Eigene Wohnung als Feri­en­woh­nung vermieten: Erlaubt? Ein Frau mit Sonnenhut liegt auf einer bepflanz­ten Terrasse. ArTo, Fotolia

11. Juli 2016, 14:48 Uhr

Ver­mie­tung an Touristen Eigene Wohnung als Feri­en­woh­nung vermieten: Erlaubt?

Wer die eigene Wohnung als Ferienwohnung vermieten möchte, muss bestimmte Vorgaben beachten. Das gilt nicht nur für Mieter, sondern auch für Wohnungseigentümer – vor allem in Eigentümergemeinschaften. Die Vermietung von privatem Wohnraum an Touristen ist in einigen Orten sogar ausdrücklich verboten.

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Für Eigen­tü­mer: Tei­lungs­er­klä­rung ist ent­schei­dend

Eigentümern hilft ein Blick in die Teilungserklärung: Sofern die Vermietung an Touristen dort nicht ausdrücklich untersagt ist und auch keine andere entsprechende Vereinbarung innerhalb der Eigentümergemeinschaft gilt, dürfen Sie grundsätzlich Ihre Wohnung als Ferienwohnung vermieten. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) 2010 entschieden (AZ V ZR 72/09).

Jedoch kann auch ein Beschluss der Eigentümergemeinschaft zuweilen rechtlich nicht haltbar sein. Dies zeigt ein Urteil des Amtsgerichts Düsseldorf (AZ 291a C 8319/12). Ein Eigentümer, der seine Wohnung als Ferienwohnung vermietete, hatte einen Beschluss der Gemeinschaft angefochten, wonach die Wohnungen nur zu Wohnzwecken genutzt werden durften. Das Gericht gab ihm recht und verwies darauf, dass Eigentümer gemäß Artikel 14 Grundgesetz (GG) in Verbindung mit § 13 Wohneigentumsgesetz (WEG) auch das Recht zur anderweitigen Nutzung hätten. Entscheidend ist dabei jedoch laut Gericht: Andere Wohnungseigentümer dürfen durch die Vermietung an Touristen nicht stärker beeinträchtigt werden, als dies bei normaler Wohnungsvermietung der Fall wäre.

Advocard-WohnungsrechtsschutzWohnung als Feri­en­woh­nung vermieten: Örtliche Rege­lun­gen beachten

Manchmal regeln auch örtliche Behörden die Frage, ob es erlaubt ist, die eigene Wohnung als Ferienwohnung zu vermieten. Vermieter sollten sich über solche Vorgaben informieren, um auf der sicheren Seite zu sein. So hat zum Beispiel der Berliner Senat 2014 mit dem sogenannten Zweckentfremdungsverbot geregelt, dass die Vermietung privater Wohnungen an Touristen in der deutschen Hauptstadt nur noch mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt ist. Hintergrund ist die Wohnraumknappheit in der Stadt. Im Mai 2016 endete die Übergangsfrist für Vermieter, seitdem drohen bei Verstößen Bußgelder. Die Vermietung einzelner Zimmer in der eigenen Wohnung an Touristen ist in Berlin aber weiter ohne Genehmigung möglich, sofern diese nicht mehr als 50 Prozent der Gesamtwohnfläche ausmachen.

Unter­ver­mie­tung an Touristen: Mieter brauchen Erlaubnis

Mieter, die ihre Wohnung als Ferienwohnung vermieten möchten, sollten unbedingt die Erlaubnis des Vermieters einholen. Wer gegen dessen Willen die angemietete Wohnung über Plattformen wie Airbnb und Co. an Touristen weitervermietet, riskiert ansonsten eine fristlose Kündigung.

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