ist ein Wohnungs-Rechtsschutz ratsam.

Ärger mit Ihrem Vermieter? Schützen Sie sich. >>

Eigen­be­darfs­kün­di­gung: BGB for­mu­liert gesetz­li­che Grundlage

Die Eigenbedarfskündigung macht heute den größten Teil aller Vermieterkündigungen aus. Damit diese jedoch rechtens ist, benötigt der Vermieter triftige Gründe, um das Mietverhältnis wirksam zu beenden. Eine Eigenbedarfskündigung ist vom Gesetzgeber im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt – allerdings nur mit einem Satz.

Gemäß § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB liegen triftige Gründe, beziehungsweise liegt ein berechtigtes Interesse des Vermieters an der Beendigung des Mietverhältnisses vor, wenn "der Vermieter die Räume als Wohnung für sich, seine Familienangehörigen oder Angehörige seines Haushalts benötigt."

Wer genau sind Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge und Ange­hö­ri­ge des Haushalts?

Möchte der Vermieter selbst in die Wohnung einziehen, birgt dies weniger Konfliktpotenzial als der Grund, dass Familienangehörige oder Angehörige des Haushalts einziehen sollen. Als Letztere gelten zum Beispiel Pflegekinder oder Hausangestellte des Vermieters sowie deren Lebensgefährten oder Kinder. Familienangehörige können neben Kindern, Geschwistern, Eltern oder Großeltern auch weiter entfernte Verwandte wie etwa Neffen und Nichten, Onkel oder Cousinen sein. Aber auch Lebenspartner können gemeint sein. Dann allerdings kann ein sogenannter Nachweis zur besonderen Bindung an den Vermieter nötig werden, damit die Eigenbedarfskündigung rechtsgültig wird.

Wenn Sie an der Rechtsgültigkeit einer Eigenbedarfskündigung zweifeln, sollten Sie sich bei einem Experten informieren und Ihren Vermieter darauf ansprechen. Da eine Kündigung wegen Eigenbedarf nicht immer auf den ersten Blick eindeutig bewertet werden kann, sollten Sie die Wohnung nicht vorschnell räumen. In jedem Fall ist ein Rechtsschutz empfehlenswert. Weitere Informationen finden Sie auch hier: "Kündigung wegen Eigenbedarf: Rechte von Vermietern gestärkt".

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.