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4. März 2016, 14:34 Uhr

Anspruch auf Nach­bes­se­rung Män­gel­rü­ge: So zeigen Sie Baumängel richtig an

Wenn nach der Fertigstellung eines Neubaus Baumängel sichtbar werden, sollten Sie als Bauherr eine Mängelrüge schreiben, um die Mängel beim Bauträger anzuzeigen und Ihren Anspruch auf Ersatz oder Nachbesserung zu wahren. Hier lesen Sie, wie Sie dabei vorgehen sollten.

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Baumängel: Diese Ansprüche haben Sie

Der Bauvertrag legt eine Verjährungsfrist für Mängelansprüche fest. Diese gilt in der Regel ab der Übergabe beziehungsweise ab der Abnahme des Neubaus durch den Bauherren. Bei einem Bauvertrag nach Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) beträgt die Frist fünf Jahre. Treten innerhalb dieser Zeit Baumängel auf, die auf Pfusch am Bau oder mangelhaftes Material zurückzuführen sind, haben Sie als Bauherr einen Anspruch darauf, dass das verantwortliche Bauunternehmen diese beseitigt oder nachbessert. Sie sollten nicht versuchen, die Mängel selbst zu beseitigen, denn dann können Sie später nicht mehr eindeutig belegen, dass die Schuld beim Bauunternehmen liegt.

Män­gel­rü­ge schreiben: Die wich­tigs­ten Schritte

Dokumentieren Sie zunächst die Baumängel mit Fotos und ziehen Sie zur Bewertung bei Bedarf einen Sachverständigen heran, bevor Sie die Mängelrüge schreiben. Anschließend formulieren Sie eine schriftliche Mängelanzeige, in der Sie alle Mängel auflisten und den Bauunternehmer zur Beseitigung innerhalb einer bestimmten Frist auffordern – realistisch sind 14 Tage. Bis die Mängel beseitigt sind, ist es Ihr Recht, einen Teil der noch zu zahlenden Rechnungsbeträge einzubehalten. Eine geplante Reform des Bauvertragsrechts sieht als zusätzliche Absicherung für Bauherren vor, dass Bauunternehmer künftig nur noch bis zu 90 Prozent der Gesamtsumme als Abschlagszahlung fordern dürfen. Mit den verbleibenden 10 Prozent hat der Bauherr ein Druckmittel in der Hand, um die Behebung von Baumängeln besser durchsetzen zu können.

PrivatrechtsschutzKommt der Bauunternehmer Ihrer Aufforderung nicht nach, sollten Sie eine Nachfrist setzen. Anschließend können Sie zum Beispiel ein anderes Unternehmen mit der Beseitigung der Baumängel beauftragen und vom ursprünglichen Bauunternehmen Schadenersatz verlangen. Handelt es sich um besonders schwere Mängel, besteht manchmal auch die Möglichkeit, ganz vom Bauvertrag zurückzutreten. In solchen Fällen sollten Sie sich sicherheitshalber von einem Anwalt beraten lassen.

Auf Nummer sicher: Die Schrift­form wählen

Auch wenn die Kommunikation mit dem Bauunternehmen während der Bauphase problemlos per Anruf oder E-Mail funktioniert hat: Wenn Sie eine Mängelrüge schreiben, sollten Sie diese sicherheitshalber per Einschreiben an das Unternehmen senden, um einen Beleg mit Datum in der Hand zu haben. Zwar sind Mängelrügen auch formlos gültig – kommt es aber zum Rechtsstreit, sind Sie mit einem eindeutigen Beleg auf der sicheren Seite.

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