Schau­lus­ti­ge Syda Pro­duc­tions, Fotolia

3. Februar 2016, 10:10 Uhr

Schau­lus­ti­ge Gaffen und unter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung: Diese Strafen drohen

Bei einem Unfall drosseln viele Autofahrer das Tempo, um zu gaffen. Manche machen sogar Fotos vom Unfallort. Das behindert die Einsatzkräfte und wird deshalb mit einem Bußgeld bestraft. Sie sollten sich aber vergewissern, ob die Unfallopfer möglicherweise Hilfe benötigen, denn unterlassene Hilfeleistung bei einem Unfall ist eine Straftat.

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Gaffen als Ord­nungs­wid­rig­keit

Eigentlich ist bekannt, wie das korrekte Verhalten bei einem Unfall aussieht: Gegebenenfalls selbst helfen, und falls bereits Einsatzkräfte vor Ort sind, weiterfahren und eine Rettungsgasse freilassen. Doch häufig behindern Schaulustige den Ablauf am Unfallort, indem sie langsamer fahren, das Geschehen beobachten oder sogar fotografieren und filmen. Dadurch werden die Einsatzkräfte gestört und es kann durch die Ablenkung zu Auffahrunfällen kommen. Beim reinen Gaffen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro bestraft werden kann – abhängig davon, wie stark die verursachte Behinderung ist. Auch wenn Sie den Seitenstreifen befahren oder dort parken und dadurch die Rettungskräfte behindern, müssen Sie mit einem Bußgeld rechnen. In allen diesen Fällen werden aber keine Punkte in Flensburg eingetragen.

Fotos und Videos sind eine Straftat

Wenn Aufnahmen von den Verletzten und den Unfallwagen gemacht werden, handelt es sich allerdings nach § 201a des Strafgesetzbuchs (StGB) um eine Straftat, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe geahndet wird. Die Polizei darf außerdem die Handys und Kameras der Schaulustigen sofort einziehen. Auch wenn das Gaffen an sich momentan noch keine Straftat darstellt, könnte sich das bald ändern: Auf dem Verkehrsgerichtstag 2016 in Goslar wurde eine Bundesratsinitiative vorgestellt, die auch das Gaffen und Behindern von Hilfeleistungen zu einer Straftat machen soll.

PrivatrechtsschutzUnter­las­se­ne Hil­fe­leis­tung: Frei­heits­stra­fe droht

Wer Zeuge eines Unfalls wird, ist verpflichtet, Erste Hilfe zu leisten, andernfalls handelt es sich um unterlassene Hilfeleistung und damit um eine Straftat, die nach § 323c StGB eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe nach sich zieht. Falls Hilfe allerdings nur unter akuter Gefahr für Sie selbst möglich ist, sind Sie nicht dazu verpflichtet, selbst tätig zu werden. Sie sollten aber schnellstmöglich über 112 den Notdienst alarmieren. Wenn Sie bemerken, dass bereits jemand vor Ort ist und hilft, müssen Sie ebenfalls nicht anhalten. Dann sollten Sie zügig weiterfahren, um auf der sicheren Seite zu bleiben und nicht als Gaffer zu gelten.

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