Wes­pen­nest entfernen: Das ist rechtlich zu beachten. Ein Wes­pen­nest auf dem zwei Wespen krabbeln. skat­zen­ber­ger, Fotolia

9. August 2016, 13:20 Uhr

Lästige Insekten Wes­pen­nest entfernen: Das ist rechtlich zu beachten

Ein Wespennest zu entfernen, ist nicht ohne Weiteres erlaubt. Da die Insekten unter Artenschutz stehen, muss zunächst eine fachkundige Person beurteilen, ob das Nest entfernt oder umgesiedelt werden darf. Wer ein Wespennest eigenmächtig zerstört, riskiert eine Geldstrafe. Mieter sollten sich zunächst an ihren Vermieter wenden.

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Natur­schutz­ge­set­ze schützen die Insekten

So lästig die Insekten im Spätsommer auch sein können: Wespen und Hornissen stehen als wild lebende Tiere unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG). Es ist verboten, sie zu verletzen und zu töten. Das gilt auch für die Insektennester: Sie dürfen nicht aus der Natur entnommen oder zerstört werden. Wer dies ignoriert, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Hornissen sind gemäß Anlage 1 zur Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) sogar besonders stark geschützt.

Wes­pen­nest entfernen: Experten zu Rate ziehen

Ob Sie ein Wespennest entfernen lassen dürfen, muss ein Experte entscheiden. Ihre Gemeinde- oder Stadtverwaltung kann Ihnen einen fachkundigen Ansprechpartner vermitteln. Dieser beurteilt vor Ort, ob eine Umsiedlung des Wespenvolks möglich ist. Ist dies nicht möglich und besteht eine akute Gefahrensituation durch das Nest – etwa, weil ein Hausbewohner allergisch auf Wespenstiche reagiert – kann der Experte entscheiden, dass Sie das Wespennest entfernen lassen dürfen. Sie müssen dann üblicherweise einen Antrag bei der zuständigen Behörde stellen und auch die Kosten für die Entfernung selbst tragen.

Advocard-WohnungsrechtsschutzStörendes Wes­pen­nest: Das können Sie als Mieter tun

Sie sind Mieter und fühlen sich von einem Wespennest am Haus gestört: Der erste Schritt sollte dann ein Anruf beim Vermieter sein mit der Bitte, die zuständige Behörde einzuschalten. In einer Gefahrensituation kann auch die Feuerwehr helfen. Das Amtsgericht Würzburg hat in einem solchen Fall im Sinne einer Mieterin geurteilt, die ein Wespennest von der Feuerwehr entfernen ließ, um ihr Kleinkind zu schützen (13 C 2751/13). Den Vermieter hatte sie zuvor telefonisch nicht erreicht. Die Richter verwiesen auf § 536a BGB: Laut diesem kann ein Mieter Mängel an der Mietsache selbst beseitigen lassen, sofern dies umgehend erforderlich ist.  Der Vermieter muss ihm anschließend die Kosten erstatten.

Wenn Sie durch ein Wespennest über längere Zeit erheblich beeinträchtigt sind und Ihr Vermieter nicht reagiert, haben Sie unter Umständen das Recht auf eine Mietminderung. Sie sollten sich in einer solchen Situation jedoch von einem Anwalt beraten lassen.

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