Wider­rufs­recht: Das sollten Sie zur Wider­rufs­frist wissen Jürgen Fälchle, Fotolia

26. September 2014, 14:13 Uhr

Das gilt seit Juni 2014 Wider­rufs­recht: Das sollten Sie zur Wider­rufs­frist wissen

Seit Juni 2014 gelten in allen EU-Staaten einheitliche Regelungen für Verbraucher.  Vor allem in puncto Widerrufsrecht beim Online-Shopping hat sich einiges getan. Die neuen Regeln für die Widerrufsfrist heben einzelne der bislang in Deutschland geltenden BGB-Regelungen auf. War es beispielsweise bislang möglich, einen Kauf innerhalb einer Frist von einem Monat zu widerrufen, gilt fortan eine europaweite einheitliche Widerrufsfrist von 14 Tagen.

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Das Widerrufsrecht gilt vor allem bei Fernabsatz- und Haustürgeschäften, da der Verbraucher in diesen Fällen zuvor keine Möglichkeit hatte, die Ware zu sehen und zu prüfen. Der Umtausch von im Laden gekauften Waren basiert in der Regel auf reiner Kulanz der Händler. Ein gesetzlich geregeltes Widerrufsrecht besteht hier nicht.

Der Beginn der Frist nach dem neuen Wider­rufs­recht

Die Widerrufsfrist beginnt, sobald Sie als Empfänger die Ware erhalten haben. Zudem muss der Verkäufer Sie ordnungsgemäß über ihr Widerrufsrecht informiert haben. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, 14 Kalendertage von Ihrem Widerrufsrecht Gebrauch zu machen und die Ware an den Händler zurückzugeben.

Ist keine Widerrufsbelehrung erfolgt, verlängert sich die Widerrufsfrist – allerdings nicht länger als insgesamt zwölf Monate und 14 Tage. Eine einschneidende Neuregelung, denn vor Inkrafttreten der neuen EU-Verbraucherrechtlinie führte die Frage des Fristbeginns teilweise zu Streit und erheblichen Risiken für die Händler: Eine nicht ordnungsgemäße Erfüllung der Informationspflicht nach § 312d Absatz 1 Satz 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) konnte unter Umständen zu einem ewig andauernden Widerrufsrecht für den Verbraucher führen.

Die Wider­rufs­frist nicht versäumen

Freuen Sie sich nach dem Online-Shopping auf die bestellten Waren, stellen nach Erhalt jedoch fest, dass sie nicht Ihren Erwartungen entsprechen, nutzen Sie Ihr Widerrufsrecht. Um die Widerrufsfrist nicht zu versäumen, schieben Sie die Rücksendung am besten nicht auf die lange Bank: Entscheiden Sie sich zügig für oder gegen die Ware und leiten Sie die Retoure-Sendung in die Wege. Dafür reicht es nicht, Ihren Einkauf kommentarlos an den Verkäufer zurückzuschicken. Nach neuem EU-Recht müssen Sie Ihren Widerruf schriftlich oder telefonisch erklären.

Viele Händler stellen hierfür vorgefertigte Widerrufserklärungs-Formulare zur Verfügung. Haben Sie die Frist doch einmal versäumt, lohnt sich ein Blick in die Widerrufsbelehrung: Händlern ist es weiterhin möglich, Ihnen eine Verlängerung der Widerrufsfrist über 14 Tage hinaus einzuräumen.

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