Beim Beschäf­ti­gungs­ver­bot in der Schwan­ger­schaft wird die Arbeits­ver­pflich­tung teilweise ein­ge­schränkt zinkevych, Fotolia

7. November 2017, 10:30 Uhr

Schutz in der Schwan­ger­schaft Beschäf­ti­gungs­ver­bot in der Schwan­ger­schaft: Was beachten?

Das Beschäftigungsverbot während der Schwangerschaft oder nach der Geburt ist Teil des Mutterschutzgesetzes (MuSchG). Dabei gibt es generelle, individuelle und absolute Verbote zur Beschäftigung von werdenden und stillenden Müttern. Der Arbeitgeber muss sich daran halten und auch weiterhin das volle Gehalt zahlen.

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Arten des Beschäf­ti­gungs­ver­bots während der Schwan­ger­schaft

Zunächst ist es wichtig, das Beschäftigungs- vom Berufsverbot abzugrenzen: Beim Berufsverbot wird jemandem die Ausübung eines gewissen Berufes untersagt, um die Allgemeinheit zu schützen. Beim Beschäftigungsverbot für Schwangere wird die Arbeitsverpflichtung zeitweilig eingeschränkt, um die Gesundheit von Mutter und Kind zu schützen.

Es gibt dabei drei verschiedene Formen des Beschäftigungsverbots:

generell: gilt für alle werdenden oder stillenden Mütter ohne besonderes Attest; Schwangere dürfen auf eigenen Wunsch arbeiten, sind dazu aber nicht verpflichtet
absolut: Arbeit ist ausnahmslos untersagt
individuell: komplettes oder teilweises Beschäftigungsverbot auf Anweisung des Arztes

  • Das generelle Beschäf­ti­gungs­ver­bot stellt schwan­ge­re Frauen bei­spiels­wei­se von schweren kör­per­li­chen Tätig­kei­ten frei und erlaubt, sechs Wochen vor dem Ent­bin­dungs­ter­min die Arbeit ganz ein­zu­stel­len. Wer aber frei­wil­lig in dieser Zeit arbeiten will, darf das tun.
  • Das absolute Beschäf­ti­gungs­ver­bot gilt für acht Wochen nach der Ent­bin­dung. Atteste sind dafür nicht notwendig. Bei schweren Geburten und nach Bedarf kann es auf bis zu sechs Monate ver­län­gert werden – aller­dings nur auf ärztliche Anordnung.
  • Das indi­vi­du­el­le Beschäf­ti­gungs­ver­bot wird an den Ein­zel­fall angepasst. Es kann die Arbeit komplett verbieten oder aber nur bestimmte Tätig­kei­ten unter­sa­gen bezie­hungs­wei­se die Arbeits­zeit pro Tag verkürzen.

Wer zahlt während des Beschäf­ti­gungs­ver­bo­tes?

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Schwangere Angestellte bekommen während eines Beschäftigungsverbotes weiterhin ihr volles Gehalt vom Arbeitgeber und haben so keine finanziellen Nachteile – anders als bei einer Krankschreibung, bei der es nach sechs Wochen nur noch das niedrigere Krankengeld gibt.

Für werdende Mütter ohne Arbeit sieht das etwas anders aus: Sie haben keinen Arbeitgeber, der Gehalt zahlen könnte. Sobald sie ein Beschäftigungsverbot erhalten, sind sie auch nicht mehr vermittelbar. Die Arbeitsagentur stellt daher dann die Zahlungen ein. Bei einer Krankschreibung hingegen bleiben die Unterstützungsleistungen erhalten.

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