entspannte Menschen bei Yogaübungen und Stressbewältigung georgerudy, Fotolia

15. Dezember 2015, 15:41 Uhr

Experteninterview Mit Stress­be­wäl­ti­gung Burn-out vermeiden

Die Menschen stecken heutzutage sehr viel Energie in ihren Job. Dort herrscht oftmals ein hoher Leistungsdruck, dem sie versuchen Stand zu halten. Sie sind ehrgeizig, geben ihr Bestes und versuchen, erfolgreich zu sein. Sie setzen sich selbst unter Druck, um gute Leistung zu bringen. Wird dieser Druck zu stark, entsteht negativer Stress, den sie mit in ihre Freizeit nehmen. Damit Sie diesen Ballast nicht zu lange mit sich herumtragen, gibt es Methoden, die bei der Stressbewältigung helfen. Hanne Bergen ist ausgebildete Karriereberaterin und Trainerin für Burn-out-Prävention aus Hamburg. Sie berät Arbeitnehmer in Karrierefragen, informiert über berufliche Erschöpfung und sucht mit ihren Klienten gemeinsame Vorbeugungsmaßnahmen. Als Expertin für Stressbewältigung erklärt sie dem Streitlotsen, wie Sie sich unangenehmen Situationen stellen können, um den Kopf wieder freizukriegen.

Streitlotse: Warum ist Stressbewältigung so wichtig?

Hanne Bergen: Viele Menschen wissen leider nicht, wie sie den Stress, den sie vom Job mit in die Freizeit nehmen, abbauen können. Die Folge sind Unausgeglichenheit, Erschöpfung und Depressionen. Dazu kommen körperliche Beschwerden wie Bluthochdruck, Herzrasen oder auch Magenbeschwerden, um nur einige zu nennen. Das Immunsystem wird beeinträchtigt und immer häufiger kommt es zum Burn-out.

Streitlotse: Was kann man tun, um Stress abzubauen?

Hanne Bergen: Je belastbarer Sie sind, desto besser können Sie mit Stress umgehen und das kann man auch trainieren. Geistige oder körperliche Methoden zur Stressbewältigung wie Zeitmanagement oder Yoga, helfen Ihnen, auf Stress entsprechend zu reagieren. Sie bieten effiziente Lösungen, an denen Sie sich orientieren können. Mit Hilfe von Entspannungsübungen, wie autogenem Training oder Meditation, helfen Sie dem Körper, sich aktiv zu erholen. Viel Bewegung ist ebenfalls wichtig, das löst Verspannungen und stärkt zusätzlich Ihre Muskeln. All das unterstützt Sie dabei, abzuschalten und auf andere Gedanken zu kommen.

Streitlotse: Gibt es Methoden, die am Arbeitsplatz eingesetzt werden können?

Hanne Bergen: Sind Sie gestresst, deutet das darauf hin, das sie möglichweise schlecht organisiert sind. In diesem Fall sollten Sie Ihre bisherige Arbeitsweise überdenken. Statt auf einem Zettel, notieren Sie Ihre To-Do-Listen in digitalen Programmen. So können Sie Aufgaben verschieben, sich per E-Mail Erinnerungen senden lassen oder sich mit anderen Kollegen absprechen. Sie können auch einfach für Ihre Termine mehr Zeit einplanen. Ihre Einstellung kann ebenfalls ein Grund für starkes Stressempfinden sein. Setzen Sie Prioritäten und prüfen Sie Ihre Ansprüche. Wenn diese zu hoch gesetzt sind, ist das auch ein belastender Stressfaktor. Schon wenige Veränderungen in Ihren Arbeitsabläufen werden Ihnen dabei helfen, sich nicht so schnell unter Druck zu setzen. Fühlen Sie sich überfordert und angespannt, sprechen Sie gemeinsam mit dem Betriebsarzt oder einer anderen Vertrauensperson, über Ihre Probleme.

Streitlotse: Was ist für die Stressbewältigung nicht geeignet?

Hanne Bergen: Natürlich gibt es auch Strategien, die absolut ungesund und sogar schädlich für den Körper sind. Grundsätzlich ist von allen Mitteln abzuraten, die Sie übermäßig konsumieren können. Dazu gehören nicht nur aufputschende Drogen und Medikamente, auch Alkohol oder Kaffee helfen lediglich für den Moment. Hiermit bekämpfen Sie nur das Stressempfinden und nicht das Problem.

Vielen Dank für das Interview, Frau Bergen. Damit Sie also gar nicht erst in Stress geraten, sollten Sie stets über Ihre Probleme sprechen. Gönnen Sie sich notfalls eine Auszeit und geben Sie Ihrem Körper die Chance sich zu erholen. Finden Sie Aktivitäten, bei denen Sie abschalten und sich entspannen können. Die beste Möglichkeit zur Stressbewältigung liegt jedoch in der Vorbeugung. Ernähren Sie sich ausgeglichen, bewegen Sie sich regelmäßig und achten Sie auf die Anzeichen, die Ihr Körper sendet – dann kommt es erst gar nicht dazu.

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