Müll­ent­sor­gung: Private Abfall­pres­sen sind verboten. Ein graue Mülltonne mit rotem Deckel aus der ein blauer Sack ragt. Matija Dodig, Fotolia

22. Dezember 2016, 17:10 Uhr

Kom­pri­mie­ren von Müll Müll­ent­sor­gung: Private Abfall­pres­sen sind verboten

Nach Heiligabend läuft die Müllentsorgung auf Hochtouren. Zu keiner anderen Zeit des Jahres fallen so viele alte Verpackungen und sonstiger Unrat an. Hier versprechen Abfallpressen Hilfe, die den Rest vom Fest kompakt zusammendrücken. Das ist praktisch. Aber erlaubt ist es meistens nicht.

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Abfall­pres­sen: Eine gute Idee?

Abfalltonnen sind teuer. Wäre es deshalb nicht sinnvoll, sie bis unter den Deckel mit komprimiertem Müll zu füllen? Schließlich wird so ihr Fassungsvermögen optimal ausgenutzt. Doch sie per Hand zu stopfen, führt kaum zum erwünschten Ergebnis. Effektiver sind stattdessen Abfallpressen. Sie quetschen zum Beispiel sperrige Verpackungen aus Pappe und Plastik mit großer Kraft auf ein Minimum zusammen. So lässt sich jeder Kubikzentimeter ausnutzen. Oder auch der Griff zu einer kleineren und günstigeren Mülltonne ist möglich.

Sehr hohes Bußgeld

Das stimmt zwar, ist für die private Müllentsorgung aber in vielen Städten verboten. Ein Verstoß wird als Ordnungswidrigkeit gewertet und kann sehr teuer werden. So bitten manche Gemeinden die Benutzer von Abfallpressen ordentlich zur Kasse. Bußgelder in Höhe von 50.000 Euro sind keine Seltenheit. Die Stadt Essen kann sogar bis zu 100.000 Euro verhängen. Und wer auf eine kleinere Mülltonne umsteigt, der muss mancherorts versichern, dass er seinen Abfall nicht presst.

Das harte Vorgehen verwundert nicht. Schließlich werden die Gebühren für die Müllentsorgung nach der Größe der Tonnen berechnet. Je kleiner die sind, desto weniger nimmt die jeweilige Gemeinde oder Stadt ein. Der Einsatz von Müllpressen kann also zu großen Verlusten in den kommunalen Kassen führen. Aber das ist nicht der einzige Grund für die Verbote.

Advocard-WohnungsrechtsschutzMüll­wer­ker und -tonnen unter Druck

Die Abfallpressen werden auf den Rand der Mülltonnen montiert und per Hebelkraft betätigt. Das sorgt für großen Druck in den Behältern. Nicht alle halten dem stand und gehen früher oder später kaputt. Außerdem werden die Tonnen durch das Komprimieren schwerer. Die Angestellten der Stadtreinigung müssen sich bei der Müllentsorgung also mehr anstrengen, was zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Und weil der Unrat quasi presspassgenau in der Tonne steckt, sträubt er sich am Müllwagen oft gegen das übliche Herausschütteln und hängt fest. Die Folge: Verdächtig schwere Tonnen gehen oft ungeleert zurück.

Wer sich für Abfallpressen interessiert, sollte bei seiner zuständigen Behörde nachfragen, ob diese Müllkomprimierer an seinem Wohnort erlaubt sind. Oder er studiert die entsprechende Abfallwirtschaftssatzung oder -verordnung. Schweigt die sich zu dem Thema aus, dann sind Abfallpressen zur privaten Müllentsorgung erlaubt.

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