Laut­stär­ke gibt den Ton an Eugenio Marongio, Fotolia

12. August 2015, 17:16 Uhr

Laut­stär­ke gibt den Ton an Kopfhörer auf dem Fahrrad: Ist Musik­hö­ren im Stra­ßen­ver­kehr erlaubt?

Morgens aufs Rad schwingen, Musik an und los geht's – doch passen Kopfhörer und Fahrrad im Straßenverkehr wirklich zusammen? Radfahrer, die nun um ihre tägliche Dosis Musik auf dem Weg zur Arbeit bangen, dürfen aufatmen: Grundsätzlich ist das Tragen von Kopfhörern auf dem Fahrrad erlaubt – von Bedeutung ist dabei allerdings die Lautstärke der Musik. Tipp: Bei Problemen im Straßenverkehr stehen Sie mit einem Verkehrs-Rechtsschutz auf der sicheren Seite.

Sie haben Redebedarf, doch stoßen nur auf taube Ohren? Ein Rechtsschutz unterstützt Sie im Streitfall. >>

Jeder Zweite ist mit Kopf­hö­rern auf dem Fahrrad unterwegs

Vor allem für viele junge Menschen gehört Musikhören einfach dazu: Auf Schritt und Tritt lassen sie sich von ihrem ganz persönlichen Soundtrack begleiten – ganz egal, ob zu Fuß oder auf dem Rad. Laut einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) ist jeder fünfte Radfahrer regelmäßig oder hin und wieder mit Kopfhörern im Straßenverkehr unterwegs – bei Radfahrern bis 34 Jahre ist es sogar jeder Zweite. Doch auf der Straße können Bässe, Beats und Co. schnell die Sicherheit des Einzelnen, aber auch die anderer Fußgänger und Verkehrsteilnehmer gefährden. Denn: Laute Musik stört die Wahrnehmung im Straßenverkehr, warnt der DVR.

Tragen von Kopf­hö­rern auf dem Fahrrad als Ord­nungs­wid­rig­keit

Eine Beeinträchtigung des Gehörs durch Geräte, wie beispielsweise laute Musik über Kopfhörer, ist durch § 23 Abs. 1 S. 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) ausdrücklich verboten. Die Verschlechterung oder Minderung des Hörvermögens durch das Tragen von Kopfhörern auf dem Fahrrad kann schnell zur Ordnungswidrigkeit werden, wenn der Träger seinen Pflichten, insbesondere der Pflicht zur gegenseitigen Rücksichtnahme, nicht ausreichend nachkommen kann, weil die Musik zu laut eingestellt ist. Wann laut zu laut ist, ist nicht näher bestimmt und hängt immer vom Einzelfall ab. Als Orientierung dient in der Rechtsprechung das grundsätzliche "Walkman-Urteil" des Oberlandesgerichts Köln (AZ Ss 12/87) aus dem Jahr 1987.

Lassen Sie sich nicht ablenken!

Im Interesse Ihrer eigenen Sicherheit und um andere nicht zu gefährden, sollten Sie sich nicht unnötig ablenken lassen. Achten Sie darauf, dass Sie Geräusche in Ihrer Umgebung zu jeder Zeit wahrnehmen können und verzichten Sie auf zu laute Musik. Droht doch einmal ein Bußgeld, kann ein Verkehrs-Rechtsschutz hilfreich sein.

Übrigens: Verursachen Kopfhörer tragende Fahrradfahrer einen Unfall, können sie ihre versicherungstechnischen Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld verlieren.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.