Arbeiten während der Eltern­zeit: Mutter mit Headset arbeitet mit Kleinkind auf dem Schoß am Computer goodluz, Fotolia

9. November 2015, 11:52 Uhr

In Teilzeit arbeiten Arbeiten während der Eltern­zeit: Wie viele Stunden sind erlaubt?

Arbeiten während der Elternzeit kann sich unter Umständen lohnen: Vielleicht reicht das Geld nicht mehr, wenn nach einem Jahr der Elterngeld-Zeitraum vorbei ist, Sie aber die gesamten drei Jahre der Elternzeit nehmen möchten. Oder Sie möchten einfach den Anschluss im Job nicht verpassen. Einige Regeln müssen trotzdem beachtet werden, um beim Arbeiten während der Elternzeit auf der sicheren Seite zu sein. So ist etwa nur eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden erlaubt.

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Maximal 30 Arbeits­stun­den sind erlaubt

Beim Arbeiten während der Elternzeit müssen Sie in Teilzeit arbeiten. Es dürfen höchstens 30 Arbeitsstunden pro Woche sein. Dies gilt auch dann, wenn Sie sich noch in Elternzeit befinden, aber kein Elterngeld mehr beziehen. Wenn das Unternehmen, bei dem Sie beschäftigt sind, mindestens 15 Mitarbeiter hat und Sie seit mindestens sechs Monaten dort arbeiten, können Sie einen Anspruch darauf erheben, auch während Ihrer Elternzeit zwischen 15 und 30 Stunden in der Woche zu arbeiten. Wenn Sie weniger als 15 Arbeitsstunden pro Woche leisten möchten, kann dies mit Zustimmung des Arbeitgebers grundsätzlich ebenfalls möglich sein.

Teil­zeit­ar­beit muss beantragt werden

Sie müssen das Arbeiten während der Elternzeit beantragen. Ihr Arbeitgeber darf widersprechen, wenn dringende betriebliche Gründe dagegen sprechen, die er nachweisen kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn bei Ihrer Stelle Teilzeitarbeit nicht möglich ist. Wenn solche Gründe nicht vorliegen, ist der Arbeitgeber rechtlich dazu verpflichtet, Ihnen die Teilzeitarbeit zu ermöglichen.

Lohnt sich das Arbeiten in der Eltern­zeit?

Junge Eltern sollten genau durchrechnen, ob sich das Arbeiten in der Elternzeit für sie lohnt. Denn das Gehalt wird auf das Elterngeld angerechnet, selbst wenn es sich um einen Minijob handelt. Es wird ein bestimmter Prozentsatz der Differenz aus dem vorherigen und dem aktuellen Einkommen berechnet. Wer also zum Beispiel 1.500 Euro netto verdient hat und durch die Teilzeitarbeit nun 500 Euro verdient, erhält als Elterngeld nur noch den für ihn geltenden Prozentsatz der übrigen 1.000 Euro – meist 65 Prozent. Stehen finanzielle Überlegungen im Vordergrund, sollten Sie also genau berechnen, ob durch das Arbeiten während der Elternzeit tatsächlich ein deutliches Plus auf dem Konto möglich ist. Sinnvoll ist die Teilzeitarbeit aber auch mit wenigen Arbeitsstunden pro Woche immer dann, wenn sie dazu dient, im Job auf dem Laufenden zu bleiben und bestehende Kontakte zu pflegen.

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