Gut versorgt Wave­bre­ak­Me­dia­Mi­cro, Fotolia

14. Januar 2016, 16:12 Uhr

Gut versorgt Erbschaft mit Bedingung: Haus­tier­pfle­ge als Pflicht

An eine Erbschaft lassen sich zahlreiche Bedingungen knüpfen. Möchten Sie nach Ihrem Tod Ihr Haustier gut versorgt wissen, dann können Sie Ihre Erben per Testament verpflichten, Hund oder Katze bei sich aufzunehmen. Wird Ihre Anweisung nicht befolgt, verliert der Begünstigte auch den Anspruch auf das Erbe.

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Keine Erbschaft für Tiere möglich

So gern mancher Tierhalter vielleicht seinen Hund oder seine Katze als Alleinerben einsetzen würde: Geschichten, in denen Tiere das Vermögen eines Verstorbenen erben, gehören oft ins Reich der Fiktion. Eine Erbschaft antreten, können zumindest in Deutschland nur natürliche Personen – also Menschen –, oder juristische Personen. Das kann zum Beispiel ein Verein oder eine Stiftung sein. Tiere können nicht selbst erben.

PrivatrechtsschutzVer­pflich­tung zur Haus­tier­pfle­ge

In Ihrem Testament können Sie im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten bestimmen, wer nach Ihrem Tod Ihr Vermögen erben soll. An die Erbschaft können Sie zum Beispiel die Bedingung knüpfen, dass  der Begünstigte nach Ihrem Tod Ihr Haustier bei sich aufnehmen und pflegen muss. Diese Vorgabe ist rechtlich bindend. Dazu hat unter anderem das Amtsgericht Lüdinghausen geurteilt (AZ 27 VI 230/14): Eine Frau hatte ihr Vermögen einer Privatstiftung vererbt, jedoch zur Bedingung gemacht, dass ihr Hund und ihre Katzen auf dem Anwesen der Stiftung versorgt werden. Die Tiere kamen nach dem Tod der Frau jedoch anderweitig unter. Obwohl sie auch dort gut versorgt waren, entschied das Gericht, dass die Stiftung kein Anrecht mehr auf die Erbschaft hatte.

Haustier im Testament absichern: So gehen Sie vor

Wenn Sie Ihr Testament machen, sollten Sie darin genau festhalten, welcher Erbe Ihr Haustier nach Ihrem Tod pflegen soll und wie genau sich die Pflege gestalten soll. Sie können zum Beispiel ausdrücklich ausschließen, dass der Begünstigte Ihr Tier in ein Tierheim gibt. Zur Sicherheit können Sie zusätzlich einen Testamentsvollstrecker bestimmen, der regelmäßig kontrolliert, ob der Begünstigte seiner Verpflichtung zur Pflege Ihres Haustiers auch nachkommt. Tut er dies nicht, kann er das Erbe verlieren.

Keinesfalls sollten Sie jedoch in Ihrem Testament verfügen, dass Ihr Haustier selbst die Erbschaft antreten soll. Da Tiere nicht erben dürfen, wird in diesem Fall Ihr Testament unwirksam und die gesetzliche Erbfolge tritt in Kraft. Ein Rechtsanwalt oder Notar kann Sie beraten, wenn es darum geht, Ihre Wünsche in Bezug auf Ihr Haustier rechtssicher zu formulieren.

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