Taschengeldparagraph: Wie viel Taschengeld in welchem Alter? Alena Yakusheva, Fotolia

Geschäftsfähigkeit von Kindern Taschen­geld­pa­ra­graph: Wie viel Taschen­geld in welchem Alter?

Der 10-jährige Filius kommt stolz mit einer selbst erstandenen Playstation nach Hause? Eigentlich verbietet der Taschengeldparagraph derartige Geschäfte. Er regelt, in welchem Umfang Kinder und Jugendliche auch ohne Zustimmung der Eltern ihr Geld ausgeben dürfen.

Falls es doch einmal Ärger gibt: Der 360°-Rechtsschutz von ADVOCARD sichert Sie und Ihre Familie rundum ab. >>

Kleine Geschäfte vor Erreichen der Geschäfts­fä­hig­keit

Mit dem Taschengeldparagraphen ist § 110 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) gemeint. Er erlaubt Kindern ab 7 Jahren und Jugendlichen, rechtswirksame Geschäfte auch ohne Zustimmung ihrer Eltern abzuschließen, solange die Beträge, die dabei fließen, im Rahmen der eigenen Mittel des Kindes liegen. Und diese "eigenen Mittel" von beschränkt geschäftsfähigen Kindern und Jugendlichen sind in erster Linie ihr Taschengeld. Wie viel Taschengeld Kinder und Jugendliche in welchem Alter bekommen sollten, legt der Taschengeldparagraph allerdings nicht fest. Vom Taschengeldparagraphen ausgenommen sind Ratenkäufe und der Abschluss von Handyverträgen und Abos. Hierfür ist die volle Geschäftsfähigkeit Voraussetzung.

Taschen­geld­pa­ra­graph schützt auch Eltern und Händler

RechtsschutzDer Taschengeldparagraph vereinfacht das Leben von Eltern und Kindern und gibt Händlern rechtliche Sicherheit. Da Minderjährige nicht voll geschäftsfähig sind, müssten sie ohne diese Regelung vor jedem Kauf die Zustimmung ihrer Eltern einholen, damit er rechtswirksam ist – auch wenn es sich nur um einen Radiergummi für 50 Cent handelt. Da dies in der Praxis wenig sinnvoll wäre, hat der Gesetzgeber den Taschengeldparagraphen geschaffen.  Er schützt gleichzeitig auch Händler und Verkäufer. Denn ohne Taschengeldparagraph wäre jeder Kauf von Minderjährigen rein rechtlich gesehen schwebend unwirksam. Die Eltern könnten also jederzeit eine Rückabwicklung des Kaufs verlangen, die Kosten dafür gingen dann zu Lasten des Händlers.

Streit­fra­ge: Wie viel Taschen­geld ist normal?

Schwierigkeit bei der Anwendung dieser gesetzlichen Regelung ist die Frage, wie viel Taschengeld in welchem Alter üblich ist. Wie hoch ist der Rahmen, in dem Kinder und Jugendliche eigenständig Käufe tätigen können? Orientierung bieten die Taschengeldempfehlungen der Jugendämter. Diese sehen beispielsweise für Vier- bis Fünfjährige ein wöchentliches Taschengeld von 50 Cent vor und 1,50 bis 2,00 Euro für Sechs- bis Siebenjährige. Bei Acht- bis Neunjährigen sind 2,00 bis 2,50 demnach angemessen. Ab einem Alter von zehn Jahren empfehlen die Jugendämter eine monatliche Auszahlung. 13 bis 16 Euro pro Monat ist die Empfehlung für Kinder von zehn bis elf Jahren, 18 bis 22 Euro für 12- bis 13-Jährige, 25 bis 30 Euro für 14- bis 15-Jährige. Ab 16 Jahren werden 35 bis 45 Euro monatlich empfohlen. Letztendlich hängt es natürlich  immer von der finanziellen Situation der Familie ab, wie viel Taschengeld gezahlt wird.

So einfach ist Rechtsschutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.