Mann foto­gra­fiert eine Delle in seinem Wagen nach Fah­rer­flucht Andrey Popov, Fotolia

17. November 2015, 11:28 Uhr

Nach dem Unfall Fah­rer­flucht: Besteht eine War­te­pflicht nach Unfällen?

Fahrerflucht ist schnell begangen: Einmal beim Ausparken nicht aufgepasst, einen Kratzer bei einem anderen Fahrzeug verursacht und weggefahren – schon hat man sich einer Unfallflucht schuldig gemacht. Lesen Sie, welche Wartepflicht am Unfallort besteht, welche Strafen drohen, wenn man sich unerlaubt von dort entfernt, und wie Sie sich absichern können, wenn Sie doch Fahrerflucht begangen haben.

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Was gilt als Fah­rer­flucht?

Die umgangssprachlichen Begriffe Fahrerflucht und Unfallflucht bedeuten dasselbe und meinen, dass ein Unfallverursacher sich vom Unfallort entfernt, ohne seine Personalien anzugeben. Geregelt ist der Tatbestand in § 142 StGB unter der Bezeichnung  "unerlaubtes Entfernen vom Unfallort". Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um einen schweren Unfall handelt, bei dem Personen verletzt wurden. Auch wenn Sie beim Parken einen anderen Wagen beschädigen, gilt das als Unfall.

Entgegen einer verbreiteten Meinung reicht es nicht aus, nach dem Missgeschick eine Visitenkarte oder einen Zettel mit den eigenen Kontaktdaten an der Windschutzscheibe des Geschädigten zu hinterlassen. Auch das gilt als Unfallflucht. Sie dürfen bei einem Unfall im fließenden Verkehr auch nicht zum nächsten Parkplatz fahren – das stellt ebenfalls ein unerlaubtes Entfernen vom Unfallort dar.

Unbedingt War­te­pflicht beachten

Wenn Sie einen parkenden Wagen beschädigt haben, müssen Sie auf den Geschädigten beziehungsweise auf die Polizei warten. Die Dauer der Wartepflicht ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Ort, Tageszeit und verursachtem Schaden. Deshalb kann sie nicht pauschal angegeben werden, Sie sollten aber mindestens 30 Minuten am Unfallort bleiben. Wenn es Ihnen nicht möglich ist, die Wartepflicht einzuhalten, können Sie gerade bei kleineren Schäden aber auch direkt die Polizei anrufen und den Unfall melden. Danach hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten für den Geschädigten.

Welche Strafe droht bei Unfall­flucht?

Je nach Schwere der Schuld drohen bei Unfallflucht eine hohe Geldstrafe und ein Fahrverbot, möglicherweise wird Ihnen auch die Fahrerlaubnis entzogen und Sie erhalten drei Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg. Im äußersten Fall müssen Sie sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Es handelt sich bei Fahrerflucht also keinesfalls um ein Kavaliersdelikt. Darüber hinaus kommt Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung nicht für den Schaden auf, weil es sich um eine Straftat handelt.

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Einen Anwalt ein­schal­ten

Falls Sie einen Unfall verursacht haben und sich in Panik oder aus Verwirrung unerlaubt vom Unfallort entfernt haben, sollten Sie einen Anwalt einschalten und ohne dessen Rat zunächst keine Angaben gegenüber der Polizei machen. Wenn allerdings nur ein kleiner Schaden entstanden ist und der Unfall nicht im fließenden Verkehr stattgefunden hat, können Sie sich noch innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei melden. Das wirkt sich häufig strafmildernd aus.

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