Wer sein Fahrrad im Zug mitnehmen möchte, sollte sich vorher über die Kon­di­tio­nen erkun­di­gen ttinu, Fotolia

24. Mai 2017, 10:30 Uhr

Mit dem Drahtesel unterwegs Fahr­rad­mit­nah­me in der Bahn: Rechte und Pflichten

Die Fahrradmitnahme im Zug ist praktisch – egal ob für weitere Touren oder für Pendler, die am Zielort flexibel vorankommen möchten. Allerdings sollten Sie nicht grundsätzlich darauf verlassen, Ihr Fahrrad im Zug mitnehmen zu können. Nicht in allen Zügen sind Fahrräder erlaubt.

Ob mit Auto oder Fahrrad – rundum gut geschützt mit einem Verkehrsrechtsschutz. >>

Fahr­rad­mit­nah­me in Fern­ver­kehrs­zü­gen: Nur mit Reser­vie­rung

Das Platzangebot für Fahrräder ist in Fernverkehrszügen meist begrenzt. Deshalb müssen Sie den Platz für Ihr Fahrrad spätestens einen Tag vor Fahrtantritt reservieren. Zusätzlich zur normalen Fahrkarte müssen Sie eine Fahrradkarte lösen, in der die Stellplatzreservierung bereits enthalten ist. Ein spontaner Fahrradtransport ist in Fernverkehrszügen im Normalfall nicht möglich. Lediglich wenn Sie ein Faltrad mitnehmen möchten, das sich wie normales Gepäck über oder unter dem Sitz verstauen lässt, können Sie auch spontan mit Ihrem Fahrrad im Zug unterwegs sein. Ein separater Fahrschein wird in diesem Fall nicht benötigt.

Grundsätzlich nicht gestattet ist die Fahrradmitnahme in ICE-Zügen. Einzige Ausnahme ist auch hier das Faltrad im Handgepäckfach. Auch in anderen Fernverkehrszügen darf das Personal Ihnen die Mitfahrt mit dem Fahrrad im Zug verweigern, wenn Sie keine Reservierung oder keine Fahrradkarte haben.

Mit dem Fahrrad im Nah­ver­kehrs­zug

In Nahverkehrszügen gibt es meist ein Mehrzweckabteil, in dem Fahrräder sicher abgestellt werden können. Eine Reservierung ist für die Fahrradmitnahme in Nahverkehrszügen nicht erforderlich. Allerdings sollten Sie eventuelle Stoßzeiten, wie etwa im Berufsverkehr oder typische Ausflugstage in Ihrer Planung berücksichtigen. Denn ein Anspruch darauf, Ihr Fahrrad im Zug mitzunehmen, besteht nicht. Sie können zwar im Mehrzweckabteil sitzende Fahrgäste bitten, Platz für Ihr Rad zu machen. Doch Rollstühle, Rollatoren und Kinderwagen haben immer Vorrang vor der Fahrradmitnahme.

Rechtsschutz

 

Fährt das Fahrrad im Zug mit, muss auch im Nahverkehr häufig eine eigene Fahrkarte für den Drahtesel gelöst werden oder ein Aufschlag gezahlt werden. Bei einigen Verkehrsverbünden ist die Fahrradmitnahme allerdings im normalen Fahrpreis inbegriffen. Besitzer von Dauertickets dürfen bei einigen Anbietern ebenfalls ohne Aufpreis ein Fahrrad im Zug mitnehmen. Es empfiehlt sich daher, vor Reiseantritt die Beförderungsbedingungen des jeweiligen Anbieters zu lesen.

Sperr­zei­ten und Spe­zi­al­rä­der

Auf manchen Strecken dürfen Sie zu bestimmten Uhrzeiten oder an besonderen Tagen kein Fahrrad im Zug mitnehmen. Meist handelt es sich dabei um Stoßzeiten im Berufsverkehr oder Feiertage. Einige Fahrradmodelle, beispielsweise Liegeräder, dürfen wegen des großen Platzbedarfs nicht in jedem Zug mitgenommen werden. Wenn Sie ein Fahrrad mitsamt Anhänger mit in die Bahn nehmen möchten, müssen Sie zwei Fahrkarten lösen. Denn der Fahrradanhänger wird aufgrund seiner Größe wie ein vollwertiges Rad behandelt.

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