Debatte zur Impf­pflicht in Deutsch­land: Dies sollten Sie wissen Pro­duc­tion Perig, Fotolia

23. Februar 2015, 14:10 Uhr

Masern auf dem Vormarsch Debatte zur Impf­pflicht in Deutsch­land: Dies sollten Sie wissen

Angesichts der ansteigenden Zahl von Masern-Infektionen in Berlin zeigen sich Gesundheitspolitiker alarmiert. Die Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Impfpflicht in Deutschland lebt erneut auf: Befürworter verlangen die Wiedereinführung, andere sind entschieden dagegen.

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Verstößt mögliche Impf­pflicht gegen Per­sön­lich­keits­rech­te?

Seit Aufhebung der Impfpflicht gegen Pocken 1976 gelten in Deutschland nur noch sogenannte Impfempfehlungen. Das Infektionsschutzgesetz regelt die Durchführung von Impfungen gesetzlich: § 20 Abs. 6 behält sich die Anordnung einer möglichen Pflichtimpfung bei der Ausbreitung einer Erkrankung vor. Der aktuelle Masern-Ausbruch mit bislang 570 Infektionen und einem Todesfall in Berlin sorgt für Diskussionen rund um die mögliche Wiedereinführung der Impfpflicht: Kritiker sehen in dem Zwang zur Impfung einen Verstoß gegen das im Grundgesetz verankerte Persönlichkeitsrecht der körperlichen Unversehrtheit.

Prä­ven­ti­ons­ge­setz der Bun­des­re­gie­rung in Planung

Wenn die Impfbereitschaft nicht steige, "muss eine Impfpflicht für Kleinkinder der nächste Schritt sein", wird SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach von der "Welt am Sonntag" zitiert. Beide Oppositionsparteien im Bundestag hingegen sprechen sich gegen einen Impfzwang aus. Sie fordert stattdessen mehr Transparenz bei der Aufklärung über Vorteile und Risiken von Schutzimpfungen. Eine allgemeine Impfpflicht scheint jedoch ohnehin vorerst vom Tisch zu sein. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums macht deutlich, dass die Bundesregierung die aktuelle Masern-Situation sehr ernst nehme, aber zunächst auf eine Impfberatung vor Kita-Eintritt und die Überprüfung des Impfschutzes bei Gesundheitsberatungen setze. Die Bundesregierung plant zu diesem Zweck ein Präventionsgesetz, das künftig festschreiben könnte, dass Eltern von kleinen Kindern vor Kita-Aufnahme  eine ärztliche Impfberatung nachweisen müssen.

Impf­be­ra­tung beim Hausarzt nutzen

Wer unsicher ist, wie es um den persönlichen Impfschutz oder den der Kinder bestellt ist, sollte die Impfberatung beim Hausarzt in Anspruch nehmen. Dies empfiehlt auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) laut "Spiegel Online". Ein Arzt kann am besten beurteilen, wann und welche Impfungen sinnvoll sein könnten – Patienten sollten dafür ihren Impfausweis mit in die Praxis bringen.

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