Achtung bei Ver­trags­kün­di­gun­gen Wolfilser, Fotolia

12. November 2014, 17:07 Uhr

Achtung bei Ver­trags­kün­di­gun­gen Vertrag kündigen von Fit­ness­stu­dio & Co. – aber richtig

Im Laufe eines Lebens schließen wir eine Vielzahl von Verträgen: die Mitgliedschaft im Fitnessstudio, der Handyvertrag. Aber was passiert, wenn wir aufgrund eines Umzuges einen Vertrag kündigen müssen, da der Besuch im bisherigen Sportstudio unmöglich wird oder der Handyempfang plötzlich ständig gestört ist?

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Bei der Kündigung eines Vertragsverhältnisses sollten Sie auf einige Dinge achten. Besonders wichtig ist es, die Kündigungsfrist zu wahren.

Als Kündigung wird im juristischen Sinne die einseitige Beendigung eines dauerhaft laufenden Vertragsverhältnisses bezeichnet. Man unterscheidet zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen Kündigung.

Möchten Sie zum Beispiel einen Vertrag kündigen und halten sich dafür an die vereinbarte Kündigungsfrist, wird diese Form als ordentliche Kündigung bezeichnet. In der Regel sind die geltenden Fristen in den Vertragsunterlagen bzw. Allgemeinen Geschäftsbedingungen formuliert und dürfen einen Zeitraum von drei Monaten nicht überschreiten. Die Angabe von Gründen ist bei einer ordentlichen Kündigung nicht erforderlich.

Als außerordentliche bzw. fristlose Kündigung wird die Beendigung eines Vertragsverhältnisses aus einem wichtigen Grund ohne Einhaltung einer vertraglich vereinbarten oder gesetzlich vorgeschriebenen Frist verstanden.

Demnach ist es in gewissen Fällen selbst dann möglich, den Vertrag zu kündigen, wenn dieser eine Mindestlaufzeit hat. Ein wichtiger Grund liegt beispielsweise bei Eintritt von bestimmten unvorhersehbaren Lebensumständen vor oder wenn die Fortsetzung des Vertrages unzumutbar ist. Es empfiehlt sich, die Gründe zu nennen, da der Vertragspartner diese unter Umständen schriftlich einfordern kann.

Unabhängig von der Art der Kündigung müssen für ihre Wirksamkeit bestimmte Regeln eingehalten werden, damit es auch rechtswirksam ist den Vertrag zu kündigen.

Um den Zugang der Kündigung beim Vertragspartner beweisen zu können, empfiehlt es sich, die Kündigung entweder persönlich abzugeben und den Empfang bestätigen zu lassen. Alternativ kann die Kündigung auch per Post mit Einschreiben / Rückschein versandt werden. Auch hier sollte eine Kündigungsbestätigung angefordert werden. Kommt es hier zu Problemen, kann eine Privat-Rechtsschutzversicherung helfen.

Vertrag kündigen: Wann darf außer­or­dent­lich gekündigt werden?

Am Beispiel der Telekommunikation und der Kündigung eines Fitnessstudios soll nachfolgend verdeutlicht werden, wann eine außerordentliche Kündigung rechtswirksam wird.

Erbringen Telefondienstleister etwa eine in einem Handyvertrag vereinbarte Leistung nicht, steht Verbrauchern im Regelfall zu, ihren Vertrag zu kündigen, auch außerordentlich. Auch wenn der Mobilfunkanbieter wiederholt falsch abrechnet, kann das ein wichtiger Grund zur fristlosen Kündigung sein.

Bedenken Sie, dass es aufgrund eines anstehenden Umzugs nicht zulässig ist, den Vertrag zu kündigen. Auch dann nicht, wenn sich der Empfang durch die Netzabdeckung vor Ort verschlechtert.

Soweit der Anbieter seine Dienstleistung auch am neuen Wohnort anbietet, muss der Vertrag mit umziehen – egal ob Festnetz-, Handy- oder Internetvertrag. Sind die Leistungen des Telefonanbieters am neuen Wohnort nicht verfügbar, besteht in der Regel ein Sonderkündigungsrecht von drei Monaten. Sollte der Vertrag eine kürzere Frist zur Beendigung des Vertragsverhältnisses vorsehen, gilt der jeweils vereinbarte Zeitraum.

Advocard-PrivatrechtsschutzGleiches gilt auch für den Sportstudio-Vertrag nach einem Wohnungswechsel. Wenn Sie einen Vertrag fristlos kündigen, ist dies nur dann gerechtfertigt, wenn der Trainingsort weit entfernt liegt und nur noch schwer zu erreichen ist.

Ein weiterer Grund kann ein schwerer Unfall oder eine dauerhafte Erkrankung sein. Dies muss aber durch ein ärztliches Attest belegt werden. Eine außerordentliche Kündigung ist hingegen nicht zulässig, wenn eine Erkrankung bei Vertragsabschluss bereits bekannt war.

Darüber hinaus können Sie den Vertrag kündigen, wenn die Leistungen von vertraglichen Vereinbarungen abweichen und etwa die Sauna dauerhaft nicht nutzbar ist. Allein ein Inhaberwechsel berechtigt nicht zur fristlosen Kündigung.

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