Eltern­zeit bean­tra­gen: So gehen Sie vor yanlev, Fotolia

7. Januar 2015, 10:10 Uhr

Anspruch für Mütter und Väter Eltern­zeit bean­tra­gen: So gehen Sie vor

Die Elternzeit ermöglicht es berufstätigen Müttern und Vätern, sich maximal drei Jahre lang ganz oder teilweise der Erziehung und Betreuung ihres Nachwuchses zu widmen, ohne größere Nachteile im Berufsleben hinnehmen zu müssen. Dabei sollten sich zukünftige Eltern rechtzeitig mit der Organisation des bevorstehenden Lebensabschnitts auseinandersetzen: Welches Elternteil setzt wann und wie lange vom Beruf aus? Dieser Aspekt ist wichtiger Bestandteil beim Beantragen der Elternzeit.

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!

Eltern­zeit sieben Wochen vor Beginn bean­tra­gen

Grundsätzlich kann jedes künftige Elternteil, das in einem Arbeitsverhältnis steht, Elternzeit anmelden. Ob das Beschäftigungsverhältnis Voll- oder Teilzeit oder befristet gilt, ist dabei unerheblich. Während dieser Zeit pausiert das Arbeitsverhältnis und es gilt Kündigungsschutz für den Betroffenen. Der Antrag sollte spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit beim Arbeitgeber vorliegen. Da Mütter acht Wochen nach der Entbindung dem gesetzlichen Mutterschutz unterstehen, sollte die berufliche Auszeit spätestens eine Woche nach der Geburt angemeldet werden, wenn sie sich nahtlos an den Mutterschutz anschließen soll. Väter, die direkt nach der Geburt eine Auszeit nehmen möchten, um sich um den Nachwuchs zu kümmern, sollten diese etwa sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin beantragen.

Schrift­li­cher Antrag muss ver­bind­li­che Erklärung über Dauer enthalten

Die Elternzeit muss schriftlich beim Arbeitgeber beantragt werden. Da sich aus § 15 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz ein rechtlicher Anspruch ergibt, kann der Antrag nicht abgelehnt werden. In dem Schreiben sollte ein Briefkopf mit Absenderangaben sowie Anrede enthalten sein. Außerdem ist eine verbindliche Erklärung über den genauen Zeitraum, von wann bis wann Elternzeit genommen werden soll, zu treffen. Grundsätzlich können angestellte Väter und Mütter ihr Arbeitsverhältnis bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres ihres Kindes ruhen lassen. Anschließend lebt das Arbeitsverhältnis automatisch wieder auf. Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bittet in seinem Antragsschreiben um eine schriftliche Empfangsbestätigung.

Die Sache mit dem Eltern­geld

Das vom Staat gezahlte Elterngeld soll das finanzielle Einkommen während der Elternzeit sichern. Bisher galt, dass das Elterngeld maximal für die ersten 14 Lebensmonate des Kindes in Anspruch genommen werden kann. Für Paare hat der Gesetzgeber als Voraussetzung für die Maximal-Bezugsdauer bestimmt, dass beide Elternteile Elternzeit nehmen. Mit dem 1. Januar 2015 wurde das Elterngeld Plus eingeführt. Im Rahmen dessen wurde das bestehende Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz dahingehend verändert, dass den Eltern ein größerer Spielraum für die Planung der ersten Zeit mit ihrem frisch geborenen Kind gewährt wird - und zudem die Lebensgrundlage für junge Familien dabei finanziell gesichert wird.

Ihr Arbeitsgeber verwehrt Ihnen die finanzielle Absicherung? Wir regeln das! >>

Künftig ermöglicht das einkommensabhängige Elterngeld Plus Müttern und Vätern, in Teilzeit zu arbeiten und den Zeitraum für die Beziehung der staatlichen Unterstützung auf bis zu 24 Monate auszudehnen. Die Höhe der Leistungen sind dabei zwar nur etwa halb so hoch wie beim regulären Elterngeld, dennoch bleibt jungen Eltern so mehr Zeit für die Betreuung und Erziehung ihres Nachwuchses. Wenn beide Elternteile jeweils nur zwischen 25 und 30 Stunden pro Woche arbeiten, greifen sogenannte Partnerschaftsbonusmonate: Dabei wird das Elterngeld Plus noch für weitere vier Monate vom Staat geleistet.

Die Neuregelungen gelten jedoch erst für Kinder, die ab dem 1. Juli 2015 geboren werden, berichtet "Die Welt".

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.