Eine schwan­ge­re Frau am Computer: Schwan­ger­schaft - Arbeit­ge­ber infor­mie­ren, aber wann? con­trast­werk­statt, Fotolia

24. November 2015, 10:48 Uhr

Recht­zei­tig absichern Schwan­ger­schaft: Arbeit­ge­ber infor­mie­ren, aber wann?

Viele Frauen fragen sich, wann sie bei einer Schwangerschaft den Arbeitgeber informieren müssen. Besteht überhaupt eine gesetzliche Mitteilungspflicht? Durch das Mutterschutzgesetz sind Schwangere und junge Mütter im Beruf geschützt, zum Beispiel dürfen sie nicht mehr schwer arbeiten und der Arbeitgeber darf ihnen ab Beginn der Schwangerschaft keine Kündigung mehr aussprechen. Damit diese Vorschriften eingehalten werden können, muss die Arbeitnehmerin den Arbeitgeber aber über ihre Schwangerschaft informieren.

Bei ungerechter Behandlung im Job hilft der Berufs-Rechtsschutz. >>

Keine grund­sätz­li­che Mit­tei­lungs­pflicht laut Mut­ter­schutz­ge­setz

Es besteht keine grundsätzliche Mitteilungspflicht gegenüber dem Arbeitgeber, wenn eine Angestellte schwanger wird. Im Mutterschutzgesetz ist stattdessen aber eine Soll-Vorschrift enthalten, da eine solche Mitteilung sehr empfehlenswert ist. Nur dann kann der Arbeitgeber nämlich entsprechende Sicherheitsvorkehrungen treffen und den Kündigungsschutz beachten, der für werdende Mütter gilt. Mit der Mitteilung über die Schwangerschaft sollte auch der mutmaßliche Tag der Entbindung angegeben werden. Der Arbeitgeber muss dann die zuständige Aufsichtsbehörde informieren, darf aber keine Dritten wie zum Beispiel andere Kollegen in Kenntnis setzen.

Ausnahmen zur Mit­tei­lungs­pflicht

Es kann sich aber trotzdem die Pflicht ergeben, bei Kenntnis über die Schwangerschaft den Arbeitgeber zu informieren, und zwar dann, wenn sonst die Treuepflicht der Arbeitnehmerin verletzt werden würde. In bestimmten Fällen ist es nämlich besonders wichtig für den Arbeitgeber, über eine Schwangerschaft seiner Angestellten informiert zu sein. Das gilt, wenn die Arbeit mit besonderen Gefährdungen verbunden ist oder wenn die Suche nach einem geeigneten Ersatz längere Zeit in Anspruch nehmen würde, weil die Mitarbeiterin einen sehr komplexen Aufgabenbereich hat. Der Arbeitgeber muss dann rechtzeitig vor Beginn des Mutterschutz-Zeitraums mit der Suche beginnen.

Auch in dieses Fällen ist ein Arbeitsrechtsschutz sinnvoll! >>

Wie bei Schwan­ger­schaft den Arbeit­ge­ber infor­mie­ren?

Sie können bei einer Schwangerschaft den Arbeitgeber auf beliebige Weise informieren, also zum Beispiel mündlich, telefonisch, per Brief oder E-Mail. Die schriftliche Form ist aber aus Beweisgründen empfehlenswert, um auf der sicheren Seite zu sein. Es ist auch möglich, den Arbeitgeber auf eine potenzielle Schwangerschaft hinzuweisen, wenn Sie sich noch nicht sicher sind. Auch in diesem Fall muss er die nach dem Mutterschutzgesetz erforderlichen Schutzmaßnahmen einleiten.


Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.