Son­der­ur­laub bei Todesfall: Dies sollten Sie wissen Picture-Factory, Fotolia

3. Dezember 2014, 15:02 Uhr

Gesetz­li­cher Anspruch? Son­der­ur­laub bei Todesfall: Dies sollten Sie wissen

Nach einem Todesfall fällt es Hinterbliebenen oft schwer, ihren Alltag fortzusetzen. Doch besteht ein rechtlicher Anspruch auf Sonderurlaub bei Todesfall? Der Wunsch nach ein paar freien Tagen nach dem Verlust eines geliebten Menschen ist besonders groß und einige wichtige Dinge wollen erledigt werden wie etwa die Organisation der Beerdigung oder die Regelungen wichtiger Formalitäten, die die Erbschaftsangelegenheiten betreffen. Gewährt der Arbeitgeber in solchen Fällen Sonderurlaub, kann dies eine große Entlastung für den Trauernden sein.

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Ist Son­der­ur­laub gesetz­lich geregelt?

Als Sonderurlaub gilt die Befreiung von der Arbeitspflicht mit Lohnfortzahlungen. Das Bundesurlaubsgesetz bestimmt, in welchem Umfang der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer Urlaubstage gewähren muss – nach § 3 Abs. 1 BurlG sind dies mindestens 24 Werktage im Jahr. Sonderurlaub aus persönlichen Gründen ist in den gesetzlichen Mindesturlaub nicht miteingerechnet. Aus § 616 BGB ergibt sich jedoch ein gesetzlicher Anspruch auf Sonderurlaub in besonderen Fällen: Wie etwa, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund eines Todesfalls in der Familie daran gehindert wird, für eine gewisse Zeit seine Arbeit gewohnt fortzusetzen. In diesem Fall handelt es sich um einen im Sinne des BGBs gerechtfertigten Grund, seinen Anspruch auf Sonderurlaub geltend zu machen. Daneben können sich auch im Arbeitsvertrag Bestimmungen zum Thema Sonderurlaub finden.

Son­der­ur­laub bei Todesfall: Wie lange kann er dauern?

Wie lange der Sonderurlaub gewährt wird, hängt von einigen Faktoren ab: Verwandtschaftsgrade, Länge der Betriebszugehörigkeit und Kulanz des Arbeitgebers können eine Rolle spielen. Beim Tod naher Angehöriger, etwa Eltern oder Geschwister, werden Arbeitnehmer in der Regel für zwei Tage bezahlt freigestellt – am Todestag selbst und am Tag der Beerdigung. Sonderurlaub bei Todesfall muss – wie gesetzlich geregelter Urlaub auch – immer vom Arbeitgeber genehmigt werden, darf jedoch keinesfalls von den gesetzlich beziehungsweise arbeitsvertraglich festgesetzten Urlaubstagen abgezogen werden. Befinden Sie sich in der schwierigen Situation, dass Sie den Tod eines geliebten Menschen verkraften müssen, erfragen Sie am besten innerhalb Ihrer Firma, an wen Sie sich wenden können, um einen Antrag auf Sonderurlaub zu stellen. In der Regel kann Ihnen in solchen Belangen Ihr Vorgesetzter oder die Personalabteilung weiterhelfen.

Was tun, wenn der Son­der­ur­laub nicht gewährt wird?

Sollte der Arbeitgeber den Antrag auf Sonderurlaub abweisen, suchen Sie das Gespräch. Erklären Sie ihm Ihre schwierige Situation und schildern Sie ihm, wie sehr Sie ein paar ruhige Stunden für sich brauchen, um das Geschehene zu verarbeiten. Sicherlich wird Ihr Chef Mitgefühl aufbringen und Ihrem Anliegen stattgeben.

Bei Arbeitsrechtsfragen sind wir Ihr Partner!

Sollte eine bezahlte Freistellung unmöglich sein, haben Sie immer noch Gelegenheit, Hilfe bei einem Rechtsexperten zu finden. Außerdem besteht gegebenenfalls die Gelegenheit, regulären Urlaub zu nehmen oder sich für die notwendigen Tage unbezahlt freistellen zu lassen. Allerdings ist auch hier die Genehmigung vom Arbeitgeber Voraussetzung.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Urlaubsanspruch

 

 

 

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