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22. Februar 2021, 10:00 Uhr

Darf ich eigent­lich? Rei­se­war­nung wegen Corona: Bedeutung und Folgen für Urlauber

Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie gelten aktuell Reisewarnungen des auswärtigen Amtes für zahlreiche Länder. Was eine Reisewarnung für geplante Reisen bedeutet und welche rechtlichen Folgen sie hat, erfährst du hier.

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Rei­se­war­nung: Was bedeutet das?

Eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ist eine gravierende Maßnahme. Lange Zeit wurde sie hauptsächlich für Kriegs- und Krisengebiete ausgesprochen. Im März 2020 sprach das Auswärtige Amt angesichts der rasanten Verbreitung des Coronavirus erstmals eine weltweite Reisewarnung aus.

Die Reisewarnung ist kein Reiseverbot, aber eine dringende offizielle Empfehlung, Urlaubsreisen in das betreffende Gebiet zu unterlassen. Sie soll Urlauber auf “Gefahr für Leib und Leben” am Urlaubsort hinweisen.

Neben einer Infektion mit dem Coronavirus besteht in Risikogebieten auch die Gefahr, am Urlaubsort zu stranden: weil etwa Ländergrenzen geschlossen oder Quarantänemaßnahmen ergriffen werden, oder weil der Flug- und Reiseverkehr eingeschränkt wird.

Übrigens: Für Gebiete innerhalb Deutschlands spricht das Auswärtige Amt grundsätzlich keine Reisewarnungen aus, auch dann nicht, wenn sie als Corona-Risikogebiete gelten. Hier sind die jeweils geltenden örtlichen Corona-Vorschriften zu beachten.

Für welche Länder gelten aktuell Rei­se­war­nun­gen?

Derzeit gelten Reisewarnungen für viele Länder der Erde, teils mit individuellen Hinweisen. Hier geht es zu den Informationen des Auswärtigen Amtes für die einzelnen Länder. Gewarnt wird vor allen „nicht notwendigen, touristischen Reisen“ in Corona-Risikogebiete. Auch wenn du beispielsweise deine dort lebende Familie besuchen möchtest, solltest du überdenken, ob diese Reise zum aktuellen Zeitpunkt wirklich erforderlich ist.

Abgeraten wird daneben von touristischen Reisen in Länder, die zwar nicht als Risikogebiet eingestuft sind, aber in denen es derzeit Einschränkungen bei der Ein- und Rückreise gibt, etwa verpflichtende Quarantänemaßnahmen.

Im Zuge der ersten weltweiten Reisewarnung hatte die Bundesregierung im März 2020 eine kostenintensive Rückholaktion gestartet. Bundesbürger, die wegen gestrichener Flüge plötzlich an ihren Urlaubsorten im Ausland festsaßen, wurden nach Hause geflogen. Das dürfte sich in diesem Ausmaß aber nicht wiederholen: Mittlerweile sollte sich jeder Urlauber der Pandemie-Lage bewusst sein und abschätzen können, welches Risiko er bei einer Reisewarnung wegen Corona eingeht.

Reisewarnung wegen Corona: Bedeutung und Folgen für Urlauber

Recht­li­che Folgen einer Corona-Rei­se­war­nung: Tests, Qua­ran­tä­ne, Ver­si­che­rungs­schutz

Eine Reisewarnung bedeutet, wie oben angesprochen, kein Reiseverbot. Letztlich entscheidet jeder selbst, ob er die Reise antritt. In diesem Fall ist es wichtig, die rechtlichen Folgen zu kennen (Stand: Februar 2021).

Grundsätzlich sollten sich Reisewillige und Urlauber vor und während der Reise laufend über die Situation in ihrem Urlaubsgebiet informieren, um über Reisewarnungen und sonstige Sicherheitshinweise auf dem Laufenden zu sein. Infos gibt es beim Auswärtigen Amt und bei der Europäischen Union (für Ziele innerhalb der EU).

Einreisende aus einem Risikogebiet müssen sich über die Digitale Einreiseanmeldung anmelden und den weiteren Aufforderungen folgen, die üblicherweise einen Corona-Test und einen bestimmten Zeitraum für häusliche Quarantäne beinhalten. Mehr zum Thema Einreise aus Risikogebieten erfährst du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Eine bestehende Reisewarnung kann bedeuten, dass der Schutz durch deine private Auslandsreisekrankenversicherung oder deine Reiserücktrittsversicherung erlischt, wenn du trotzdem verreist. Das solltest du dringend vorher prüfen.

Kann ich bei einer Rei­se­war­nung meinen Urlaub stor­nie­ren?

Eine offizielle Reisewarnung des Auswärtigen Amtes ermöglicht üblicherweise die kostenfreie Stornierung von Pauschalreisen in das betroffene Gebiet. Denn eine solche Warnung wird von Gerichten meist als Hinweis auf das Vorliegen höherer Gewalt (genauer: eines unvermeidbaren, außergewöhnlichen Ereignisses) gewertet. Und das rechtfertigt nach dem Pauschalreiserecht eine gebührenfreie Stornierung.

Hast du also eine Pauschalreise in eine Region gebucht, für die zum Zeitpunkt der Buchung keine Reisewarnung bestand, dann hast du üblicherweise das Recht, die Reise kostenfrei zu stornieren, wenn kurz vor Reiseantritt eine Reisewarnung ausgesprochen wird.

Wichtig: Das gilt nicht unbedingt für Reisen, die du erst in ein paar Wochen oder sogar erst in einigen Monaten antreten wolltest. Denn möglicherweise liegen die außergewöhnlichen Umstände zum Reisezeitpunkt nicht mehr vor. Dann hast du kein kostenloses Stornorecht. Stornierst du trotzdem und zahlst dafür Gebühren, kannst du dir diese zum Zeitpunkt des gebuchten Urlaubs zurückerstatten lassen, wenn die Reisewarnung weiterhin besteht.

Bestand die Reisewarnung bereits bei der Buchung, wird es rechtlich kompliziert, sie dann wiederum als Stornierungsgrund anzugeben. Hier solltest du dich bei Bedarf von einem Anwalt beraten lassen.Reisewarnung wegen Corona: Bedeutung und Folgen für Urlauber

Kann ich eine Indi­vi­du­al­rei­se bei Rei­se­war­nung auch kos­ten­frei stor­nie­ren?

Bei Individualreisen, also zum Beispiel auch Ferienhausbuchungen mit eigener Anreise, berechtigt die Reisewarnung allein in der Regel nicht zur kostenfreien Stornierung. Hier kommt es auf die Bedingungen des Reisevertrages oder die AGB des Anbieters an.

Anders sieht es aus, wenn Leistungen tatsächlich abgesagt werden oder etwa die Unterkunft aufgrund von Einreiseverboten nicht erreichbar ist. Nach deutschem Recht kannst du dann die Kosten für die jeweiligen Einzelleistungen, die du nicht in Anspruch nehmen kannst, zurückfordern.

Achtung: Bei einer Buchung im Ausland direkt bei dem dortigen Anbieter kann ausländisches Recht gelten und es können entsprechend andere Regelungen zur Anwendung kommen.

Mehr zum Thema “Urlaubsbuchung in Zeiten von Corona” liest du in diesem Streitlotse-Ratgeber.

Fazit
  • Aktuell gilt weltweit für viele Corona-Risi­ko­ge­bie­te eine Rei­se­war­nung des Aus­wär­ti­gen Amtes. Diese ist kein Rei­se­ver­bot, aber eine dringende Emp­feh­lung.
  • Wer trotz bestehen­der Rei­se­war­nung in ein Corona-Risi­ko­ge­biet verreist, sollte dringend seinen Ver­si­che­rungs­schutz über­prü­fen und muss sich bei der Rückkehr auf ver­pflich­ten­de Tests und Qua­ran­tä­ne ein­stel­len.
  • Hast du eine Pau­schal­rei­se gebucht und es wird kurz vor Beginn eine Rei­se­war­nung für dein Urlaubs­ge­biet aus­ge­spro­chen, kannst du die Reise in der Regel kos­ten­frei stor­nie­ren.
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