Fahrradabteil einer Regionalbahn von außen © iStock.com/scanrail

12. Mai 2026, 21:18 Uhr

Achtung; das wird teuer Fahrrad im Zug oder Bus mitnehmen: Regeln, Kosten und Bußgelder

Das Fahrrad im Zug mitzunehmen, ist bei weiten Touren und für Pendler praktisch, die am Zielort flexibel vorankommen möchten. Allerdings solltest du dich nicht grundsätzlich darauf verlassen, dein Fahrrad im Zug mitnehmen zu können. Welche Regeln im Nah- und Fernverkehr und in den Öffis gelten, erfährst du hier.

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Im Fern­ver­kehr gilt meist: Ohne Reser­vie­rung geht nichts

Das Platzangebot für Fahrräder ist in Fernverkehrszügen in der Regel begrenzt, deshalb solltest du die Fahrradmitnahme immer schon bei der Ticketbuchung mitplanen. In Intercity- und Eurocity-Zügen darfst du dein Fahrrad nur mit separater Fahrradkarte und reserviertem Stellplatz dabeihaben. Ohne diese Reservierung kann dir die Mitnahme verweigert werden.

Wer sein Fahrrad ohne erforderliches Zusatzticket im Zug mitnimmt, riskiert in Deutschland meist kein klassisches Bußgeld, sondern nach § 6 Eisenbahnverkehrs-Verordnung (EVO) ein erhöhtes Beförderungsentgelt von mindestens 60 Euro. Hattest du das nötige Ticket zwar gekauft, konntest es bei der Kontrolle aber nicht vorzeigen, kann sich der Betrag bei rechtzeitigem Nachweis in der Regel auf 7 Euro reduzieren.

Wichtig ist auch: In ICE-Zügen ist die Fahrradmitnahme nur auf bestimmten Strecken möglich, denn nicht jeder ICE hat Fahrradplätze. Die Verbindung muss deshalb ausdrücklich für die Fahrradmitnahme freigegeben sein. Wenn du online buchst, solltest du deshalb direkt ein Fahrrad hinzufügen. Nur dann werden dir passende Verbindungen angezeigt.

Junge Frau mit Zopf steigt mit Fahrrad in U-Bahn
© iStock.com/Thomas_EyeDesign

Fahrrad im Nah­ver­kehr mitnehmen: Was, wenn kein Platz ist?

In Regionalzügen, S-Bahnen und vielen U-Bahnen ist die Fahrradmitnahme meist unkomplizierter, aber eben nicht garantiert. In Nahverkehrszügen gibt es meist ein Mehrzweckabteil, in dem Fahrräder sicher abgestellt werden können. Eine Reservierung ist für die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen daher normalerweise erst ab einer Gruppengröße von sechs Personen erforderlich.

Trotzdem gilt üblicherweise: Wenn es voll ist, haben Menschen mit Rollstuhl, Gehhilfe oder Kinderwagen Vorrang. Im Zweifel entscheidet das Betriebspersonal, ob eine Radmitnahme möglich ist.

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Gerade im Berufsverkehr wird es oft eng. Viele Verkehrsverbünde beschränken die Mitnahme deshalb zu Stoßzeiten oder auf einzelnen Linien ganz. Für dich heißt das im Alltag vor allem: Schau nicht nur auf den Fahrplan, sondern auch auf die Beförderungsbedingungen.

Typisch sind vor allem diese Regeln:

Gut zu wissen: Bei längeren Reisen über mehrere Bundesländer oder Verkehrsverbundgebiete hinweg ist die bundesweit einheitliche Fahrradtageskarte praktisch, die du am Automaten oder online bei der Bahn kaufen kannst.

INFO

Deutsch­land­ti­cket: Ist das Fahrrad auto­ma­tisch dabei?

Nein, das Deutschlandticket enthält die Fahrradmitnahme nicht automatisch. Ob du dein Rad kostenlos mitnehmen darfst oder ein zusätzliches Fahrradticket brauchst, richtet sich nach den Regeln des jeweiligen Verkehrsverbunds oder Verkehrsunternehmens.

Gerade in Ferienzeiten solltest du außerdem damit rechnen, dass Züge besonders voll sind. Selbst mit Fahrradticket gibt es im Nahverkehr meist keinen festen Anspruch auf Mitnahme, wenn Sicherheit, Betriebsablauf oder andere Fahrgäste beeinträchtigt würden.

Nicht jedes Fahrrad zählt als „normales“ Fahrrad

Für die Mitnahme erlaubt sind in der Regel klassische, einsitzige Zweiräder mit einer Reifenbreite von 40 bis 60 mm. Auch Fatbikes sind erlaubt, sofern die Reifen in die Fahrradhalterung passen. Kinderfahrräder bis 16 Zoll dürfen in der Regel als normales Gepäck reisen, wenn ausreichend Platz vorhanden ist. Sie müssen dann nicht im Fahrradabteil stehen.

Auch einsitzige E-Bikes und Pedelecs mit Tretunterstützung bis 25 km/h dürfen meist mitfahren. Bei Fernzügen verlangt die Bahn allerdings, dass der Akku fest am Rad montiert bleibt – aufgeladen werden darf er während der Fahrt nicht.

Schwieriger wird es bei Sondermodellen. Tandems, Liegeräder und große Dreiräder sind im Fernverkehr für den Mittransport für gewöhnlich ausgeschlossen und im Nahverkehr nur dann erlaubt, wenn genug Platz vorhanden ist. Lastenräder sind vielerorts komplett ausgeschlossen. Zusammengeklappte Fahrradanhänger oder Falträder sind dagegen oft deutlich unproblematischer mitzunehmen.

A young man standing inside a train with his bicycle, taking something from a bag attached to the bike while looking out the train window. The image shows a moment of multimodal commuting, combining cycling and public transportation during a train journey
© iStock.com/Arash Zare

Mit dem Rad in den Urlaub: Kurz­über­blick für Nachbarländer

Wenn du grenzüberschreitend unterwegs bist, solltest du die Regeln immer separat prüfen. Ein paar typische Beispiele:

  • Belgien: Für normale Fahrräder brauchst du meist ein Zusatz­ti­cket. Falträder dürfen in der Regel kostenlos mit­ge­nom­men werden.
  • Dänemark: In Regio­nal­zü­gen und S-Bahnen ist die Mitnahme oft einfacher, im Fern­ver­kehr brauchst du meist eine Fahrradreservierung.
  • Frank­reich: In Regio­nal­zü­gen ist die Mitnahme oft unkom­pli­ziert, im Fern­ver­kehr aber je nach Ver­bin­dung reservierungspflichtig.
  • Italien: In Regio­nal­zü­gen ist die Mitnahme gefal­te­ter oder zerlegter Räder meist kostenlos möglich, „ganze Fahrräder“ nur auf ent­spre­chend gekenn­zeich­ne­ten Verbindungen.
  • Nie­der­lan­de: Fahrräder dürfen meist nur außerhalb der Haupt­ver­kehrs­zei­ten mit, und zwar mit einem spe­zi­el­len Off-Peak-Biketicket
  • Öster­reich: In vielen Nah- und Fernzügen ist die Mitnahme möglich, im Fern­ver­kehr aber übli­cher­wei­se nur mit Reservierung.
  • Schweiz: Für Fahrräder brauchst du meist ein eigenes Velo-Billett. Auf bestimm­ten Strecken und in bestimm­ten Zeit­räu­men ist zusätz­lich eine Reser­vie­rung Pflicht.

Unterm Strich gilt: Dein Fahrrad darf oft mit – aber eben nicht immer. Wenn du die Regeln der jeweiligen Verbindung kennst und Stoßzeiten meidet, ersparst du dir am Bahnsteig viel Stress.

FAQ

  • Brauche ich für die Fahr­rad­mit­nah­me im Zug eine Reservierung?

Im Fernverkehr in der Regel ja, im Nahverkehr meist nicht – dort ist die Mitnahme aber nur dann möglich, wenn genug Platz vorhanden ist.

  • Darf ich mein Fahrrad auch im Bus mitnehmen?

Das ist oft nur eingeschränkt oder gar nicht erlaub. Wenn die Mitnahme möglich ist, gibt es meist nur sehr wenige Stellplätze. Rollstuhlfahrer oder Personen mit Kinderwagen haben dann den Vorrang.

  • Kann ich mein Fahrrad mit dem Deutsch­land­ti­cket kostenlos mitnehmen?

Das Deutschlandticket enthält die Fahrradmitnahme nicht automatisch. Ob ein Zusatzticket nötig ist, hängt vom jeweiligen Verbund oder Verkehrsunternehmen ab.

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