Beschäf­ti­gungs­ver­bot Wave­bre­ak­me­dia­Mi­cro, Fotolia

19. Dezember 2014, 13:22 Uhr

Beschäf­ti­gungs­ver­bot Mut­ter­schutz: Wie lange dürfen Schwan­ge­re arbeiten?

Erwarten erwerbstätige Frauen ein Kind, verabschieden sie sich in der Regel kurz vor der Entbindung in den Mutterschutz. Um Schwangere und frisch gebackene Mütter vor Gefährdungen, Überforderung und Gesundheitsschädigungen am Arbeitsplatz sowie vor finanziellen Einbußen oder gar vor dem Verlust des Arbeitsplatzes zu schützen, gibt es das Mutterschutzgesetz in Deutschland. Es regelt das Arbeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerin während der gesamten Schwangerschaft und in der anschließenden Stillzeit. Außerdem sind in dem Gesetz Schutzfristen festgelegt, in denen Schwangere einem Beschäftigungsverbot unterstehen. Wie lange die Mutterschutzfristen dauern ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

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Wie lange dauert das generelle Beschäf­ti­gungs­ver­bot?

Erst wenn schwangere Arbeitnehmerinnen ihren Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft informieren, tritt der Mutterschutz in Kraft. Kommen Sie Ihrer Mitteilungspflicht ordnungsgemäß nach, reduzieren Sie von Vorneherein mögliches Streitpotential mit Ihrem Chef. Der Gesetzgeber sieht vor, dass werdende Mütter in den letzten sechs Wochen vor dem mutmaßlichen Geburtstermin und acht Wochen danach nicht beschäftigt werden – unabhängig von der Art der Beschäftigung. Diese Ausfallzeiten werden rechtlich als reguläre Arbeitszeit gewertet. Dies bedeutet, dass in dieser Zeit beispielsweise auch Urlaubsansprüche entstehen.

Indi­vi­du­el­le Beschäf­ti­gungs­ver­bo­te im Mut­ter­schutz

Neben dem generellen Beschäftigungsverbot, gibt es auch individuelle Beschäftigungsverbote: Diese werden immer dann wirksam, wenn bestimmte Risiken für die schwangere Arbeitnehmerin und ihr ungeborenes Kind bestehen. Ein solches Risiko kann beispielsweise die Arbeit mit gesundheitsgefährdenden Stoffen sein.

Grundsätzlich ist der Arbeitgeber nach Kenntnisnahme der Schwangerschaft einer Angestellten dazu verpflichtet, die Aufsichtsbehörden zu informieren und eine Beurteilung des Arbeitsplatzes der werdenden Mutter vorzunehmen. Dieser sollte so gestaltet sein, dass eine Gefährdung für Mutter und Kind ausgeschlossen werden kann. Lassen sich diese Risiken nicht beheben, kann ein vorzeitiges Beschäftigungsverbot möglicherweise die einzige Lösung sein. Hier sind immer konkrete gesundheitliche Gründe ausschlaggebend: Das individuelle Beschäftigungsverbot muss immer durch ein ärztliches Attest bestätigt werden.


Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

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