Nur in Aus­nah­me­fäl­len gibt es Son­der­re­ge­lun­gen für die Kün­di­gungs­frist der Kran­ken­kas­se Stock­fo­tos-MG, Fotolia

1. Juni 2017, 10:16 Uhr

Kran­ken­kas­se recht­zei­tig kündigen Kran­ken­kas­se: Kündigung muss frist­ge­recht sein

In Deutschland ist die Mitgliedschaft in einer Krankenkasse Pflicht. Eine Kündigung ist nur möglich, wenn nahtlos eine andere Kasse die Versicherung übernimmt. Außerdem müssen dabei strenge Fristen beachtet werden.

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Reguläre Kündigung der Kran­ken­kas­se

Sie können den Vertrag mit Ihrer Krankenkasse jederzeit ordentlich kündigen, wenn Sie bereits seit mindestens 18 Monaten dort Mitglied sind. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate und bezieht sich immer auf den letzten Tag des Monats. An einem konkreten Beispiel erklärt heißt das: Wenn Sie zum 1. Oktober die Krankenkasse wechseln möchten, muss die Kündigung bei Ihrer alten Versicherung bis spätestens 31. Juli dort eingegangen sein.

Son­der­kün­di­gung hat andere Kün­di­gungs­fris­ten

Es gibt drei Fälle, in denen Sie ein sogenanntes Sonderkündigungsrecht haben:

  • ein Zusatz­bei­trag wird ein­ge­führt oder erhöht
  • Prämien werden gestri­chen oder gekürzt
  • Abmeldung von der Kran­ken­kas­se aufgrund von Aus­lands­auf­ent­halt

Die Veränderung von Prämien oder Zusatzbeiträgen zu Ihren Ungunsten muss die Krankenkasse spätestens am letzten Tag des Vormonats ankündigen. Sie müssen Ihre Kündigung spätestens innerhalb des Monats einreichen, in dem die Veränderung zum ersten Mal wirksam wird.

Rechtsschutz

Im Anschluss daran wird die Kündigung nach zwei Monaten wirksam, wie oben beschrieben. Sie sind verpflichtet, während dieser zwei Monate gegebenenfalls auch den erhöhten Zusatzbeitrag bezahlen. Bei einer Sonderkündigung ist nicht relevant, wie lange Sie bereits Mitglied der Krankenkasse sind.

Spe­zi­al­fall Wahltarif: Kün­di­gungs­frist bis zu drei Jahren

Wenn Sie in einem Wahltarif versichert sind, ist es möglich, dass vertraglich eine andere Kündigungsfrist festgelegt ist. Mitunter sind Sie innerhalb eines solchen Tarifs bis zu drei Jahre an Ihre Kasse gebunden. Wenn Sie im Wahltarif "Krankengeld für Selbstständige" sind, können Sie zum Beispiel auch bei veränderten Prämien oder Zusatzbeiträgen nicht außerordentlich kündigen.

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