Frau mit Son­nen­bril­le und medi­zi­ni­scher Maske sitzt am Strand © iStock / Fever­pit­ched

10. September 2021, 10:00 Uhr

So geht’s richtig Urlaub planen in Zeiten von Corona: Was ist 2021 noch möglich?

Wer für das laufende Jahr noch kurz entschlossen einen Urlaub planen möchte, sieht sich angesichts der Pandemie weiterhin einigen Risiken gegenüber. Worauf du achten solltest, wenn du für die kommenden Monate eine Reise buchen möchtest, erfährst du hier.Alle Informationen zu der privaten Rechtsschutzversicherung von ADVOCARD

Auf Reisen jederzeit gut abgesichert >>

Erst aktuell infor­mie­ren, dann buchen

Derzeit sind touristische Reisen überall innerhalb Deutschlands möglich. Auch ins Ausland kann man reisen – allerdings listet das Robert-Koch-Institut aktuell viele Länder und Regionen als Hochrisikogebiete (Stand: 10. September 2021). Vorhersagen für die kommenden Wochen und Monate sind daher weiterhin schwierig, denn eine Einstufung als Risikogebiet ist sehr kurzfristig möglich.

Wenn du für 2021 noch Urlaub planen und buchen möchtest, solltest du deshalb die Lage an deinem Reiseziel permanent beobachten.

  • Wichtige Infor­ma­ti­ons­quel­len für inter­na­tio­na­le Reisen: die Inter­net­sei­te „Sicher reisen“ des Aus­wär­ti­gen Amtes sowie die Tou­ris­mus­por­ta­le der Länder. Dort erfährst du, ob und unter welchen Bedin­gun­gen eine Einreise zurzeit möglich ist.
  • Möchtest du inner­deut­sche Ziele besuchen, solltest du die Online-Rei­se­h­in­wei­se des jewei­li­gen Bun­des­lan­des beachten.

Vorhersagen für die Reisesaison 2022 sind derzeit natürlich ebenfalls noch nicht möglich. Auch hier gilt immer: Wer lange im Voraus bucht, geht ein gewisses Risiko ein, dass die Reise vielleicht doch wegen Corona ausfallen muss. Umso wichtiger ist es, sich abzusichern.

Vor jeder Buchung: Stor­nie­rungs­be­din­gun­gen genau durch­le­sen

Viele Reiseanbieter locken mit hohen Rabatten, um trotz der unsicheren Zeiten möglichst viele Reisen zu verkaufen. Als Kunde solltest du dir trotz vermeintlich unschlagbarer Preise aber immer das Kleingedruckte im Reisevertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters durchlesen. Achte vor allem darauf, bis zu welchem Zeitpunkt und unter welchen Bedingungen du deine Buchung kostenlos stornieren kannst. Denn: Muss dein Urlaub schließlich doch wegen der anhaltenden Pandemie ausfallen, dann sollte dafür gesorgt sein, dass du nicht auf allzu hohen Kosten sitzen bleibst.

Individualreisende sollten versuchen, sich mit ihrem Vertragspartner, also zum Beispiel dem Vermieter ihrer Ferienwohnung, auf für sie günstige Sonderregelungen bei einer Stornierung oder Umbuchung zu einigen. Wichtig dabei: Alles schriftlich festhalten.

Pauschalreisende sind normalerweise rechtlich relativ gut abgesichert, was ihre Stornierungsmöglichkeiten angeht. Wurde kurz vor Beginn der Reise eine Reisewarnung für das Urlaubsgebiet ausgesprochen, können sie in der Regel kostenlos von der Reise zurücktreten. Je länger aber die Pandemie andauert, desto eher könnte es sein, dass die Reisewarnung wegen Corona nicht mehr als “außergewöhnlicher Umstand” angesehen wird, der zur kostenlosen Stornierung berechtigt. Möglicherweise muss dies im Einzelfall ein Gericht entscheiden.

Auch als Pauschaltourist solltest du daher darauf achten, welche Stornobedingungen der Reiseveranstalter vorgibt.

Bestand die Reisewarnung nachweislich schon zum Zeitpunkt der Buchung und du entscheidest dich später doch gegen die Reise, könntest du auf den Stornokosten sitzen bleiben. Denn in diesem Fall bist du das Risiko bewusst eingegangen.

Person packt Urlaubskoffer, u.a. mit medizinischen Masken und Desinfektionsmittel.

© istock.com/martin-dm

Sommer- oder Herbst­ur­laub 2021 in Deutsch­land: Was ist möglich?

In Deutschland verantworten und bestimmen grundsätzlich die Bundesländer die Corona-Regeln. Sie legen fest, ob und wo du derzeit deinen Urlaub zwischen norddeutscher Küste und den Bergen im Süden der Republik verbringen kannst und welche Schutzregeln dabei gelten.

Maßgeblich ist dabei nicht mehr allein die örtliche Inzidenz der Neuinfektionen, sondern als neuer wesentlicher Faktor die Hospitalisierungsrate. Sie wird durch die Inzidenz, die Anzahl der Geimpften pro Region und weitere Daten ergänzt. Auf dieser Grundlage entscheiden die Bundesländer, wo Urlaub möglich ist.

Du möchtest innerhalb der nächsten Wochen noch verreisen? Dann solltest du dich zu den Reisemöglichkeiten gezielt am Urlaubsort informieren. Rechne aber damit, dass die örtlichen Vermieter und Tourismusbüros keine langfristigen Vorhersagen machen können, denn sie müssen sich an den jeweils gültigen Landesverordnungen orientieren, die regelmäßig aktualisiert werden.

Wichtig: Urlauber sollten sich darauf einstellen, dass weiterhin eine Test- und Maskenpflicht in vielen innerdeutschen Urlaubsgebieten gelten kann.

INFO

Reisen in Corona-Zeiten: Was muss mit ins Gepäck?

  • Masken: Wer 2021 verreist – ob innerhalb Deutsch­lands oder ins Ausland –, sollte auf jeden Fall aus­rei­chend medi­zi­ni­sche Masken im Gepäck haben, denn ein gene­rel­les Ende des Mas­ken­pflicht ist noch nicht in Sicht.
  • wenn vorhanden: Impf­nach­weis (gelbes Impfheft oder digitaler Nachweis) bezie­hungs­wei­se Nachweis, von einer Covid-19-Erkran­kung genesen zu sein. Für Geimpfte und Genesene entfällt in vielen Fällen die Test­pflicht.
  • Corona-Schnell­tests werden innerhalb Deutsch­lands in der Regel dort, wo sie für den Auf­ent­halt erfor­der­lich sind, in Test­zen­tren angeboten – Selbst­tests ein­zu­pa­cken, ist daher nicht notwendig. Diese werden in der Regel auch nicht als Test­nach­weis akzep­tiert. Im Ausland können andere Regeln gelten.

Urlaub 2021: Welche Rei­se­be­schrän­kun­gen gelten fürs Ausland?

Das Auswärtige Amt warnt vor “nicht notwendigen, touristischen Reisen” in Länder, die als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiete eingestuft sind. Eine tagesgenaue Übersicht bietet das Robert-Koch-Institut (RKI).

Welche rechtlichen Auswirkungen eine Reisewarnung wegen Corona für Urlauber hat, liest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Abgeraten wird daneben von touristischen Reisen in Länder, die zwar nicht als Risikogebiet eingestuft sind, aber in denen es derzeit erhebliche Einschränkungen bei der Ein- und Rückreise sowie in der Bewegungsfreiheit vor Ort gibt. Außerdem rät das Auswärtige Amt dringend von Kreuzfahrten ab. Ausgenommen davon sind Flusskreuzfahrten innerhalb der EU beziehungsweise dem Schengen-Raum und Schiffsreisen, die in Deutschland beginnen und enden – ohne Anlegen im Ausland.

Zu besonderer Vorsicht rät das Auswärtige Amt darüber hinaus in vielen anderen Reiseländern.

Wer eine Reise innerhalb der EU plant, sollte die Internetseite “Re-open EU” der Europäischen Union im Auge behalten. Dort findest du Infos über Infektionszahlen in den einzelnen EU-Ländern und erfährst zum Beispiel, ob Reisen dorthin aktuell möglich sind und welche Bedingungen dabei gelten.

Weil sich die Situation so schnell ändern kann, solltest du bei Reiseplänen außerdem:

Bei der Wiedereinreise nach Deutschland ist grundsätzlich ein negativer Corona-Testnachweis verpflichtend – egal mit welchem Verkehrsmittel und egal, ob man aus einem Risikogebiet einreist oder nicht. Ausgenommen sind (außer bei der Einreise aus Virusvariantengebieten) nachweislich Geimpfte und Genesene. Vor allem Flug- und Bahnreisende müssen sich auf Kontrollen einstellen, eine Rückreise per Flugzeug ohne negativen Test ist quasi ausgeschlossen. Autofahrer werden im Bereich der Landesgrenzen stichprobenartig kontrolliert.

Für die Einreise nach Deutschland aus Risikogebieten gelten besondere Vorschriften.

Wichtig: Du solltest mit deinem Reiseveranstalter im Vorfeld klären, welche Regelungen für den Fall gelten, dass du vor der Rückreise positiv getestet wirst.

Gut zu wissen: Die Coronavirus-Einreiseverordnung, die all diese Bestimmungen enthält, ist in ihrer aktuellen Version befristet bis zum Jahresende 2021. Bis dahin ist also nicht davon auszugehen, dass die Einreiseregeln wieder wesentlich gelockert werden.

Person hält Reisepass, Tickets und eine medizinische Maske in der Hand.

© istock.com/PeopleImages

Urlaub 2021 planen für Fern­rei­sen

Die Mitgliedstaaten der EU halten sich bei ihrer Öffnung für Touristen im Großen und Ganzen an eine gemeinsame Leitlinie. Länder außerhalb der Union hingegen agieren unabhängig voneinander. Welche Maßnahmen sie gegen das Coronavirus ergreifen, hängt vom jeweiligen Infektionsgrad in der Bevölkerung ab.

Wo die Ansteckungswellen abebben, sind Lockerungen möglich. Wo das Coronavirus noch stark wütet, ist mit Verschärfungen zu rechnen. Die lokal unterschiedlichen Stadien der Ausbreitung sowie die jeweiligen Vorgehensweisen gegen die Krankheit erschweren die Urlaubsplanung. Vorhersagen sind daher kaum möglich. Deshalb sei an dieser Stelle erneut auf die „Sicher reisen“-Internetseite des Auswärtigen Amtes hingewiesen.

Corona: Sind Rei­se­rück­tritts­ver­si­che­rung und Aus­lands­rei­se­ver­si­che­rung sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine Reiserücktrittsversicherung sinnvoll, um dich für den Fall einer plötzlichen Erkrankung abzusichern, deretwegen du die Reise nicht antreten kannst. Aber: Viele Versicherungen schließen Krankheiten wie Covid-19, die als Pandemie gelten, dabei ausdrücklich aus. Daher solltest du die Vertragsbedingungen auch hier genau prüfen. Tipp: Überprüfe, ob du auch für den Fall abgesichert bist, dass du kurz vor der geplanten Abreise positiv auf Covid-19 getestet wirst und/oder wegen einer Quarantänemaßnahme nicht verreisen kannst.

Bei einer Reise innerhalb der EU bist du über deine gesetzliche Krankenversicherung am Reiseziel automatisch krankenversichert – allerdings nur über die medizinisch notwendigen Leistungen. Eine zusätzliche Auslandsreisekrankenversicherung kann daher sinnvoll sein. Du solltest prüfen, ob deine Reisekrankenversicherung ...

  • Leis­tun­gen in einem Notfall abdeckt, z. B. Kran­ken­haus­kos­ten oder Ret­tungs­flug,
  • sowie eine mögliche Erkran­kung an Covid-19 im Urlaub und die damit zusam­men­hän­gen­den Leis­tun­gen – oft gilt als Vor­aus­set­zung für den Ver­si­che­rungs­schutz, dass zum Zeitpunkt deiner Reise keine Rei­se­war­nung für das Urlaubs­ziel bestand.
FAZIT
  • Bei Rei­se­bu­chun­gen für das restliche Jahr 2021 heißt es derzeit: Auch wenn hohe Rabatte locken – die Stor­nie­rungs­be­din­gun­gen müssen stimmen. Denn die Ent­wick­lung der Corona-Pandemie kann niemand zuver­läs­sig vor­aus­se­hen.
  • Wer trotz bestehen­der Rei­se­war­nung bucht, geht ein Risiko ein und riskiert auf etwaigen Stor­no­kos­ten sit­zen­zu­blei­ben.
  • Den Urlaub 2021 zu planen, setzt daher aktuelles Wissen über die jewei­li­gen Ein­rei­se­be­stim­mun­gen voraus. Hier sollten sich Rei­se­wil­li­ge immer auf dem Laufenden halten, etwa auf den Inter­net­sei­ten des Aus­wär­ti­gen Amtes.
Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.