Inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on Menschen unter­schied­li­cher Herkunft Andrey Popov , Fotolia

27. November 2015, 17:09 Uhr

Völ­ker­ver­stän­di­gung Inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on: Ver­stän­di­gung ohne Streit

In Zeiten der Globalisierung wächst die Welt schneller und enger zusammen – die interkulturelle Kommunikation und Völkerverständigung hat sich dabei aber nicht zwingend vereinfacht. Immer wieder, wenn Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen aufeinander treffen, sind Fettnäpfchen nicht weit. Hinzu kommt, dass Stereotypen und negativ behaftete Vorurteile zu Missverständnissen führen können. Es ist also ratsam, sich vorher gut vorzubereiten – egal, ob Urlaub oder Geschäftsreise.

Benimm­re­geln erleich­tern die inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on

Wer auf Reisen ist, der möchte nicht unhöflich auftreten und einen Streit vom Zaun brechen. Interkulturelle Kommunikation bedeutet nicht nur, in der Landessprache „Hallo“ und „Danke“ zu sagen. Um Streit zu vermeiden, gilt für das Ausland das gleiche wie für die Heimat: Ein respektvoller Umgang miteinander ist das A und O. Sie sollten die Gepflogenheiten des Reiselandes kennen, sonst kann schon ein simples Essen schnell in Streit ausarten. Das fängt schon bei Kleinigkeiten wie Tischmanieren an. In Italien ist es beispielsweise verpönt, beim Essen die Spaghetti klein zu schneiden – zumindest als Erwachsener. Klingt banal? Kann die Stimmung auf Reisen aber ganz schön beeinflussen.

Wissen, was nett ist, erleich­tert die inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on

Manchmal möchten wir etwas Nettes tun – die Bedeutung der Geste kann im Reiseland aber eine völlig andere sein. Wer zum Beispiel seinem russischen Gastgeber ein Geschenk mitbringen möchte, sollte keine gerade Anzahl gelber Blumen verschenken. Denn in Russland wird eine gerade Anzahl von Blumen nur im Trauerfall verschenkt und gelbe Blumen symbolisieren Eifersucht. Ähnlich ist es in Thailand: Wer dem Kind seines Gastgebers freundlich über den Kopf streichelt, verstößt gegen ein gesellschaftliches Tabu. Den Kopf eines anderen Menschen zu berühren, ist keinesfalls eine freundschaftliche Geste, sondern eine Respektlosigkeit. Nach thailändischem Verständnis ist der Kopf der Sitz des „Selbst“ – und ist unantastbar.

Gerade bei Geschäftsreisen sind es oft die kleinen Nuancen der Kommunikation sowie nationale Sitten, die darüber entscheiden, ob ein Deal zustande kommt. Wer in Deutschland geschickt verhandelt, muss in anderen Ländern noch lange nicht erfolgreich sein. Ungewohnte Verhandlungstaktiken erschweren beispielsweise die interkulturelle Kommunikation, sind aber im jeweiligen Kulturkreis völlig normal. So kann es während Geschäftsverhandlungen in Korea Wutausbrüche regnen und sogar Drohungen geben, die Verhandlungen abzubrechen – alles nur eine Verzögerungstaktik, um bessere Konditionen auszuhandeln. Wenn der asiatische Geschäftspartner dann Ja sagt und nickt, bedeutet das unter Umständen allerdings nur ein Vielleicht. Vielleicht wiederum bedeutet oft Nein – ein klares Nein hingegen kommt den koreanischen Business-Partnern nur selten über die Lippen. Ganz anders als in Deutschland. Kein Wunder also, dass interkulturelle Kommunikation großes Konfliktpotenzial bietet.

Inter­kul­tu­rel­le Kompetenz ist die Basis guter Ver­stän­di­gung

Eine Grundvoraussetzung für eine funktionierende Kommunikation zwischen den Kulturen ist die sogenannte interkulturelle Kompetenz. Diese bezeichnet vereinfacht gesagt die Fähigkeit, sich in andere Menschen und Kulturen hineinzudenken, losgelöst von Stereotypen und Vorurteilen. Sowohl die Kompetenz als auch die interkulturelle Kommunikation kann erlernt werden. Ein gutes Beispiel: die Arbeitswelt. Viele deutsche Unternehmen haben ebenfalls Standorte im Ausland. Sie unterhalten Geschäftsbeziehungen zu Partnern auf der ganzen Welt und auch innerhalb des Büros arbeiten Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen. Diese Unternehmen haben sich mittlerweile Kultur-Trainings und Coachings auf die Fahne geschrieben, um ihre Mitarbeiter auf das Leben in einem anderen Kulturkreis vorzubereiten. Lernbereitschaft und eine offene Haltung gegenüber Neuem und anderen kulturellen Eigenheiten sind dabei essentiell.

Inter­kul­tu­rel­le Kom­mu­ni­ka­ti­on: sich respek­tie­ren, aber nicht ver­stel­len

Die Reaktionen auf falsches Verhalten sind übrigens in den meisten Ländern gleich: Die Menschen geben sich reserviert bis unnahbar, geben keine Auskunft auf Fragen, die Hilfsbereitschaft sinkt – genau wie bei uns. Fazit: Wer sich gut auf sein Reiseland vorbereitet, kann solchen Konflikten entgehen. Ignoranz gegenüber den kulturellen Eigenheiten ist dabei aber ebenso fehl am Platz wie übereifriges Anpassen.

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