Von hinten geblitzt: Gilt der Buß­geld­be­scheid trotzdem? Ein offener Kof­fer­raum, in dem ein Blitzer steht, dahinter sieht man das Heck eines silbernen Kombis. Sven Grundmann, Fotolia

23. September 2016, 10:12 Uhr

Einspruch möglich Von hinten geblitzt: Gilt der Buß­geld­be­scheid trotzdem?

Sie wurden von hinten geblitzt und erhalten einen Bußgeldbescheid? Unter Umständen können Sie dagegen Einspruch einlegen, denn auf dem Foto sind Sie als Fahrer nicht zu sehen. Informieren Sie sich hier über die Rechtslage.

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Von hinten geblitzt: Die Rechts­la­ge

RechtsschutzIn Österreich wird häufig von hinten geblitzt, in Deutschland ist das dagegen die Ausnahme. Sie kann aber trotzdem eintreten und der Bußgeldbescheid ist grundsätzlich auch gültig. Allerdings ist auf dem Blitzerfoto nicht zu erkennen, wer zu dem betreffenden Zeitpunkt der Fahrer des Wagens war. In Deutschland besteht – anders als in Österreich – keine Halterhaftung, stattdessen muss der Fahrer das Bußgeld zahlen. Die Polizei muss also dem Halter des Wagens nachweisen, dass er selbst am Steuer saß. Ist er von vorne geblitzt worden, ist das in der Regel über das Foto möglich, sofern er darauf zu erkennen ist. Wurde das Fahrzeug von hinten geblitzt, entfällt diese Möglichkeit. Allerdings kann ein Fahrzeughalter zum Führen eines Fahrtenbuchs verpflichtet werden, wenn er selbst nicht der Schuldige ist, aber auch keine andere Person als Fahrer benennen kann. So entschied zum Beispiel das Verwaltungsgericht Minden in einem entsprechenden Fall (AZ 2 K 1957/12).

Geblitzt worden: Einspruch gegen Buß­geld­be­scheid?

Grundsätzlich können Sie innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen, wenn Sie einen Bußgeldbescheid erhalten haben. Das ist zum Beispiel möglich, wenn Sie auf dem Foto nicht zu erkennen sind – also auch dann, wenn Sie von hinten geblitzt worden sind. Allerdings müssen Sie in der Lage sein, sich selbst zu entlasten. Um festzustellen, ob ein Einspruch in Ihrem konkreten Fall Aussicht auf Erfolg hat, sollten Sie sich am besten von einem Anwalt beraten lassen, der auf Verkehrsrecht spezialisiert ist. Eine spezielle Verkehrsrechtsschutzversicherung lohnt sich für solche Fälle, da Sie sonst die Verfahrenskosten tragen müssen, wenn Sie nicht erfolgreich sind.

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