Corona-Test: Wann ist er kostenpflichtig, wann zahlt die Kasse? © istock.com/Eugeneonline

22. November 2021, 10:00 Uhr

Darf ich eigentlich? Corona-Test: Welche Mög­lich­kei­ten gibt es, wann ist er kostenlos?

Besteht ein konkreter Infektionsverdacht, dann gibt es den Corona-Test auf Kassenkosten. Anders sieht es aus, wenn du dich testen lassen willst, um beispielsweise eine Bar besuchen zu können. Wer weder gegen Covid-19 geimpft ist noch eine überstandene Infektion mit dem Coronavirus nachweisen kann, braucht ein negatives Schnelltest-Ergebnis, um Einrichtungen mit 3G-Regelung betreten zu können. Solche “Bürgertests” waren lange kostenlos. Seit dem 11. Oktober 2021 sind sie jedoch für weite Teile der Bevölkerung kostenpflichtig. Hier liest du, was für wen gilt.Alle Informationen zu der privaten Rechtsschutzversicherung von ADVOCARD

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Wer bekommt den Corona-Test auf Kosten der Krankenkasse?

Wenn du Symptome hast, die auf eine Corona-Infektion hindeuten (zum Beispiel Husten, Fieber, Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns), solltest du dich an einen Arzt wenden. Du wirst dann in der Regel auf Kosten deiner Krankenkasse auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet.

Für konkrete Verdachtsfälle empfiehlt das Bundesgesundheitsministerium den sogenannten PCR-Test (englisch: Polymerase Chain Reaction). Er wird von medizinischem Fachpersonal durchgeführt und gilt als sehr zuverlässig. Dafür werden Proben aus dem Nasen-Rachenraum entnommen, an ein Labor gegeben und dort auf Erbgut von SARS-CoV-2 untersucht.

Anspruch auf einen Test auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) hast du gemäß der amtlichen Coronavirus-Testverordnung auch in folgenden Fällen:

  • Du lebst mit einer positiv getes­te­ten Person zusammen oder warst mit ihr in engem Kontakt.
  • Du lebst oder arbeitest in Gemein­schafts­ein­rich­tun­gen und -unter­künf­ten mit nach­weis­lich infi­zier­ten Menschen. Das können zum Beispiel Schulen, Kitas, Geflüch­te­ten­un­ter­künf­te, Not­un­ter­künf­te oder Jus­tiz­voll­zugs­an­stal­ten sein.
  • Du bist Patient, Bewohner oder Mit­ar­bei­ter in einer Pflege- oder medi­zi­ni­schen Ein­rich­tung bezie­hungs­wei­se in einem Kran­ken­haus, wo eine Infektion mit dem Virus fest­ge­stellt worden ist. Das gilt auch für Arzt­pra­xen, Tages­kli­ni­ken und den Rettungsdienst.
  • Du wirst in einer medi­zi­ni­schen oder pfle­ge­ri­schen Ein­rich­tung zur sta­tio­nä­ren oder ambu­lan­ten Behand­lung erstmalig oder erneut aufgenommen.
  • Ein Antigen-Schnell­test oder ein Selbst­test hat eine Infektion mit dem Virus angezeigt.

Die Testverordnung gilt grundsätzlich seit Januar 2021 und wird laufend der aktuellen Lage angepasst. Weitere Details dazu findest du online in der offiziellen Coronavirus-Testverordnung und der Änderungsverordnung vom 12. November 2021.

Übrigens: Privatversicherte bekommen die Kosten für einen Corona-Test bezahlt, wenn unter anderem dafür eine ärztliche oder gesundheitsamtliche Verordnung vorliegt. Mehr Informationen über Corona-Tests bei Privatpatienten gibt es beim Verband der privaten Krankenversicherungen (PKV).

Mutter hat ihr kleine Tochter auf den Schoß bei der ein Abstrich im Mund gemacht wird

@istock.com / Eugeneonline

“Bür­ger­test”: Kostenlos einmal pro Woche für jeden möglich

Bei Schnelltestungen ohne konkrete Hinweise auf eine Infektion kommt meist ein Antigen-Test zum Einsatz. Er kann innerhalb von etwa 15 Minuten nachweisen, ob die getestete Person aktuell infiziert und ansteckend ist, ist aber etwas weniger zuverlässig als der PCR-Test.

Seit dem 13. November 2021 gibt es wieder die kostenlosen “Bürgertests”. Jede Person, die möchte, kann sich einmal pro Woche an einer Teststation von medizinischem Fachpersonal per Schnelltest auf eine Infektion testen lassen. Zwischen dem 11. Oktober und dem 12. November 2021 war der “Bürgertest” vorübergehend abgeschafft worden; kostenlose Testungen waren in dieser Zeit nur für bestimmte Personengruppen möglich. Aktuell steht die Option wieder allen kostenlos offen – auch geimpften und von einer Corona-Infektion genesenen Menschen.

Fällt dein Schnelltest positiv aus, hast du Anspruch auf einen PCR-Test auf Kosten der Krankenkasse.

Was kostet ein Corona-Test, wenn ich ihn selbst bezahlen muss?

Der Bürgertest ist also wieder kostenlos, aber manchmal reicht er nicht aus: Für manche 3G-Freizeitveranstaltungen, Urlaubsreisen oder Besuche in Restaurants kann – je nach Regelung im Bundesland und vor Ort – ein negativer PCR-Test Voraussetzung sein. In solchen Fällen zahlt diesen nicht die Krankenkasse.

Auch PCR-Tests können dann auf eigenen Wunsch und ohne vorherige ärztliche Anweisung durchgeführt werden. Die Kosten dafür musst du allerdings im Normalfall selbst übernehmen. Sie liegen meist bei mindestens 50 Euro, je nach Labor und gewünschter Schnelligkeit können sie auch deutlich höher ausfallen.

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Corona-Schnell­tests vom Arbeit­ge­ber und an Schulen

Im Zuge der flächendeckend eingeführten 3G-Regelung am Arbeitsplatz gilt: Nach Möglichkeit soll im Homeoffice gearbeitet werden. Ist das nicht möglich, müssen Beschäftigte einmalig nachweisen, dass sie geimpft oder genesen sind – oder sie müssen sich für jeden Tag, an dem sie in den Betrieb kommen, erneut testen.

  • Ein Schnell­test darf dabei maximal 24 Stunden alt sein, ein PCR-Test 48 Stunden.
  • Ein Selbst­test zu Hause ist nicht aus­rei­chend; das Test­ergeb­nis muss offiziell doku­men­tiert sein. Das heißt: Arbeit­neh­mer brauchen entweder eine Beschei­ni­gung von einem zuge­las­sen Test­cen­ter oder einer Arzt­pra­xis. Alter­na­tiv sind auch Selbst­tests, die unter Aufsicht im Betrieb durch­ge­führt werden, zulässig.

Und wer bezahlt die Tests? Arbeitgeber müssen weiterhin Coronatests für ihre Beschäftigten anbieten, wenn diese nicht komplett im Homeoffice arbeiten – allerdings brauchen sie das nur zweimal pro Woche zu tun. An den restlichen Arbeitstagen müssen Ungeimpfte im Zweifel selbst dafür sorgen, dass sie an einen Test kommen – und ihn gegebenenfalls auch selbst bezahlen.

Schüler müssen sich regelmäßig testen, um das Infektionsrisiko in den Bildungseinrichtungen möglichst gering zu halten. Die genauen Regelungen legen die einzelnen Bundesländer selbst fest. In jeden Fall aber werden die vorgeschriebenen Tests von den Schulen bereitgestellt. Die Kosten übernimmt das Land. Auch an Kitas werden in der Regel kostenlose Selbsttests angeboten. Was für deine Region aktuell gilt, erfährst du über folgende Links:

Nahaufnahme, wie eine Frau einen Abstrich im Mund macht

@istock.com/Circle Creative Studios

Corona-Selbst­test zu Hause: Darauf solltest du achten

Wenn du zu Hause auf eigene Kosten einen Selbsttest anwendest, musst du dabei – neben der korrekten Durchführung, die in der Packungsbeilage beschrieben ist – beachten, dass der Test immer nur eine Momentaufnahme ist. Außerdem wichtig zu wissen: Als negativer Testnachweis im Sinne der 3G-Regelung reicht ein Selbsttest nicht aus.

Das Ergebnis ist negativ?

  • Trotzdem gelten für dich weiter die allgemein üblichen Infek­ti­ons­schutz­re­geln: Abstand halten, Maske tragen, Hän­de­hy­gie­ne.
  • Das negative Ergebnis muss nicht durch einen PCR-Test überprüft werden.

Das Ergebnis ist positiv?

  • Das solltest du dringend durch einen PCR-Test über­prü­fen lassen.
  • Den PCR-Test bekommst du in der Regel auf Kas­sen­kos­ten, wenn der positiv aus­ge­fal­le­ne Selbst­test eine Son­der­zu­las­sung des Bun­des­in­sti­tuts für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) Ob das der Fall ist, steht auf der Ver­pa­ckung. Diese Tests gelten als hin­rei­chend sicher, um bei positivem Ergebnis einen PCR-Test zu rechtfertigen.
  • Bis du Gewiss­heit durch den PCR-Test hast, solltest du deine Kontakte umgehend so weit wie möglich ein­schrän­ken.
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