Mieter ver­stor­ben: Miet­zah­lung, Vertrag und Kündigung Robert Kneschke, Fotolia

10. März 2017, 11:28 Uhr

Pflichten der Erben Mieter ver­stor­ben: Miet­zah­lung, Vertrag und Kündigung

Wenn ein Mieter verstorben ist, stellt sich die Frage, was nun mit dem Mietvertrag für die Wohnung passiert und ob der Vermieter weiter Anspruch auf Mietzahlung hat. Erben sollten ihre Rechte und Pflichten kennen, um rechtzeitig handeln und gegebenenfalls den Mietvertrag kündigen zu können.

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Mieter ver­stor­ben: Vermieter hat weiter Anspruch auf Miet­zah­lung

Wenn ein Mieter verstorben ist, endet der Mietvertrag dadurch nicht automatisch. Er geht auf die Erben des Verstorbenen über, sodass diese nun zur Mietzahlung und gegebenenfalls zu Nebenkostennachzahlungen verpflichtet sind. Es handelt sich hierbei um Nachlassverbindlichkeiten, die die Erben aus dem Nachlass des Verstorbenen bestreiten können. Sind die Zahlungsverpflichtungen höher als die Nachlasssumme, sollten sich Erben von einem Fachanwalt beraten lassen, wenn sie nicht ihre eigenen Ersparnisse antasten wollen: Es ist möglich, die Haftung auf den Nachlass zu beschränken.

Mieter ver­stor­ben: Wer übernimmt den Miet­ver­trag?

Wer anstelle des Verstorbenen in den Mietvertrag eintritt, regelt § 563 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Wenn der verstorbene Mieter in seiner Mietwohnung mit einem Ehegatten oder Lebenspartner zusammen lebte, wird der Mietvertrag automatisch mit dem Partner weitergeführt – unabhängig davon, ob dessen Name zuvor bereits mit im Mietvertrag stand oder nicht. Lebte der Verstorbene ohne Partner, aber mit seinen Kindern oder anderen Angehörigen zusammen, so treten diese in den Mietvertrag ein. Wenn der verstorbene Mieter allein lebte, geht der Mietvertrag auf die Erben über. Sofern es keine Erben gibt, kann der Vermieter seine Mietzahlungs- und weitere Forderungen gegenüber dem Nachlassverwalter geltend machen.

Miet­ver­trag: Son­der­kün­di­gungs­recht für Erben

Nicht immer möchten die Erben den Mietvertrag fortführen, wenn der Mieter verstorben ist. Ihnen steht in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht zu. Innerhalb von einem Monat, nachdem sie vom Tod des Mieters erfahren haben, können sie den Mietvertrag mit einer Frist von drei Monaten kündigen. Wichtige Voraussetzungen zur Wahrung der Form: Die Kündigung muss schriftlich erfolgen, die Erben müssen sich darin auf ihr Sonderkündigungsrecht berufen, und die Kündigung muss von sämtlichen Erben unterschrieben werden.

Auch der Vermieter kann den Mietvertrag kündigen, wenn der Mieter verstorben ist. Wenn die Erben nicht mit in der Wohnung leben, steht ihm dabei dasselbe Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats zu. Lebten die Erben aber mit in der Wohnung, muss der Vermieter die Kündigungsfrist einhalten, die auch gegenüber dem bisherigen Mieter gegolten hätte.

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