Verhinderungspflege sichert, dass der Pflegebedürftige jederzeit zu Hause weiter versorgt werden kann luckybusiness, Fotolia

Entlastung von Pflegenden Verhin­de­rungs­pflege: Antrag und Wissens­wertes für Angehörige

Verhin­de­rungs­pflege bietet für pflegende Angehörige die Möglichkeit, sich eine Auszeit zu nehmen. Auch bei spontanen Ausfällen der Pflege­person, zum Beispiel durch Krankheit, ist der Pflege­be­dürftige durch die Verhin­de­rungs­pflege abgesi­chert und kann weiter zu Hause versorgt werden. Diese Unter­stützung ist stunden­weise oder über längere Zeit möglich, maximal aber für 42 Tage im Jahr.

Gut abgesi­chert in allen Lebens­lagen. >>

Wer hat Anspruch auf Verhin­de­rungs­pflege?

Verhin­de­rungs­pflege können Sie beantragen, wenn Sie Ihren Angehö­rigen bereits mindestens sechs Monate zu Hause gepflegt haben und er oder sie mindestens Pflegegrad 2 hat. Die recht­liche Grundlage ist § 39 Sozial­ge­setzbuch Elftes Buch (SGB XI) – häusliche Pflege bei Verhin­derung der Pflege­person.

Welche Leistungen umfasst die Verhin­de­rungs­pflege?

Die sonst von den Angehö­rigen ausge­führte Grund­pflege und hauswirt­schaft­liche Versorgung sind durch die Verhin­de­rungs­pflege abgedeckt und werden von der Pflege­kasse bezahlt. Eine Behand­lungs­pflege hingegen fällt in die Zustän­digkeit der Kranken­kasse, muss ärztlich verordnet und von einer exami­nierten Pflege­kraft ausge­führt werden.

Die Verhin­de­rungs­pflege kann bis zu 42 Tage im Jahr, also sechs Wochen, gewährt werden. Das Budget dafür beträgt maximal 1.612 Euro. Sie können zusätzlich 50 Prozent des ungenutzten Kontin­gents für Kurzzeit­pflege innerhalb eines Kalen­der­jahres für die Verhin­de­rungs­pflege aufwenden und so auf einen Betrag von bis zu 2.418 Euro kommen.

Wer kann für die Pflege einspringen?

Pflegende Angehörige, die bis zum zweiten Grad mit dem Pflege­be­dürf­tigen verwandt oder verschwägert sind, sowie im Haushalt lebende Personen erhalten keine Leistungen der Verhin­de­rungs­pflege. Weiter entfernte oder nicht verwandte Personen erhalten pauschal den 1,5-fachen Satz des Pflege­geldes. Profes­sio­nelle Pflege­dienste werden stunden­weise abgerechnet.

RechtsschutzWie muss der Antrag auf Verhin­de­rungs­pflege gestellt werden?

Den sogenannten "Antrag auf Leistungen der Pflege­kasse bei Verhin­derung der Pflege­person" stellen Sie bei der Pflege­kasse.
Da pflegende Angehörige manchmal sehr spontan ausfallen, können Sie den Antrag auf Verhin­de­rungs­pflege auch rückwirkend stellen. Erst nach vier Jahren ist Ihr Anspruch verjährt (§ 45 SGB I). Formulare für den Antrag und die Kosten­ab­rechnung erhalten Sie bei der Pflege­kasse oder Pflege­ver­si­cherung. Reichen Sie alle Rechnungen ein, die in mit der Verhin­de­rungs­pflege in Zusam­menhang stehen, auch Fahrt­kosten oder Verdienst­aus­fälle.

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