Nach­sit­zen und andere Strafen: Was dürfen Lehrer? Kzenon, Fotolia

22. November 2016, 16:32 Uhr

Nicht alles ist erlaubt Nach­sit­zen und andere Strafen: Was dürfen Lehrer?

In der Schule ist das Wort des Lehrers Gesetz. Aber was dürfen Lehrer und was verstößt gegen gesetzliche Regelungen? Grundsätzlich ist es legitim, wenn Lehrer im gewissen Umfang Sanktion wie zum Beispiel Nachsitzen verhängen, um Störer zu bestrafen.

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Was dürfen Lehrer? Ver­hält­nis­mä­ßig­keit als Grundsatz

RechtsschutzGrundsätzlich gilt für Lehrer: Bestrafungen müssen verhältnismäßig sein und die Rechte der Schüler nicht beschneiden.  Der Klassiker unter den Schüler-Bestrafungen, das Nachsitzen, gilt gemeinhin als legitime Sanktion. Allerdings nur, so lange es eine Dauer von zwei Stunden nicht überschreitet. Längeres Nachsitzen wird im Normalfall als unverhältnismäßig betrachtet.

Auch das Konfiszieren ihres Handys müssen sich Schüler, die während des Unterrichts nicht die Finger von dem Gerät lassen können, gefallen lassen. Was Lehrer jedoch nicht dürfen, ist im Smartphone des Schülers herumzustöbern. Damit würden sie ganz klar seine Privatsphäre verletzen. Auch ein generelles Verbot, Handys mit in die Schule zu bringen, ist nicht rechtens.

Erzie­hungs­maß­nah­men wie Nach­sit­zen bei leich­te­ren Verstößen

Was erlaubt und was verboten ist, regelt die jeweilige Schulordnung. Verstößt ein Schüler gegen diese Verhaltensregeln, dürfen Lehrer im ersten Schritt zu pädagogischen Maßnahmen wie dem altbekannten Nachsitzen greifen oder Störenfriede in eine Parallelklasse schicken. Bei schwerwiegenderen Verstößen sind auch sogenannte Ordnungsmaßnahmen wie der zeitweise Ausschluss vom Unterricht legitim. Der Schulverweis gilt als schärfste dieser Ordnungsmaßnahmen.

In vielen Bereichen regelt das Schulrecht, was Lehrer dürfen und was nicht. Da dies Ländersache ist, können bestimmte Sanktionen in einem Bundesland erlaubt sein, im Nachbarland jedoch nicht. Und auch die Bestimmungen anderer Rechtsgebiete gelten in Schulen. So können beispielsweise bei Beleidigungen auch die Bestimmungen des Strafgesetzbuchs herangezogen werden.

Was Lehrer dürfen mitunter situa­ti­ons­ab­hän­gig

Und auch die Situation bestimmt, was Lehrer dürfen. Wenn es darum geht, Gefahren abzuwehren, dürfen Lehrkräfte eingreifen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn sich ein Schüler auf einer Klassenfahrt durch Drogenkonsum selbst gefährdet. In solchen Fällen dürfen Lehrer Schüler nach Hause schicken.

Eltern, die eine gegen ihr Kind verhängte Strafe als unverhältnismäßig betrachten, können dagegen Widerspruch beim Verwaltungsgericht einlegen. Ordnungsmaßnahmen, die meist mit einem gewissen Vorlauf verhängt werden, werden durch einen solchen Widerspruch zunächst einmal aufgeschoben. Doch auch den milderen Erziehungsmaßnahmen wie dem Nachsitzen kann juristisch widersprochen werden.

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