Geld gefunden: So verhalten Sie sich richtig. Ein Porte­mo­naie liegt auf den roten Steinen einer Fuß­gän­ger­zo­ne. esdras700, Fotolia

6. Juni 2016, 10:14 Uhr

Fin­der­lohn Geld gefunden: So verhalten Sie sich richtig

Wenn Sie auf der Straße Geld gefunden haben, sollten Sie einige Dinge beachten, um sich nicht der Fundunterschlagung schuldig zu machen. Wenn Sie den Fund ordnungsgemäß abgeben, steht Ihnen sogar ein Finderlohn zu.

Mit dem 360°-Rechtsschutz sind Sie immer auf der sicheren Seite. >>

Geld gefunden: Was ist zu tun?

Das Fundrecht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelt. Laut § 965 BGB muss ein Finder seinen Fund unverzüglich anzeigen – entweder dem Eigentümer oder, falls dieser ihm nicht bekannt ist, der zuständigen Behörde, etwa dem örtlichen Fundbüro oder der Polizei. Das gilt allerdings erst ab einem Sachwert von mehr als zehn Euro. Wenn Sie also nur sehr wenig Geld gefunden haben, können Sie dieses behalten. Bei einem höheren Wert sind Sie dagegen verpflichtet, das Geld zunächst zu verwahren. Sie können es aber auch bei der zuständigen Behörde abliefern. Wenn sich der Eigentümer innerhalb von sechs Monaten nach Ihrer Anzeige des Fundes nicht meldet, geht das Geld in Ihren Besitz über.

Vor­ge­schrie­be­ner Fin­der­lohn bei Abgabe

§ 971 BGB sieht einen Finderlohn vor, den Sie von dem Eigentümer verlangen können. Die Höhe liegt nicht im Ermessen des Eigentümers, sondern ist klar vorgegeben: Bei einem Wert bis 500 Euro beträgt er fünf Prozent, darüber drei Prozent. Falls der Fund nur einen ideellen Wert für den Eigentümer hat, kann er dagegen selbst bestimmen, wie hoch der Finderlohn ausfällt. Wenn Sie Geld gefunden haben, ist das aber natürlich nicht gegeben.

RechtsschutzStrafbare Fund­un­ter­schla­gung

Wenn Sie Geld gefunden haben und ab einem Wert von zehn Euro den Fund nicht melden, begehen Sie eine Fundunterschlagung gemäß § 246 Strafgesetzbuch (StGB). Im Unterschied zum Diebstahl entwenden Sie dabei den fremden Besitz nicht aktiv, machen ihn sich aber rechtswidrig zu eigen. Je nach Höhe der Summe kann die Fundunterschlagung mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit einer Geldstrafe geahndet werden.

Artikel teilen

Bitte lesen Sie zu dem Inhalt auch unsere Rechtshinweise.

So einfach ist Rechts­schutz

Ein Rechtsstreit, ganz gleich in welchem Bereich, kommt oft unverhofft. Darum hat ADVOCARD mit dem 360°-Rechtsschutz einen besonders leistungsstarken Rundumschutz geschaffen.

Mehr erfahren

Mediation

Vertragen statt klagen: mit Mediation rechtliche Konflikte ohne Gerichts­ver­fahren lösen.

Strei­tatlas

Streit in Berlin? Zoff in München? Der interaktive Atlas zeigt, wo die deutschen Streithähne leben.

ADVOCARD-Service

Kompetente Beratung und professionelle Unterstützung rund um die Uhr.