Wenn die Wasch­ma­schi­ne ausläuft Kzenon, Fotolia

31. Juli 2015, 11:28 Uhr

Wenn die Wasch­ma­schi­ne ausläuft Miet­min­de­rung bei Was­ser­scha­den: Dies sollten Sie wissen

Die Waschmaschine des Nachbarn über Ihnen ist ausgelaufen und Sie baden es aus – doch wie sieht es mit einer Mietminderung nach einem Wasserschaden aus? Mit einem Mietrechtsschutz stehen Sie stets auf der sicheren Seite.

Ihr Vermieter bringt das Fass zum Überlaufen? Lassen Sie sich das nicht gefallen. >>

Wer kommt für den Was­ser­scha­den auf?

Immer wieder wird Mietminderung bei Wasserschäden zum Streitthema zwischen Mietern und Vermietern – oder aber zwischen Mietern und Mietern. Zunächst ist immer festzustellen, wer für die Situation verantwortlich ist. Der Vermieter steht beispielsweise für baulich bedingte Mängel in der Verantwortung – etwa wenn Dach oder Fenster undicht sind. Hingegen kommt in der Regel die Privathaftpflichtversicherung des Nachbarn für den entstandenen Schaden auf, wenn dessen Geschirrspüler ausgelaufen ist und es nun bei Ihnen durch die Decke tropft. Oder aber Sie wenden sich an Ihre eigene Hausratversicherung. Kann keine Einigung erzielt werden, kann eine Rechtsschutz-Versicherung hilfreich sein. Tipp: Dokumentieren Sie den Schaden vor der Beseitigung mit Fotos und Beweisstücken.

Höhe der Miet­min­de­rung: Ein­zel­fall ent­schei­det

Eins steht jedoch fest: Eindringende Feuchtigkeit sollte schnellstmöglich beseitigt werden, denn sie kann die Wohnqualität nachhaltig beeinträchtigen, die Gesundheit gefährden und stellt genau aus diesen Gründen regelmäßig einen Mietmangel dar. Deshalb sind Sie als Mieter auch dazu berechtigt, eine Mietminderung geltend zu machen. Immerhin ist der Vermieter für den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung verantwortlich.

Wie hoch die Mietminderung bei einem Wasserschaden ausfallen sollte, ist immer vom Ausmaß des Schadens abhängig. Das Landgericht Hamburg beispielsweise hielt in einem entsprechenden Fall bei einer durchfeuchteten Zimmerdecke eine Minderung der Miete um 8 Prozent für angemessen (AZ 11 S 86/71). Kommen Trocknungsgeräte zum Einsatz kann dies unter Umständen sogar eine Mietminderung von 100 Prozent rechtfertigen, entschied das Amtsgericht Schöneberg 2008 (AZ 109 C 256/07). Bedenken Sie jedoch, dass es sich dabei immer um Einzelfallentscheidungen handelt, die sich nicht unbedingt auf Ihren persönlichen Fall übertragen lassen. Wenden Sie sich an einen Rechtsexperten, der Sie individuell beraten kann, ein Rechtsschutz kann sich in einer solchen Situation besonders lohnen.

Übrigens: Stellt sich im Nachhinein heraus, dass der Verursacher des Wasserschadens grob fahrlässig gehandelt hat, ist es das gute Recht des Vermieters, die durch die Mietminderung entstandenen Kosten vom Verursacher zurückzufordern.

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