Urteil des Amts­ge­richts München Maksym Yemely­a­nov, Fotolia

6. Januar 2015, 13:40 Uhr

Urteil des Amts­ge­richts München Online-Glücks­spiel aus dem Ausland: Nut­zungs­be­din­gun­gen beachten

Beim Online-Glücksspiel winkt mit ein paar Klicks das große Geld. Dabei ist für Verbraucher wichtig, die Nutzungsbedingungen genau zu kennen und zwischen illegalem ausländischem Glücksspiel, staatlich lizenzierten Anbietern und Sportwetten zu unterscheiden. Dies musste ein Münchner Malermeister nun schmerzlich erfahren.

Verzocken Sie sich nicht – gehen Sie auf Nummer sicher. >>

Illegal: Online-Glücks­spiel wurde zum Ver­häng­nis

Ein Münchner Malermeister gewann beim Blackjack in einem ausländischen Internet-Casino nach großen Einsätzen eine beträchtliche Geldsumme. Da dies jedoch illegal ist, wurde er vom Münchner Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 2.100 Euro wegen Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel verurteilt, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das Online-Casino, welches der Mann virtuell besuchte, wurde von Gibraltar aus betrieben, wo das Spielen erlaubt ist. In Deutschland sieht die Rechtslage anders aus – derartiges Zocken steht hierzulande unter Strafe, wenn die Anbieter nicht vom deutschen Staat lizenziert sind. Der Verurteilte rechtfertigte sich damit, dass einige Prominente im deutschen Fernsehen für Glücksspiel werben würden. Das Gericht stellte klar, dass es sich dabei jedoch um staatlich lizenzierte Anbieter von Sportwetten handelt. Auch juristische Laien müssten den Unterschied zwischen einem Glücksspiel wie Blackjack und einer Sportwette kennen.

Unwis­sen­heit schützt vor Strafe nicht

In die Argumentation des Amtsgerichts spielte auch mit hinein, dass zudem die Nutzungsbedingungen des gibraltarischen Casinos darauf hinwiesen, dass Online-Glücksspiel in einigen Ländern illegal sein kann. Spieler stehen in Eigenverantwortung und sollten sich stets darüber informieren, welche Gesetze für sie konkret gelten. Unwissenheit schützt auch im Internet nicht vor Strafe.

Tipp: Nehmen Sie Abstand von ausländischen Glücksspielanbietern und halten Sie sich nur an die vom deutschen Staat lizenzierten Angebote. Andernfalls können Sie sich strafbar machen. Da die Regeln bezüglich des Glücksspiels in Deutschland und Europa seit Jahren schon kontrovers diskutiert werden, sollten Sie sich immer über die aktuelle Rechtslage informieren, bevor Sie sich an den virtuellen Spieltisch begeben.

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