Paket beschä­digt: Wer haftet bei Trans­port­scha­den? Photographee.eu, Fotolia

17. November 2016, 10:24 Uhr

Kaputte Ware beim Online Shopping Paket beschä­digt: Wer haftet bei Trans­port­scha­den?

Verbeult, zerdeppert, in Scherben – beim Versand kann Waren Schlimmes widerfahren. Schnell ist ein Paket beschädigt – sei es durch unsachgemäßes Verpacken seitens des Versenders oder ruppige Behandlung durch den Transportdienstleister. Die Frage ist in jedem Fall: Was kann der Empfänger tun, um seinen Anspruch auf unversehrte Ware zu wahren?

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Paket beschä­digt: Annahme ver­wei­gern

RechtsschutzKommt ein Paket beschädigt an, sollte der Empfänger es auf keinen Fall annehmen. Denn mit seiner Unterschrift bestätigt er nicht nur die ordnungsgemäße Übergabe an ihn, sondern auch die Unversehrtheit der Sendung. Allerdings ist ein Transportschaden nicht immer auf den ersten Blick zu sehen und das böse Erwachen kommt oft erst nach dem Öffnen des Pakets.

In beiden Fällen ist der Kunde gut beraten, gegenüber dem Versandhändler auf einen Sachmangel gemäß § 434 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zu pochen. In Folge dessen kann er sein Widerrufsrecht gemäß § 355 BGB oder seine Gewährleistungsrechte (§ 437 BGB) in Anschlag bringen. Übrigens: An den Transportdienstleister braucht sich der Kunde nicht zu wenden. Sein Ansprechpartner ist nur der Händler.

Trans­port­scha­den – Widerruf oder Gewähr­leis­tung?

Kommt das Widerrufsrecht zum Zuge, muss der Händler den Verkaufspreis erstatten. Und zwar in vollem Umfang. Der Käufer hingegen ist verpflichtet, die Ware mit dem Transportschaden zu retournieren. Einigt man sich auf eine Lösung nach dem Gewährleistungsrecht, bleibt das Geld beim Händler. Allerdings muss dieser den Mangel beseitigen beziehungsweise Ersatz für die beschädigte Ware im Paket leisten.

Grundsätzlich trägt also der Händler das Risiko, wenn ein Paket beschädigt beim Kunden ankommt. Das aber will nicht jeder Versender einsehen und versucht, einen Transportschaden in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) auf seine Klientel abzuwälzen. Entsprechende Formulierungen sind nach § 475 Abs. 1 BGB im Verbrauchsgüterkauf samt und sonders unzulässig und damit rechtsunwirksam.

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