Eine gelbe Ampel über­fah­ren ist laut Stra­ßen­ver­kehrs­ord­nung nur in Aus­nah­me­fäl­len erlaubt blue­de­sign, Fotolia

31. Mai 2019, 11:00 Uhr

Achtung, das wird teuer Gelbe Ampel über­fah­ren: Droht ein Bußgeld?

Eine gelbe Ampel verführt dazu, noch mal schnell Gas zu geben, um nicht die nächste Rotphase abwarten zu müssen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) ist das Überfahren einer gelben Ampel aber nur in Ausnahmefällen erlaubt. Nicht umsonst löst mancher Ampelblitzer schon bei Gelb aus.

Ungerechtfertigtes Knöllchen? Wir unterstützen dich, wenn du Einspruch einlegen willst. >>

Darf man gelbe Ampeln über­fah­ren? Nein, aber …

Grundsätzlich bedeutet das gelbe Signallicht "Vor der Kreuzung auf das nächste Zeichen warten." (§ 37 StVO). Du solltest also anhalten. Nur, wenn das nicht gefahrlos möglich ist, darfst du ausnahmsweise auch bei Gelb noch fahren.

Müsstest du also eine Vollbremsung machen und würdest so andere Verkehrsteilnehmer gefährden oder womöglich einen Auffahrunfall provozieren, darfst du noch einmal kurz beschleunigen, um noch bei Gelb über die Kreuzung zu kommen. Dass du es persönlich eilig hast, zählt allerdings nicht als Notfall.

Bei Gelb geblitzt: Kann das sein?

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten, warum du bei Gelb geblitzt wurdest:

  • Der Blitzer ist falsch ein­ge­stellt und löst zu früh aus.
  • Die Ampel ist beim Über­fah­ren auf Rot gesprun­gen.
  • Der Ampel­blit­zer löst bewusst auch bei Gelb aus.

Allerdings kannst du als Autofahrer nicht wissen, welcher Grund zutrifft. Das heißt: Es lohnt sich durchaus, Einspruch einzulegen, solange nicht ausgeschlossen ist, dass der Blitzer schlicht und einfach falsch eingestellt war. Ein Fachanwalt für Verkehrsrecht kann dich dazu beraten.

Bei Gelb über die Ampel: Welche Strafe droht?

Für das Überfahren einer gelben Ampel gibt es lediglich ein Verwarngeld von 10 bis 15 Euro. Ein echter Rotlichtverstoß hingegen ist deutlich teurer und bringt Punkte und oft sogar Fahrverbote.

Bei einer "orangen" Ampel noch mal Gas zu geben, ist also etwas, das du lieber vermeiden solltest – denn daraus wird binnen Sekunden Rot. Wie schnell die Ampel von Gelb auf Rot springt, hängt übrigens von der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ab:

  • 50 km/h – 3 Sekunden
  • 60 km/h – 4 Sekunden
  • 70 km/h – 5 Sekunden

Ein Bußgeld musst du für den Gelblichtverstoß laut Gesetz nur bezahlen, wenn du auch anders hättest handeln können. Auf den Fotos der Ampelblitzer ist aber meist nicht erkennbar, ob ein gefahrloses Bremsen noch möglich gewesen wäre. Auch das kann also ein guter Grund sein, gegen den Bescheid Einspruch einzulegen. Zwei Wochen hast du dafür Zeit. Welches Bußgeld dir ungefähr droht, wenn du bei Rot über die Ampel fährst, kannst du mit unserem Bußgeldrechner nachrechnen.

 

FAZIT
  • Ist die Ampel gelb, heißt das: Anhalten und auf Grün warten.
  • Bei Gelb noch schnell Gas geben und rüber­fah­ren darfst du nur, wenn das Anhalten nicht gefahrlos möglich ist.
  • Wer geblitzt wurde, obwohl die Ampel noch Gelb anzeigte, sollte sich von einem Anwalt beraten lassen: Oft lohnt hier ein Einspruch.
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Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

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