Geld- oder Frei­heits­stra­fe möglich S. Engels, Fotolia

11. November 2015, 10:24 Uhr

Geld- oder Frei­heits­stra­fe möglich Diese Strafen drohen bei Urkun­den­fäl­schung

Urkundenfälschung wird mit schweren Strafen geahndet – ganz gleich, ob es um gefälschte Arbeitszeugnisse, Ausweise oder Qualifikationsnachweise geht. Wer andere mit geschönten Dokumenten bewusst täuscht, muss sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen. Arbeitnehmern kann eine einmal begangene Urkundenfälschung auch nach vielen Jahren noch zum Verhängnis werden.

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Urkun­den­fäl­schung: Was bedeutet das?

Eine Urkundenfälschung ist nach § 267 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar. Das Strafrecht unterscheidet dabei mehrere Formen: zum einen die Fälschung, also die Herstellung einer falschen Urkunde, zum anderen die Verfälschung, die nachträgliche Änderung einer echten Urkunde. Ebenso unter den Tatbestand der Urkundenfälschung fällt der Gebrauch von falschen oder verfälschten Urkunden im Rechtsverkehr mit dem Ziel, andere zu täuschen. Bereits der Versuch ist strafbar. Oft steht die Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug und gegebenenfalls auch mit Sachbeschädigung, wenn eine echte Urkunde bei der Fälschung beschädigt wurde.

Diese Strafen drohen Urkun­den­fäl­schern

Urkundenfälschung kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden, je nach Fall ist auch eine Geldstrafe möglich. So hat etwa das Oberlandesgericht Bamberg einen Mann, der sich selbst einen auf den ersten Blick täuschend echt aussehenden Ausweis mit der Aufschrift "Personenausweis Freie Stadt Danzig" ausgestellt hatte,  zu einer Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu je 100 Euro verurteilt (AZ 3 Ss 50/14).

In besonders schweren Fällen beträgt die Freiheitsstrafe sechs Monate bis zehn Jahre. Dazu gehören zum Beispiel banden- und gewerbsmäßige Urkundenfälschung. Auch wenn beispielsweise Amtsträger ihre Befugnisse zum Zwecke der Urkundenfälschung ausnutzen, liegt in der Regel ein besonders schwerer Fall vor.

Gefälsch­tes Arbeits­zeug­nis: Fristlose Kündigung droht

Neben den strafrechtlichen Folgen, die eine Urkundenfälschung nach sich ziehen kann, können auch arbeitsrechtliche Konsequenzen drohen. Wenn ein Arbeitnehmer zum Beispiel bei seiner Bewerbung ein gefälschtes Zeugnis einreicht und die Stelle erhält, rettet ihn im Zweifel auch keine lange, erfolgreiche Betriebszugehörigkeit. Auch noch nach Jahren ist der Arbeitgeber zur fristlosen Kündigung berechtigt, sollte die Urkundenfälschung auffliegen. Ein entsprechendes Urteil hat das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg gefällt (AZ 5 Sa 25/06) – in diesem Fall hatte der Arbeitgeber nach acht Jahren entdeckt, dass ein Mitarbeiter bei seiner Bewerbung ein gefälschtes Zeugnis vorgelegt hatte, und diesen fristlos entlassen.

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