Umbettung von Ver­stor­be­nen: Wann sie möglich ist. Eine große gemauerte Grab­stel­le. Jam­roo­fer­pix, Fotolia

9. Dezember 2016, 8:54 Uhr

Verlegung des Grabes Umbettung von Ver­stor­be­nen: Wann sie möglich ist

Eine Umbettung bedeutet, dass ein Grab an einen anderen Ort verlegt wird. Oft geschieht das aus Gründen der Totenfürsorge, damit sich die Familie auch nach einem Umzug weiterhin um das Grab kümmern kann. Weil aber auch die Totenruhe geschützt werden soll, ist eine Umbettung nur in Ausnahmefällen möglich.

Auch in einer schwierigen Lebensphase können Sie sich auf unseren Rechtsschutz verlassen. >>

Antrag auf Umbettung bei Friedhof und Gesund­heits­amt

Die Gründe, warum Verstorbene umgebettet werden sollen, sind meist familiärer Natur. So ist es zum Beispiel möglich, dass mehrere Personen gemeinsam in einem Familiengrab bestattet werden sollen. Oder die Hinterbliebenen ziehen weit weg und möchten weiterhin die Möglichkeit haben, das Grab zu besuchen und es zu pflegen. Generell muss die Umbettung bei der Friedhofsverwaltung und beim zuständigen Gesundheitsamt beantragt werden. Wer die Umbettung wünscht, muss auch die Kosten dafür übernehmen.

Unter Umständen können Verstorbene aber auch auf Anordnung des Friedhofs umgebettet werden. Das kann zum Beispiel aufgrund einer Veränderung der Bodenbeschaffenheit nötig werden. In diesem Fall trägt die Friedhofsverwaltung die anfallenden Kosten.

RechtsschutzFamiliäre Gründe werden gegen Totenruhe abgewogen

Eine Umbettung wird nur in Ausnahmefällen genehmigt, da sie in Konflikt mit der Totenruhe steht. Ein möglicher Grund für eine Genehmigung kann sein, dass der Verstorbene bereits zu Lebzeiten erklärt hat, dass er eine spätere Umbettung wünscht oder mit ihr einverstanden wäre. In besonderen Fällen kann die Verlegung des Grabes während der Ruhezeit auch dann genehmigt werden, wenn die Totenfürsorge andernfalls für die Hinterbliebenen nicht mehr oder kaum noch möglich wäre. Im Fall der Tochter einer Verstorbenen, die wegen des Umzugs in einen 270 Kilometer entfernten Ort eine Umbettung beantragte, lehnte die Friedhofsverwaltung diese ab. Das Verwaltungsgericht Ansbach bestätigte diese Entscheidung mit seinem Urteil (AZ AN 4 K 16.00882) und sah die Wünsche der Tochter gegenüber der Totenruhe nicht als ausreichend an. Die Entfernung sei bei Grabbesuchen noch zu bewältigen, und die Pflege könne auch von einem Dienstleister übernommen werden, so das Gericht.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.