Annehmen oder ablehnen? Sergey Nivens, Fotolia

3. August 2015, 16:06 Uhr

Annehmen oder ablehnen? Ände­rungs­kün­di­gung: So können Sie reagieren

Die Änderungskündigung gilt als mildes Mittel vor der endgültigen Lösung eines Arbeitsvertrags. Doch wie sollten Sie am besten reagieren, wenn der Chef grundlegende Arbeitsbedingungen ändern möchte und aus diesem Grund die Änderungskündigung ausspricht? Fest steht: Sie müssen das neue Angebot des Chefs nicht zwingend annehmen. Gehen Sie auf Nummer sicher und holen Sie sich vorher den Rat eines Arbeitsrechts-Experten.

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Was ist eine Ände­rungs­kün­di­gung?

Arbeitsrechtlich betrachtet, wird im Rahmen einer Änderungskündigung ein bestehender Arbeitsvertrag gekündigt, gleichzeitig jedoch ein neues Angebot unterbreitet, das Arbeitsverhältnis fortzuführen – jedoch zu geänderten Bedingungen. Grundsätzlich sind in einem Arbeitsvertrag Tätigkeitsbedingungen und Pflichten festgeschrieben und vereinbart. Diese können zum Beispiel Ort der Tätigkeit oder Höhe der Vergütung sein. Der Arbeitgeber darf diese Bedingungen nicht einseitig abändern, der Arbeitnehmer muss etwaigen Änderungen im Sinne einer einvernehmlichen Vereinbarung stets zustimmen.

Eine wirksame Änderungskündigung muss nach § 623 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) in Schriftform erfolgen und die gesetzlichen oder im Arbeitsvertrag vereinbarten Kündigungsfristen einhalten. Darüber hinaus müssen die veränderten Bestimmungen im Arbeitsvertrag klar formuliert werden. Ist das Angebot des kündigenden Arbeitgebers unbestimmt, ist eine Änderungskündigung in der Regel unwirksam (Urteil des Bundesarbeitsgerichts, AZ 641/07).

Annehmen oder ablehnen? Ihre Mög­lich­kei­ten

Unterbreitet Ihr Arbeitgeber Ihnen im Zuge einer Änderungskündigung ein neues Angebot zur Fortsetzung des Beschäftigungsverhältnisses, müssen Sie nicht direkt darauf eingehen. Möchten Sie sich absichern, lassen Sie den neuen Vertrag zunächst von einem Experten überprüfen, ehe Sie den neuen Arbeitsvertrag wirksam annehmen. Beachten Sie, dass Sie die Annahme einer Änderungskündigung nach § 2 Satz 2 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) bis zum Ende der Kündigungsfrist, spätestens jedoch innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung erklären sollten.

Sind Sie mit den neuen Bedingungen nicht einverstanden und lehnen den Vertrag ab, folgt der Änderungskündigung in der Regel eine Beendigungskündigung – also eine klassische Kündigung. Mithilfe einer Kündigungsschutzklage können Sie prüfen lassen, ob diese wirksam ist. Nach Zugang des Schreibens haben Sie drei Wochen Zeit, Klage zu erheben. Ein Berufs-Rechtsschutz kann Ihnen im Kündigungsschutzprozess helfen.

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