Frau mit Atemschutzmaske macht Test mit Pipette © iStock / Euge­ne­on­line

16. April 2021, 9:00 Uhr

So geht’s richtig Corona-Test: Welche Mög­lich­kei­ten gibt es, wann ist er kostenlos?

Das Heimtückische am Coronavirus ist, dass eine Infektion nicht immer unmittelbar ersichtlich ist. Deshalb kommt es vor, dass Infizierte unwissentlich andere anstecken. Ein Corona-Test kann das verhindern. In vielen Fällen gibt es ihn auf Kassenkosten. Auch der Zugang zu Schnelltests ist mittlerweile einfacher geworden. Mehr über die verschiedenen Möglichkeiten, sich testen zu lassen, erfährst du hier.

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Corona-Test oder nicht? Das entscheidet bei entsprechenden Symptomen in der Regel der Hausarzt. Er ist die erste Adresse, an die du dich bei einem Verdacht auf eine Corona-Infektion telefonisch wenden solltest. Hält der Arzt daraufhin einen Besuch in seiner Sprechstunde für sinnvoll, wird er dazu einen Termin mit dir vereinbaren.

Eine Alternative zum Hausarzt ist der Ärztliche Bereitschaftsdienst. Unter der Nummer 116 117 gibt er eine Ersteinschätzung zu einer mutmaßlichen Corona-Infektion ab und berät mit dir das weitere Vorgehen.

Welcher Corona-Test ist sinnvoll?

Für konkrete Verdachtsfälle empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium den sogenannten PCR-Test (englisch: Polymerase Chain Reaction). Er wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt und gilt als sehr zuverlässig. Proben aus dem Nasen-Rachenraum werden entnommen, an ein Labor gegeben und dort auf Erbgut von SARS-CoV-2 untersucht.

Bei Schnelltestungen ohne konkrete Hinweise auf eine Infektion kommt hingegen ein Antigen-Test zum Einsatz. Er kann nachweisen, ob die getestete Person aktuell infiziert und ansteckend ist, ist aber etwas weniger zuverlässig als der PCR-Test.

Hatte ein Patient Covid-19-typische Symptome, die aber schon wieder abgeklungen sind, kann ein Antikörper-Test Aufschluss über eine durchgemachte Infektion bringen. Hält der Arzt einen solchen Test für notwendig, übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Wer bekommt den PCR-Test auf Kosten der Kran­ken­kas­se?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat eine nationale Teststrategie entwickelt. Sie legt fest, wer auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) mit welcher Testart auf eine Corona-Infektion hin untersucht wird.

Demnach hast du Anspruch auf einen PCR-Test auf GKV-Kosten, wenn auf dich Folgendes zutrifft:

  • Du zeigst grip­pe­ähn­li­che Symptome wie Husten, Schnupfen, Hals­schmer­zen, Fieber, schmeckst oder riechst nichts mehr.
  • Du lebst mit einer positiv getes­te­ten Person zusammen, warst mit ihr in engem Kontakt oder hast eine Warnung über die Corona-App
  • Du lebst oder arbeitest in Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen und -unter­künf­ten mit nach­weis­lich infi­zier­ten Menschen. Das betrifft zum Beispiel Schulen, Kitas, Geflüch­te­ten­un­ter­künf­te, Not­un­ter­künf­te oder Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten.
  • Du bist Patient, Bewohner oder Mit­ar­bei­ter in einer Pfle­ge­ein­rich­tung bzw. in einem Kran­ken­haus, wo eine Infektion mit dem Virus fest­ge­stellt worden ist. Das gilt auch im Zusam­men­hang mit Ein­rich­tun­gen für Reha­bi­li­ta­ti­on sowie ambulante Ope­ra­tio­nen oder ambulante Dialyse. Und ebenso für Arzt- und Zahn­pra­xen sowie weitere Praxen human­me­di­zi­ni­scher Heil­be­ru­fe, Tages­kli­ni­ken und den Ret­tungs­dienst.
  • Du wirst in einer medi­zi­ni­schen Ein­rich­tung zur sta­tio­nä­ren oder ambu­lan­ten Behand­lung erstmalig oder erneut auf­ge­nom­men. Das betrifft unter anderem Tages­kli­ni­ken, aber auch Unter­brin­gun­gen für ältere, behin­der­te und pfle­ge­be­dürf­ti­ge Menschen sowie Obdach­lo­se.

Diese Vorschriften gelten grundsätzlich seit dem 27. Januar 2021 und werden laufend der aktuellen Lage angepasst. Weitere Details dazu findest du online in der offiziellen Coronavirus-Testverordnung sowie in einer Grafik zur nationalen Teststrategie.

Übrigens: Privatversicherte bekommen die Kosten für einen Corona-Test bezahlt, wenn unter anderem ...

  • dafür eine ärztliche oder gesund­heits­amt­li­che Ver­ord­nung vorliegt.
  • die Corona-Warn-App ein erhöhtes Risiko meldet.

Mehr Informationen über Corona-Tests bei Privatpatienten gibt es beim Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV).

PCR-Tests können auch auf eigenen Wunsch und ohne vorherige ärztliche Anweisung durchgeführt werden. Die Kosten dafür musst du dann allerdings selbst tragen. Sie liegen meist bei über 100 Euro.

Corona-Test: Welche Möglichkeiten gibt es, wann ist er kostenlos?

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Kos­ten­lo­ser Schnell­test: Einmal die Woche oder bei bestimm­ten Anlässen

Grundsätzlich hat jeder Bürger seit dem 8. März 2021 Anspruch auf einen kostenlosen Corona-Schnelltest pro Woche. Die Kosten dafür übernimmt der Bund. Wer das Angebot wahrnehmen möchte, sollte sich an seinen Hausarzt oder an sein örtliches Testzentrum wenden und sich dort zu Möglichkeiten und Terminen informieren.

Für folgende Personengruppen empfiehlt die nationale Teststrategie den Antigen-Schnelltest ausdrücklich:

  • Personal, Patienten und Bewohner in Ein­rich­tun­gen wie etwa Kran­ken­häu­sern, Reha-Kliniken und Pfle­ge­hei­men, in denen aktuell kein Covid-19-Fall bekannt ist – das Test­kon­zept der Ein­rich­tung ist dabei maß­geb­lich – und
  • Besucher solcher medi­zi­ni­schen und pfle­ge­ri­schen Ein­rich­tun­gen vor dem Betreten des Hauses.

Ist ein solcher Schnelltest unter medizinischer Aufsicht positiv, dann ist das Ergebnis meldepflichtig und muss mittels eines PCR-Tests bestätigt werden. Der erfolgt dann auf Kassenkosten.

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Corona-Schnell­tests vom Arbeit­ge­ber und an Schulen

Daneben sind auch Arbeitgeber und Schulen nun stärker in der Testpflicht: Alle Arbeitgeber in Deutschland müssen künftig ihren Beschäftigten Corona-Schnelltests anbieten, wenn diese nicht komplett im Homeoffice arbeiten (Stand: 14. April 2021). In der Regel müssen für jeden Arbeitnehmer zwei Tests pro Woche zur Verfügung stehen. Die Kosten dafür trägt der Arbeitgeber.

Wichtig: Die Beschäftigten sind nicht verpflichtet, sich zu testen – verpflichtend ist nur das Angebot seitens des Arbeitgebers.

Auch an den Schulen soll grundsätzlich mehr getestet werden, sofern Präsenzunterricht stattfindet. Hier regeln die einzelnen Bundesländer Näheres.

  • In Nie­der­sach­sen zum Beispiel müssen sich alle Schüler, die den Prä­senz­un­ter­richt oder eine schu­li­sche Not­be­treu­ung besuchen, zweimal in der Woche morgens zu Hause selbst testen. Die Schnell­tests sind für die Familien kostenlos und werden über die Schulen aus­ge­ge­ben. Wer nicht testen möchte, kann alter­na­tiv sein Kind vom Prä­senz­un­ter­richt abmelden.
  • Eine ähnliche Regelung besteht auch für Nordrhein-Westfalen, das Land hat aller­dings nach den Oster­fe­ri­en erst einmal Distanz­un­ter­richt ange­ord­net.
  • In Bayern reichen Selbst­tests zu Hause als Nachweis nicht aus, es muss min­des­tens zweimal in der Woche unter Aufsicht in der Schule getestet werden, je nach örtlicher Inzidenz auch häufiger.
  • In Berlin waren Selbst­tests zu Hause für Schüler im Prä­senz­un­ter­richt zunächst frei­wil­lig, sie sollen aber ab 19. April 2021 auch dort ver­pflich­tend werden.

(Stand: 16. April 2021)

Corona-Test: Welche Möglichkeiten gibt es, wann ist er kostenlos?

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Corona-Selbst­test zu Hause: Darauf solltest du achten

Wer sich auf Verdacht testen will, kann sich einen Corona-Selbsttest besorgen. Antigen-Tests für den Hausgebrauch sind etwa in Apotheken, Supermärkten und Drogerien erhältlich und können auch von Laien ohne medizinische Kenntnisse durchgeführt werden.

Wenn du einen Selbsttest anwendest, musst du dabei – neben der korrekten Durchführung, die in der Packungsbeilage beschrieben ist – beachten, dass der Test immer nur eine Momentaufnahme ist. Wer zum Beispiel ältere Verwandte möglichst risikoarm zu Hause besuchen möchte, sollte daher den Test so kurz wie möglich vor dem Besuch machen.

Das Ergebnis ist negativ?

  • Trotzdem gelten für dich weiter die allgemein üblichen Infek­ti­ons­schutz­re­geln: Abstand halten, Maske tragen, Hän­de­hy­gie­ne. Bei korrekter Anwendung liegt der Antigen-Test zwar meistens richtig, aber falsch negative Ergeb­nis­se können vorkommen – ebenso wie falsch positive.
  • Das negative Ergebnis muss nicht durch einen PCR-Test überprüft werden.

Das Ergebnis ist positiv?

  • Das solltest du ernst nehmen und gleich deinen Hausarzt oder den ärzt­li­chen Notdienst anrufen. Dieser wird dir einen PCR-Test empfehlen.
  • Den PCR-Test bekommst du bei einem positiven Selbst­test in der Regel auf Kas­sen­kos­ten, wenn der ver­wen­de­te Test eine Son­der­zu­las­sung des Bun­des­in­sti­tuts für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) Ob das der Fall ist, steht auf der Ver­pa­ckung. Diese Tests gelten als hin­rei­chend sicher, um einen PCR-Test zu recht­fer­ti­gen.
  • Bis du Gewiss­heit durch den PCR-Test hast, solltest du deine Kontakte umgehend so weit wie möglich ein­schrän­ken.
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