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3. März 2020, 18:29 Uhr

Rechts­la­ge für Urlauber Coro­na­vi­rus: Kostenlos Reise stor­nie­ren oder abbrechen?

Das Coronavirus breitet sich aktuell in vielen Ländern aus. Wer deshalb eine Reise stornieren oder abbrechen will, kann das natürlich tun. Aber kostenlos geht das nicht immer.

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Pau­schal­rei­sen­de haben die besten Karten

Asien, Naher Osten, Europa – in diesen Regionen grassiert das Coronavirus momentan besonders heftig. Verständlich, dass viele Menschen ihre gebuchte Reisen dorthin oder in andere Regionen stornieren wollen. Und wer bereits in stark betroffenen Ländern angekommen ist, möchte vielleicht früher als geplant zurück. Das können Reisende natürlich auf eigene Verantwortung tun – aber teils müssen sie das dann aus eigener Tasche bezahlen.

Grundsätzlich ist eine Stornierung wegen des Coronavirus und ähnlichen Gründen nur für Pauschalurlauber kostenlos. Aber auch das gilt lediglich unter bestimmten Voraussetzungen. Demnach muss am Zielort ein unvermeidbares, außergewöhnliches Ereignis den Aufenthalt stark beeinträchtigen. Ob ein solcher Fall von höherer Gewalt vorliegt, zeigt beispielsweise die Lagebeurteilung des Auswärtigen Amtes. Spricht die Bundesbehörde eine entsprechende Reisewarnung aus, dann erkennen Gerichte diese häufig als Grund für einen Reiseabbruch an. Im Internet findest du eine offizielle Liste mit den aktuellen Reisewarnungen.

Der eigene Eindruck zählt – nicht!

Das Reiserecht erlaubt zwar auch dann eine kostenlose Stornierung, wenn die Folgen öffentlicher Anordnungen (Reiseverbote, Evakuierungen, Quarantäne) oder geschlossene Touristenattraktionen den Urlaub stark stören. Doch Vorsicht: Der eigene Eindruck zählt nicht! Besser fragen Touristen bei ihrem Reiseveranstalter nach – entweder vor der Abreise in Deutschland oder danach auch vor Ort. Unter Umständen räumt er ihnen ein Sonderkündigungs- und/oder Umbuchungsrecht ein. Dann können sie kostenfrei oder für eine vergleichsweise geringe Gebühr ihre Reise stornieren oder abbrechen. Mehr Informationen zum Thema Reiserechtsschutz

Was rund um das Thema Quarantäne zu beachten ist, erfährst du hier. >> 

Indi­vi­du­al­rei­sen­de müssen auf Ent­ge­gen­kom­men hoffen

Wer hingegen auf eigene Faust unterwegs ist, muss fast immer auf Kulanz hoffen, zum Beispiel von der Fluggesellschaft. Denn das Reiserecht sieht für Individualurlauber erst einmal keine kostenlosen Möglichkeiten zu Absage oder Abbruch eines Trips vor. Allerdings bieten einige Fluggesellschaften freiwillig kostenlose Umbuchungen oder Stornierungen für Reisende an, die in betroffene Regionen fliegen wollten.

Aber auch von der Airline aus Vorsicht annullierte Flüge können Urlaubern einen Strich durch die Rechnung machen. Die Fluggastrechteverordnung sieht in diesen Fällen häufig eine Entschädigung für die Passagiere vor. Die gibt es allerdings nicht, wenn sich das Flugunternehmen auf höhere Gewalt berufen kann. Ob das beim Coronavirus der Fall sein wird, ist schwer zu beurteilen. Betroffene Reisende können grundsätzlich einen Antrag auf Entschädigung stellen und hoffen, dass er erfolgreich ist.

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