Ob Studenten anwesend sein müssen oder nicht, steht in der Prüfungsordnung llhedgehogll, Fotolia

Freiheiten im Studium Anwesen­heits­pflicht an der Uni: Ist sie erlaubt?

Die Anwesen­heits­pflicht an der Uni ärgert viele Studie­rende, weil sie ihnen oft unsinnig erscheint. Nicht immer herrscht Klarheit über die Regelungen. Sicherheit gibt im Zweifelsfall die Prüfungs­ordnung.

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Keine grund­sätz­liche Anwesen­heits­pflicht in der Uni

Das Grund­gesetz garan­tiert in Artikel 2 allge­meine Handlungs­freiheit und in Artikel 12 die Berufs­aus­übungs­freiheit. Und § 4 Hochschul­rah­men­gesetz (HRG) beschreibt die allge­meine Studier­freiheit. Das allein macht eine bedin­gungslose Anwesen­heits­pflicht fragwürdig. Trotzdem legen viele Lehrende an Univer­si­täten eine Anwesen­heits­pflicht fest und es kommt zum Streit mit den Studie­renden.

Bildung ist Sache der Bundes­länder, weshalb die genauen Regelungen vom jewei­ligen Studi­enort abhängig sind. Das Hochschul­zu­kunfts­gesetz (HZG NRW) in Nordrhein-Westfalen klärt zum Beispiel ganz genau, wann die Anwesen­heits­pflicht legitim ist: Wenn das Lernziel nicht mit anderen Mitteln als der direkten Teilnahme erreicht werden kann. Beispiele dafür sind:

• Labor­ver­suche
• Exkur­sionen
• Sprach­kurse
• Praktika

Auch andere Seminare können zur Anwesenheit verpflichten. Entweder weil sie ähnlich praktisch orien­tiert sind und dabei eine Größe von 30 Teilnehmern nicht übersteigen oder weil die Uni die Anwesen­heits­pflicht in der Prüfungs­ordnung verankert hat. Wenn die Prüfungs­ordnung es vorsieht, können auch Vorle­sungen ohne prakti­schen Anteil die Anwesenheit als Prüfungs­vor­aus­setzung erfordern.

Ungerecht­fer­tigte Anwesen­heits­pflicht: Das können Studie­rende tun

Rechtsschutz

Liest der Professor ohnehin nur Folien vor oder ist bei überfüllten Seminaren keine praktische Übung möglich, steht die Recht­mä­ßigkeit der Anwesen­heits­pflicht infrage – auch dann, wenn sie in der Prüfungs­ordnung verankert ist. In diesem Falle können sich Studie­rende an die Studie­ren­den­ver­tretung wenden, die den Fall prüfen und gegebe­nen­falls beanstanden kann. Die Prüfungs­ordnung wird vom Fakultäts- bezie­hungs­weise Fachbe­reichsrat beschlossen, der zum Teil aus Vertretern der Studie­renden besteht. Es gibt also durchaus Möglich­keiten, an der Anwesen­heits­pflicht zu rütteln.

Wie steht es im Krank­heitsfall?

In der Regel erlauben Veran­stal­tungen mit Anwesen­heits­pflicht zwei Fehltage, bevor ein Ausschluss von der Prüfung erfolgt. Diese Fehltage werden nicht durch Krankheit aufge­braucht. Es muss aller­dings auf Verlangen ein ärztliches Attest vorgelegt werden.

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