Schule schwänzen: Gruppe von Teenagern vor dem Schul­ge­bäu­de Christian Schwier, Fotolia

20. Oktober 2015, 14:44 Uhr

Verstoß gegen die Schul­pflicht Schule schwänzen: Eltern droht Bußgeld bei Ferien-Ver­län­ge­rung

Wegen des Urlaubs eigenmächtig die Ferien verlängern und die Kinder die Schule schwänzen lassen: Das kann für Eltern teuer werden. Denn dabei handelt es sich um einen Verstoß gegen die Schulpflicht. Vor dem Amtsgericht Augsburg wurde nun ein Fall verhandelt, in dem sich eine Mutter gegen 500 Euro Bußgeld wegen Schulverweigerung wehrte.

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Schule schwänzen ohne Notlage

Bei dem Fall vor dem Amtsgericht Augsburg ging es laut "Augsburger Allgemeine" um eine 36-jährige Mutter aus Nordafrika, die in Italien die Staatsbürgerschaft für die Familie beantragt hatte. Da die deutschen Behörden für die Aufenthaltsgenehmigung diverse Dokumente forderten, reiste sie mit ihrer 14-jährigen Tochter in den Pfingstferien nach Italien. Doch dort kam es zu Verzögerungen, weshalb die Frau die Schulferien einfach verlängerte. Sie gab an, Angst gehabt zu haben, dass ihre Tochter abgeschoben wird. Die Schulbehörde hatte daraufhin ein Bußgeld von 500 Euro verhängt, da die Mutter die Formalitäten auch von Deutschland aus hätte klären können und keine Notlage vorlag. Dagegen wehrte sich die Mutter, zog ihren Einspruch gegen das Bußgeld aber noch während des Prozesses wieder zurück.

Wann Sie die Ferien ver­län­gern können

Ob Beerdigung der Oma oder Hochzeit des großen Bruders: Einen Rechtsanspruch auf Schulbefreiung gibt es in Deutschland zwar nicht. In besonderen Fällen sollten Sie jedoch das Gespräch mit der Schule suchen. In der Regel drückt sie bei derartigen Ereignissen ein Auge zu.

Schule schwänzen und Ferien verlängern, um ein Urlaubsschnäppchen wahrnehmen zu können, kann hingegen teuer werden. Da die Zahl der Schulschwänzer vor und nach den Ferien in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat, kontrollieren Bundespolizisten an Flughäfen verstärkt Eltern mit Kindern im schulpflichtigen Alter. Bei Schulverweigerung handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Bundesland kann dafür ein Bußgeld erhoben werden.

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