Münd­li­cher Vertrag nenetus, Fotolia

22. Januar 2015, 11:36 Uhr

Münd­li­cher Vertrag Pri­vat­ver­kauf auf dem Flohmarkt: Wie steht es um das Gewähr­leis­tungs­recht?

Sie haben sich endlich dazu entschlossen, Ihre alten, ausrangierten Sachen zum Privatverkauf anzubieten? Eine gute Idee, denn Verkaufen ist meist besser als Wegschmeißen. Eine Möglichkeit ist das Versteigern von Omas altem Schaukelstuhl via eBay, eine andere der Verkauf auf einem Flohmarkt. Dieser Streitloste-Ratgeber befasst sich mit dem Gewährleistungsrecht auf dem Trödelmarkt. Wenn Sie sich keinen Streit mit Käufern einhandeln wollen, sollten Sie sich näher informieren.

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Bei Pri­vat­ver­kauf auf dem Flohmarkt gilt münd­li­cher Vertrag

Wenn Sie sich mit einem Käufer auf einen Preis für ein zum Privatverkauf angebotenes Stück geeinigt haben, können Sie als Verkäufer nicht ohne Weiteres davon zurücktreten. "Vertrag ist Vertrag, das unterschätzen viele Privatleute", zitiert "rp-online" Evelyn Keßler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Beispiel: Wenn der Verkäufer sagt "Ich möchte 50 Euro für diesen Schaukelstuhl" und der Käufer stimmt dem Angebot klar und deutlich zu, kommt ein mündlicher Vertrag zustande, welcher für beide Parteien bindend ist. Die rechtlichen Voraussetzungen für Angebot und Annahme sind erfüllt. Die mit einem solchen mündlichen Vertrag einhergehende Verpflichtung wird in der Praxis jedoch oft unterschätzt, sodass es zu Streit zwischen Verkäufer und Käufer kommen kann.

Gewähr­leis­tungs­recht auch auf dem Flohmarkt

Wird etwas auf dem Trödelmarkt verkauft, entstehen Pflichten für den Verkäufer in Sachen Gewährleistung. Die Mängelgewährleistung gilt in der Regel zwei Jahre lang. Dies bedeutet: Der Verkäufer muss grundsätzlich für Mängel aufkommen. Eine am Verkaufstisch als funktionstüchtig angepriesene Mikrowelle etwa, welche letztendlich doch nicht funktioniert, muss vom Verkäufer ersetzt oder repariert werden. "Gerichte gehen in der Regel davon aus, dass innerhalb der ersten sechs Monate der Verkäufer für den Schaden verantwortlich ist", erklärt Verbraucherschützerin Keßler. Für den Zeitraum danach muss der Käufer dann meist die Schuld des Verkäufers beweisen.

Tipp für den Privatverkauf: Auf der sicheren Seite stehen Sie als Verkäufer, wenn Sie beim Handschlag sagen: "Sie kaufen diese Ware wie gesehen und ohne Gewährleistung." So schließen Sie die Gewährleistung wirksam aus. Noch ein Tipp: Sollte es wider Erwarten doch einmal zu einem Rechtsstreit kommen, ist es gut, auf Zeugen zurückgreifen zu können, die den geschlossenen mündlichen Vertrag bezeugen können.

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