Schnaps selber brennen ist zuhause ab Januar 2018 nicht mehr pauschal erlaubt Cherries, Fotolia

Hochprozentiges Hobby Schnaps selber brennen: Rege­lun­gen ab 2018

Wer in Deutschland Schnaps selber brennen wollte, durfte das bisher in Kleindestilliergeräten mit weniger als 500 Milliliter Fassungsvermögen. Das ändert sich allerdings zum 1. Januar 2018, wenn das historische Branntweinmonopolgesetz (BranntwMonG) vom EU-konformen Alkoholsteuergesetz (AlkStG) abgelöst wird.

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Schnaps selber brennen: Ist das noch erlaubt?

Mit dem neuen Gesetz zur Alkoholsteuer ändern sich zwar nicht die Steuersätze für Branntwein, wohl aber einige Rahmenbedingungen. Bisher durften Privatpersonen in der Bundesrepublik kleine Mengen an Schnaps selber brennen und so zum Beispiel die Birnen aus dem heimischen Garten zu Obstgeist verarbeiten. Wenn Sie das auch 2018 gern weiterhin tun wollen, ohne Ärger mit dem Zoll zu bekommen, gibt es nur eine sehr eingeschränkte Möglichkeit: Sie verwerten Ihr Obst in einer sogenannten Abfindungsbrennerei.

Als Privatperson dürfen Sie also pauschal keinen Schnaps mehr zu Hause brennen. Tun Sie das unangemeldet als sogenannter Geheimbrenner dennoch, können Sie gleich doppelt bestraft wegen: wegen Brennens ohne Brennerlaubnis und wegen Steuerhinterziehung. Doch was ist mit den alten Destilliergeräten? Sie dürfen Ihre alten Geräte zwar behalten, aber nicht mehr benutzen. Der Kauf neuer Geräte muss beim Zoll angemeldet werden – und zwar sowohl vom Käufer als auch vom Verkäufer.

Legal Schnaps selber brennen: So geht's

Um eine eigene Brennerei zu betreiben, müssen Sie beim zuständigen Hauptzollamt eine Brennerlaubnis beantragen. Mit einer solchen Genehmigung dürfen Sie pro Betriebsjahr (1. Oktober bis 30. September des folgenden Jahres) bis zu 50 Liter reinen Alkohol produzieren. Eine solche Brenngenehmigung erhalten Sie allerdings nur dann, wenn Sie ein wirtschaftliches Bedürfnis nachweisen können. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn die Brennerei eine eigenständige wirtschaftliche Einheit darstellt und so viel Obst oder andere destillierbare Stoffe anfallen, dass das genehmigte 50-Liter-Kontingent innerhalb eines Betriebsjahres auch ausgeschöpft werden kann. Der Betrieb einer solchen sogenannten Abfindungsbrennerei kommt daher in erster Linie wohl für Obstbauern infrage.

Zusätzliche Schwierigkeit dabei: Für Abfindungsbrennereien gibt es regionale Kontingente, die vor allem auf die Obstanbaugebiete in Süd- und Südwestdeutschland verteilt sind. Sind diese schon ausgeschöpft, erhalten Sie keine Genehmigung. Für den legal gebrannten Alkohol bezahlen Brenner eine Alkoholsteuer oder geben ihn gegen ein Übernahmegeld an die Bundesmonopolverwaltung ab.

Fremde Abfin­dungs­bren­ne­rei­en nutzen

Rechtsschutz

Privatpersonen können als sogenannte Stoffbesitzer in bestimmten Bezirken in den süd- und südwestdeutschen Obstanbaugebieten ihr eigenes Obst in den oben beschriebenen Abfindungsbrennereien selbst zu Branntwein zu verarbeiten. Ob dies an Ihrem Wohnsitz zulässig ist, erfahren Sie ebenfalls beim Hauptzollamt.  Ohne vorherige Anmeldung ist aber auch die Nutzung einer fremden Abfindungsbrennerei nicht möglich.

Sie müssen zunächst eine sogenannte Abfindungsanmeldung ausfüllen und diese beim Hauptzollamt Stuttgart einreichen. Die Behörde entscheidet dann, ob Sie eine Brenngenehmigung für die Nutzung der Fremdbrennerei erhalten. Zudem müssen Sie die Rechte und Pflichten des Brennereibesitzers übernehmen. Das heißt unter anderem, dass Sie Alkoholsteuer für Ihren Selbstgebrannten entrichten.

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