Frau mit Atem­schutz­mas­ke macht Test mit Pipette ©istock.com/Eugeneonline

11. Oktober 2021, 9:00 Uhr

Darf ich eigent­lich? Corona-Test: Wann ist er kos­ten­pflich­tig, wann zahlt die Kasse?

Besteht ein konkreter Infektionsverdacht, dann gibt es den Corona-Test auf Kassenkosten. Anders sieht es aus, wenn du dich testen lassen willst, um beispielsweise eine Bar besuchen zu können. Wer weder gegen Covid-19 geimpft ist noch eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus nachweisen kann, braucht ein negatives Schnelltest-Ergebnis, um Einrichtungen mit 3G-Regelung betreten zu können. Solche “Bürgertests” waren lange kostenlos. Seit dem 11. Oktober 2021 sind sie jedoch für weite Teile der Bevölkerung kostenpflichtig. Hier liest du, was für wen gilt.Alle Informationen zu der privaten Rechtsschutzversicherung von ADVOCARD

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Wer bekommt den Corona-Test auf Kosten der Kran­ken­kas­se?

Wenn du Symptome hast, die auf eine Corona-Infektion hindeuten (zum Beispiel Husten, Fieber, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns), solltest du dich an einen Arzt wenden. Du wirst dann in der Regel auf Kosten deiner Krankenkasse auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Für konkrete Verdachtsfälle empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium den sogenannten PCR-Test (englisch: Polymerase Chain Reaction). Er wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt und gilt als sehr zuverlässig. Dafür werden Proben aus dem Nasen-Rachenraum entnommen, an ein Labor gegeben und dort auf Erbgut von SARS-CoV-2 untersucht.

Anspruch auf einen Test auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) hast du gemäß der amtlichen Coronavirus-Testverordnung auch in folgenden Fällen:

  • Du lebst mit einer positiv getes­te­ten Person zusammen oder warst mit ihr in engem Kontakt.
  • Du lebst oder arbeitest in Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen und -unter­künf­ten mit nach­weis­lich infi­zier­ten Menschen. Das können zum Beispiel Schulen, Kitas, Geflüch­te­ten­un­ter­künf­te, Not­un­ter­künf­te oder Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten sein.
  • Du bist Patient, Bewohner oder Mit­ar­bei­ter in einer Pflege- oder medi­zi­ni­schen Ein­rich­tung bezie­hungs­wei­se in einem Kran­ken­haus, wo eine Infektion mit dem Virus fest­ge­stellt worden ist. Das gilt auch für Arzt­pra­xen, Tages­kli­ni­ken und den Ret­tungs­dienst.
  • Du wirst in einer medi­zi­ni­schen oder pfle­ge­ri­schen Ein­rich­tung zur sta­tio­nä­ren oder ambu­lan­ten Behand­lung erstmalig oder erneut auf­ge­nom­men.
  • Ein Antigen-Schnell­test oder ein Selbst­test hat eine Infektion mit dem Virus angezeigt.

Die Testverordnung gilt grundsätzlich seit Januar 2021 und wird laufend der aktuellen Lage angepasst. Weitere Details dazu findest du online in der offiziellen Coronavirus-Testverordnung.

Übrigens: Privatversicherte bekommen die Kosten für einen Corona-Test bezahlt, wenn unter anderem dafür eine ärztliche oder gesundheitsamtliche Verordnung vorliegt. Mehr Informationen über Corona-Tests bei Privatpatienten gibt es beim Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV).

Mutter hat ihr kleine Tochter auf den Schoß bei der ein Abstrich im Mund gemacht wird

@istock.com / Eugeneonline

Wer bekommt den frei­wil­li­gen Schnell­test kostenlos?

Bei Schnelltestungen ohne konkrete Hinweise auf eine Infektion kommt meist ein Antigen-Test zum Einsatz. Er kann nachweisen, ob die getestete Person aktuell infiziert und ansteckend ist, ist aber etwas weniger zuverlässig als der PCR-Test.

Zwischen dem 8. März und dem 10. Oktober 2021 hatte grundsätzlich jeder Bürger Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. Seit dem 11. Oktober 2021 werden die Kosten für Schnelltests bei Personen ohne Symptome aber nur noch in bestimmten Fällen vom Bund übernommen, und zwar für ...

  • Kinder bis 12 Jahre. Über­gangs­wei­se bis zum 31. Dezember 2021 erhalten auch Jugend­li­che bis 17 Jahre den Schnell­test noch kostenlos.
  • Menschen, die sich aus medi­zi­ni­schen Gründen nicht gegen das Coro­na­vi­rus impfen lassen können oder für die eine Impfung aus ärzt­li­cher Sicht nicht empfohlen ist (bis 31. Dezember 2021 auch alle Schwan­ge­ren)
  • Menschen, die aufgrund einer Corona-Infektion in Qua­ran­tä­ne sind und sich zum Schluss mit einem negativen Schnell­test-Ergebnis “frei­tes­ten” müssen
  • Menschen, die in der letzten Zeit an einer medi­zi­ni­schen Studie zur Wirk­sam­keit von Corona-Impf­stof­fen teil­ge­nom­men haben oder noch daran teil­neh­men

Was kostet ein Corona-Test, wenn ich ihn selbst bezahlen muss?

Wer in keine dieser Kategorien fällt, keine typischen Symptome hat und auch nicht gemäß der Coronavirus-Testverordnung für einen Test auf Kassenkosten infrage kommt, muss Schnelltests seit dem 11. Oktober 2021 selbst bezahlen.

Was der Test kostet, ist nicht gesetzlich geregelt. Da die Anbieter die Preise selbst bestimmen, können sie variieren. Je nachdem, wo du den Test machen lässt und wie schnell du das Ergebnis brauchst. Mit Kosten etwa zwischen 15 und 30 Euro pro Schnelltest solltest du rechnen.

Auch PCR-Tests können auf eigenen Wunsch und ohne vorherige ärztliche Anweisung durchgeführt werden. Die Kosten dafür liegen meist bei mindestens 50 Euro, je nach Labor und gewünschter Schnelligkeit können sie auch deutlich höher ausfallen.

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Corona-Schnell­tests vom Arbeit­ge­ber und an Schulen

Alle Unternehmen in Deutschland müssen ihren Beschäftigten Corona-Schnelltests anbieten, wenn diese nicht komplett im Homeoffice arbeiten. Die Corona-Arbeitsschutzverordnung verpflichtet Firmen, jedem Arbeitnehmer mindestens zwei Tests pro Woche zur Verfügung zu stellen. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber.

Theoretisch muss der Arbeitgeber Mitarbeitern, die geimpft sind oder Genesenenstatus haben, keine kostenlosen Schnelltests anbieten. Da er aber – bis auf wenige Ausnahmen, etwa in der Gesundheitsbranche – kein Auskunftsrecht über den Impfstatus hat, dürfte es für Firmen am einfachsten sein, das Testangebot allen Mitarbeitern offen zu halten.

Wichtig: Die Beschäftigten sind nicht verpflichtet, sich zu testen – verpflichtend ist nur das Angebot seitens des Arbeitgebers.

Schüler müssen sich regelmäßig testen, um das Infektionsrisiko in den Bildungseinrichtungen möglichst gering zu halten. Die genauen Regelungen legen die einzelnen Bundesländer selbst fest. In jeden Fall aber werden die vorgeschriebenen Tests von den Schulen bereitgestellt. Die Kosten übernimmt das Land. Auch an Kitas werden in der Regel kostenlose Selbsttests angeboten. Was für deine Region aktuell gilt, erfährst du über folgende Links:

Nahaufnahme, wie eine Frau einen Abstrich im Mund macht

@istock.com/Circle Creative Studios

Corona-Selbst­test zu Hause: Darauf solltest du achten

Wenn du zu Hause auf eigene Kosten einen Selbsttest anwendest, musst du dabei – neben der korrekten Durchführung, die in der Packungsbeilage beschrieben ist – beachten, dass der Test immer nur eine Momentaufnahme ist. Außerdem wichtig zu wissen: Als negativer Testnachweis im Sinne der 3G-Regelung reicht ein Selbsttest nicht aus.

Das Ergebnis ist negativ?

  • Trotzdem gelten für dich weiter die allgemein üblichen Infek­ti­ons­schutz­re­geln: Abstand halten, Maske tragen, Hän­de­hy­gie­ne.
  • Das negative Ergebnis muss nicht durch einen PCR-Test überprüft werden.

Das Ergebnis ist positiv?

  • Das solltest du dringend durch einen PCR-Test über­prü­fen lassen.
  • Den PCR-Test bekommst du in der Regel auf Kas­sen­kos­ten, wenn der positiv aus­ge­fal­le­ne Selbst­test eine Son­der­zu­las­sung des Bun­des­in­sti­tuts für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) Ob das der Fall ist, steht auf der Ver­pa­ckung. Diese Tests gelten als hin­rei­chend sicher, um bei positivem Ergebnis einen PCR-Test zu recht­fer­ti­gen.
  • Bis du Gewiss­heit durch den PCR-Test hast, solltest du deine Kontakte umgehend so weit wie möglich ein­schrän­ken.
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