Ein Miet­kau­ti­ons­kon­to ist eine Mög­lich­keit, das Geld, wie gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, bei einem Kre­dit­in­sti­tut anzulegen Stock­Pho­to­Pro, Fotolia

13. November 2017, 11:02 Uhr

Sicher­heit für beide Seiten Miet­kau­ti­ons­kon­to: Muss der Vermieter die Kaution anlegen?

Beim Einzug in eine Mietwohnung wird in der Regel eine Kaution fällig. Ob der Vermieter sie auf einem Mietkautionskonto anlegen muss, ist aber vielen unklar. Erfahren Sie hier, was rechtlich vorgeschrieben ist und welche Möglichkeiten es für die Anlage gibt.

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Miet­kau­ti­on anlegen: Ist das Pflicht?

Die Kaution dient als Sicherheit für den Vermieter: Bei Schäden, die Mieter in einer Wohnung verursachen, oder bei offenen Zahlungen kann er nach dem Auszug die Kaution einbehalten. Wie er in der Zwischenzeit mit der Summe verfährt, ist gesetzlich klar geregelt: Laut § 551 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) muss er das Geld bei einem Kreditinstitut anlegen, und zwar zu einem marktüblichen Zinssatz. Die Kündigungsfrist darf maximal drei Monate betragen und entspricht damit der üblichen Kündigungsfrist für eine Wohnung. Lediglich bei Zimmern in einem Studenten- oder Jugendwohnheim entfällt diese Pflicht.

Miet­kau­ti­ons­kon­to muss vor Insolvenz geschützt sein

Der Vermieter darf allerdings nicht sein privates Konto nutzen, um die Mietkaution anzulegen. Das Gesetz sieht vor, dass die Anlage getrennt von seinem Vermögen erfolgen muss. Dadurch ist das Geld des Mieters auch dann sicher, wenn der Vermieter eine Privatinsolvenz anmelden muss. Beim Mietkautionskonto muss es sich also um ein sogenanntes Treuhandkonto handeln. Außerdem stehen die Zinserträge dem Mieter zu und müssen am Ende des Mietverhältnisses an ihn ausgezahlt werden. Auf Anfrage muss Ihr Vermieter Ihnen Auskunft darüber geben, wie er die Mietkaution angelegt hat.

Alter­na­ti­ven zum Kau­ti­ons­kon­to

Laut Gesetz können Mieter und Vermieter auch eine alternative Anlageform vereinbaren. So ist es theoretisch zum Beispiel möglich, dass die Mietkaution in Aktien angelegt wird. In der Praxis kommt das aber selten vor. Auch eine Anlage als Tagesgeld oder Festgeld ist möglich, solange eine Kündigungsfrist von drei Monaten besteht.

Häufiger wird ein verpfändetes Sparbuch gewählt: Es läuft auf den Namen des Mieters, wird aber an den Vermieter verpfändet, sodass dieser auf das Geld zugreifen kann, falls das nötig sein sollte. Der gesetzliche Anspruch des Mieters sieht eine marktübliche Verzinsung für das Mietkautionskonto vor. Er kann also nicht verlangen, dass der Vermieter sich um eine möglichst günstige Anlageform bemüht.

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