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15. Februar 2021, 16:28 Uhr

So geht’s richtig Corona-Test: Wer hat Anspruch, wer muss selbst zahlen?

Wer ist vom Coronavirus infiziert und wer nicht? Das klärt ein Corona-Test auf Kassenkosten, den es nach ärztlicher Empfehlung gibt. Wer will, kann sich aber auch einen Selbsttest besorgen. Muss er den selbst bezahlen?

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Infiziert oder nicht – ein Corona-Test schafft Klarheit

Ist das nur Husten oder Covid-19? Kann ich das einfach selbst mit einem Corona-Test prüfen oder muss ich dafür zum Arzt? Und wer trägt die Kosten des Infektions-Checks? Diese Fragen beschäftigen momentan viele Menschen. Und natürlich auch die Politik. Das Bundesministerium für Gesundheit hat deshalb eine nationale Teststrategie entwickelt. Sie legt fest, wer auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) auf eine Corona-Infektion hin untersucht wird.

Corona-Test bei begrün­de­tem Verdacht

Gemäß der nationalen Teststrategie hast du Anspruch auf einen Test auf GKV-Kosten, wenn auf dich Folgendes zutrifft:

  • Du zeigst grip­pe­ähn­li­che Symptome wie Husten, Schnupfen, Hals­schmer­zen, Fieber, riechst oder schmeckst nichts mehr.
  • Du lebst mit einer positiv getes­te­ten Person zusammen, warst mit ihr in engem Kontakt oder hast eine Warnung über die Corona-App
  • Du lebst oder arbeitest in Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen und -unter­künf­ten mit nach­weis­lich infi­zier­ten Menschen. Das betrifft zum Beispiel Schulen, Kitas, Geflüch­te­ten­un­ter­künf­te, Not­un­ter­künf­te oder Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten.
  • Du bist Patient, Bewohner oder Mit­ar­bei­ter in einer Pfle­ge­ein­rich­tung bzw. in einem Kran­ken­haus, wo eine Infektion mit dem Virus fest­ge­stellt worden ist. Das gilt auch im Zusam­men­hang mit Ein­rich­tun­gen für Reha­bi­li­ta­ti­on sowie ambulante Ope­ra­tio­nen oder ambulante Dialyse. Und ebenso für Arzt- und Zahn­pra­xen sowie weitere Praxen human­me­di­zi­ni­scher Heil­be­ru­fe, Tages­kli­ni­ken und den Ret­tungs­dienst.
  • Du wirst in einer medi­zi­ni­schen Ein­rich­tung zur sta­tio­nä­ren oder ambu­lan­ten Behand­lung erstmalig oder erneut auf­ge­nom­men. Das betrifft unter anderem Tages­kli­ni­ken, aber auch Unter­brin­gun­gen für ältere, behin­der­te und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Menschen sowie Obdach­lo­se.

Diese Vorschriften gelten seit 27. Januar 2021. Weitere Details dazu findest du online in der offiziellen Coronavirus-Testverordnung sowie in einer Grafik zur nationalen Teststrategie.

Übrigens: Privatversicherte bekommen die Kosten für einen Corona-Test bezahlt, wenn unter anderem ...

  • dafür eine ärztliche oder gesund­heits­amt­li­che Ver­ord­nung vorliegt.
  • die Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko meldet.

Mehr Informationen über Corona-Tests bei Privatpatienten gibt es beim Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV).

Bei Beschwer­den zuerst beim Hausarzt anrufen

Corona-Test oder nicht? Das entscheidet bei entsprechenden Symptomen in der Regel der Hausarzt. Er ist die erste Adresse, an die du dich bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion wenden solltest. Allerdings nicht persönlich in der Praxis, sondern telefonisch. Hält der Arzt daraufhin einen Besuch in seiner Sprechstunde für sinnvoll, wird er dazu einen Termin mit dir vereinbaren.

Eine Alternative zum Hausarzt ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst. Unter der Nummer 116 117 gibt er eine Ersteinschätzung zu einer mutmaßlichen Corona-Infektion ab und berät mit dir das weitere Vorgehen.

Corona-Selbst­test nur auf eigene Kosten

Wer keine ärztliche Empfehlung dafür bekommt, nicht die Voraussetzungen gemäß der nationalen Teststrategie erfüllt, sich aber trotzdem auf Verdacht testen lassen will, kann sich auf eigene Faust einen Corona-Test besorgen. Davon ist allerdings aus mehreren Gründen abzuraten.

  • Selbst­tests müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.
  • Soge­nann­te PCR-Tests sind zwar genau, erfordern aber einen Abstrich aus den oberen und den unteren Atemwegen. Dabei können uner­fah­re­nen Anwendern Fehler unter­lau­fen.
  • Der Wei­ter­trans­port der Proben kann unsach­ge­mäß verlaufen.
  • Serio­si­tät und Qualität des ver­wen­de­ten Test­ver­fah­rens sind nicht zwei­fels­frei zu beur­tei­len.
  • Die Ergeb­nis­se können unzu­ver­läs­sig sein.
  • Die Bear­bei­tung von (unbe­grün­de­ten) Corona-Selbst­tests bindet in den Labors Kapa­zi­tä­ten, die an anderer Stelle fehlen können.
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