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11. September 2014, 15:22 Uhr

Gespräch mit Vermieter suchen Miet­min­de­rung bei Hei­zungs­aus­fall: Ihre Mög­lich­kei­ten

Wenn die Temperaturen draußen sinken, sollte es drinnen warm und gemütlich sein. Doch was, wenn Sie die Heizung aufdrehen und sich nichts tut? Grundsätzlich können Sie als Mieter eine Mietminderung bei Heizungsausfall während der Heizperiode in den Herbst- und Wintermonaten erwirken. Wichtig ist aber, dass Sie sich zunächst sachlich mit Ihrem Vermieter in Verbindung setzen und Streit vermeiden. Das sollte auch in anderen Fällen immer der erste Schritt sein.

Bleiben Sie cool, auch wenn die Heizung ausfällt - wir kennen Ihr gutes Recht >>

Bei Heizungs- oder Warm­was­ser­aus­fall Vermieter kon­tak­tie­ren

Als Mieter haben Sie in Ihrer Wohnung das Recht auf Wärme, speziell in der Heizperiode. Vermieter sind dazu angehalten, im Rahmen ihrer Instandhaltungspflichten dafür zu sorgen, dass die Wohnungen ihrer Mieter ausreichend geheizt werden können. Dies betrifft neben der Heizung auch das Warmwasser. Ein Urteil des Amtsgerichtes Hamburg (AZ 41a C 1371/93) bestätigt: Wohnräume müssen in der Zeit von 6 bis 24 Uhr auf mindestens 20 Grad Celsius und das Badezimmer auf mindestens 22 Grad Celsius erwärmt werden können.

Sollte die Heizung in Ihrer Wohnung einmal streiken, sind Sie gut beraten, schnellstmöglich Ihren Vermieter zu kontaktieren. Bei sehr niedrigen Temperaturen und einer defekten Heizungsanlage kann es andernfalls zu Folgeschäden kommen, die beispielsweise durch zugefrorene Leitungen entstehen. Räumen Sie Ihrem Vermieter im Gespräch die Möglichkeit zur Beseitigung der Mängel ein. Kommt er diesem Wunsch partout nicht nach, kann Ihnen eine Wohnungs-Rechtsschutzversicherung weiterhelfen.

Miet­min­de­rung bei Hei­zungs­aus­fall: Höhe ent­schei­det der Ein­zel­fall

Bei einem kurzzeitigen Heizungsausfall an einzelnen Tagen oder geringfügigen Störungen von Heizung oder Warmwasser sollten Sie nicht sofort auf eine Mietminderung abzielen. Erst bei längerfristigen Ausfällen, speziell bei kalten Temperaturen während der Heizperiode, können Sie eine Mietminderung anstreben. Wenden Sie sich mit Ihrem Anliegen zunächst freundlich und sachlich an Ihren Vermieter, statt diesem zu drohen. Die Höhe einer möglichen Mietminderung bei Heizungsausfall variiert stark, es entscheiden stets die Umstände des Einzelfalls.

In schwerwiegenden Fällen können bis zu 100 Prozent der Miete gemindert werden. So sprach das Landgericht Hamburg beispielsweise in einem Urteil (AZ 7 O 80/74) einer Mieterin, die während der Heizperiode von September bis Februar nicht heizen konnte, vollständige Mietminderung zu. In anderen Fällen mit geringeren Defekten oder einer anderen Sachlage kann der Mietnachlass jedoch deutlich niedriger ausfallen. Bevor Sie eine Mietminderung bei Heizungsausfall oder nicht vorhandenem Warmwasser erwägen, sollten Sie sich von einem Anwalt oder einem anderen Experten beraten lassen. Idealerweise lässt sich das Problem ohne ein Gerichtsverfahren klären.

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